No Banana but Crazy Heart Tour – 31 Tage im Südwesten

  • Habe eben alles von der Canyon Wanderung nachgelesen. Respekt, dass ihr das alles an einemTag gemacht habt. Ich war damals froh, dass wir die eine Nacht auf dem Campground übernachten konnten. Und ich kann mich noch an den tollen Sternenhimmel erinnern, so wie den Vollmond, der ins Zelt hinein leuchtete. Der Aufstieg hatte es dann in sich, aber ich hab es überlebt....... :smile:


    LG Martina

  • Wenn ich die Bilder von da unten sehe, würde ich da auch mal gern sein. Mein Neid sei mit Euch. :D


    Ist auch echt traumhaft da unten :love:


    Habe eben alles von der Canyon Wanderung nachgelesen. Respekt, dass ihr das alles an einemTag gemacht habt. Ich war damals froh, dass wir die eine Nacht auf dem Campground übernachten konnten. Und ich kann mich noch an den tollen Sternenhimmel erinnern, so wie den Vollmond, der ins Zelt hinein leuchtete. Der Aufstieg hatte es dann in sich, aber ich hab es überlebt....... :smile:


    LG Martina


    Das stelle ich mir natürlich auch schön vor, der Sternenhimmel dort ist sowieso überall wahnsinnig schön :love: Der Aufstieg ist so oder so anstrengend, ob mit Übernachtung oder ohne :)

  • Tag 9 (18.05.2018): Rim2River2Rim - Bright Angel Trail: River Rest House to Indian Garden


    Schon auf den ersten Metern wird klar: Der Bright Angel Trail hat mit dem South Kaibab Trail überhaupt nichts gemeinsam. Vielleicht ändert sich das noch, aber momentan haben wir nicht das Gefühl, das wir uns mitten im gigantischen Grand Canyon befinden, was für eine herrliche Abwechslung. Der Weg ist leicht sandig, aber angenehm zu laufen, die Steigung ist so sanft, das sie kaum spürbar ist, um uns herum ist alles grün und ein kleiner Creek plätschert idyllisch neben dem Weg.










    Eine einsame Rangerin kommt uns auf einem Maultier entgegen. Vielleicht eine Ablösung, für einen der Arbeiter der Phantom Ranch? Ich habe mal gehört, die Angestellten bleiben eine Woche am Stück unten und laufen in der Regel am ersten Tag runter und am letzten Tag wieder hoch. Dafür haben sie dann mehrere Tage am Stück frei, oder arbeiten stattdessen oben... Ob das stimmt, keine Ahnung. Jedenfalls gibt es außer den Maultieren und den eigenen Füßen keine Möglichkeit, den Ort unten am Colorado zu erreichen.



    Nach der Begegnung beginnen die berüchtigten Devils Switchbacks des Bright Angel Trails: Eine ganze Reihe von fiesen Serpentinen! Normalerweise steigt man hier so früh auf, das sie noch komplett im Schatten liegen, wir müssen es in der Mittagssonne mit ihnen aufnehmen.






    Nachdem wir das gröbste der Devils Switchbacks überstanden haben kann ich sagen: Das ging überraschend einfach. Noch nie hatte ich konditionsmäßig so wenig Probleme bei einem Aufstieg, es fällt mir geradezu leicht. Natürlich komme ich stark in's schwitzen angesichts der Temperaturen, aber alles noch völlig im Rahmen.


    Hier mal ein Bild von einem Teil der Devils Switchbacks von oben:



    Aber es geht noch weiter hoch!






    Von hier hat man eine noch bessere Sicht auf die Steigung, die am Ende aber wirklich nicht der Rede wert war.



    Hier oben stehen einige tiefe Pfützen auf dem Trail, es muss vor nicht allzu langer Zeit also mal ordentlich geregnet haben. Sogar Kaulquappen leben in großer Zahl hier drin, alle zum vertrocknen verurteilt. Natürlich fangen wir uns hier sofort zahlreiche Mückenstiche ein, so schnell können wir gar nicht laufen, das wir entkommen könnten.


    Hier oben ist es wieder herrlich grün und auch der kleine Bach ist wieder zu sehen.



    Das war es jetzt auch schon wieder mit Steigung, es wird immer grüner und wir folgen dem Verlauf des Baches. Es gibt überall zwischendurch ein wenig Schatten und es ist wie im Paradies. Auf dem Bright Angel Trail begegnet uns auch so gut wie niemand mehr.








    Dann, ganz plötzlich und ohne Vorwarnung, bekomme ich relativ starke Kopfschmerzen. Das könnte eine erste Warnung für einen drohenden Sonnenstich sein und das wäre der Super Gau in unserer Situation. Wir reagieren sofort, halten an der schattigen Passage vor uns an und setzen uns eine Weile auf den Boden. Dabei trinke ich eine ganze Menge und beobachte ein niedliches Hörnchen, das sich sofort hoffnungsvoll zu uns gesellt, aber lange nicht so penetrant ist, wie die am Tip Off.





    Nach 10 Minuten fühle ich mich schon wieder gut und bis zum Indian Garden ist es nun nicht mehr weit. Dadurch motiviert, machen wir uns wieder auf den Weg.





    Sogar herrliche Wasserfälle gibt es hier gleich neben dem Weg, Weitsicht ist dafür praktisch nicht vorhanden. Ich bin richtig begeistert und hätte nie gedacht, das die beiden Trails so grundverschieden sind, wo sie doch beide in den Grand Canyon führen und nicht weit voneinander entfernt sind.




    Nur noch ein paar flache Meter...




    Um Punkt 13 Uhr erreichen wir den Indian Garden, eine große Oase mitten im Canyon. Hier gibt es einen Campingplatz, Toiletten und Wasserstellen. Hier werden wir jetzt nochmal eine längere Pause einlegen.




    Eine Tatsache macht mich nun aber etwas nervös... Der Indian Garden liegt in etwa auf halber Strecke zwischen Rim und River, allerdings ist der Höhenunterschied, den wir bisher zurückgelegt haben, ein einziger Witz. Irgendwie dachte ich immer, der Bright Angel Trail ist zwar länger als der South Kaibab, dafür aber nicht so steil. Das ist vollkommener Blödsinn, denn fast alle Höhenmeter müssen in der 2. Hälfte des Trails hinter sich gebracht werden und liegen daher noch vor uns. Ich denke, wir werden noch Spaß bekommen heute.

  • Wahnsinn, ich lese gebannt jeden Meter mit :cap:


    Na, das freut mich sehr :)


    Die richtigen, anstrengenden Teile kommen noch....die haben damals auch Martina zu schaffen gemacht.


    Mir gefällt, wie grün es noch ist. Bei uns, am 21.7. war davon nichts zu sehen. Nur zu Beginn, als es noch ein kleines Rinnsal gab


    Ohja... Das was jetzt noch kommt, stellt alles vorher weit in den Schatten was die Anstrengung an geht, denn nach dem Indian Garden geht es irgendwie ja erst so richtig los. Das habe ich so nicht wirklich auf dem Schirm gehabt und wirkt natürlich etwas demotivierend, wenn man dort steht, auf die gigantische nackte Klippe vor sich blickt und sich fragt, wie man da jetzt noch raufkommen soll auf 4.5 Meilen.


    Ah okay, dann ist das im Sommer und Herbst wohl leider nicht so grün dort, das ist gut zu wissen.


    Absolut faszinierend, ich bin sehr gespannt, wie es Euch am Ende geht. Eine Mega-Leistung von Euch!


    Vielen Dank :) Wir waren auch mächtig stolz am Ende, das kannst du mir glauben :D


    Puh, da komme ich ja schon beim Lesen ins Schwitzen :D


    Hehe!


    Tolle biBild und Hut ab vor eurer Leistung!


    Danke sehr :)


    Bright Angel Trail haben ich bis zum Drei Meilen Resthouse (Rim - Resthouse und retour) auch schon gemacht.
    Allerdings machte mein Kreislauf nicht mehr mit, war einfach zu anstrengend.


    Von daher Hut ab, was Ihr bis jetzt geschafft habt, aber es kommt noch einiges :wink1:


    Ich glaube wenn ich nur ein Stück runter gehe, dann würde ich immer den South Kaibab Trail vorziehen, die Aussichten sind einfach so viel spektakulärer, der Bright Angel Trail hat mir auf dem oberen Abschnitt nicht mehr wirklich zugesagt. Das kann aber auch daher kommen, das wir einfach kein Bock mehr hatten :smile: Der Hike ist ab Indian Garden ja jetzt quasi noch in 3 gleiche Teile geteilt... 1.5 Meilen zum 3 Mile Rest House, 1.5 Meilen zum 1.5 Mile Rest House und 1.5 Meilen zum Rim und gefühlt wird es immer nur steiler und zieht sich mehr :aug:

  • Zitat von »Schneewie« Bright Angel Trail haben ich bis zum Drei Meilen Resthouse (Rim - Resthouse und retour) auch schon gemacht.
    Allerdings machte mein Kreislauf nicht mehr mit, war einfach zu anstrengend.


    Von daher Hut ab, was Ihr bis jetzt geschafft habt, aber es kommt noch einiges


    Ich glaube wenn ich nur ein Stück runter gehe, dann würde ich immer den South Kaibab Trail vorziehen, die Aussichten sind einfach so viel spektakulärer, der Bright Angel Trail hat mir auf dem oberen Abschnitt nicht mehr wirklich zugesagt. Das kann aber auch daher kommen, das wir einfach kein Bock mehr hatten Der Hike ist ab Indian Garden ja jetzt quasi noch in 3 gleiche Teile geteilt... 1.5 Meilen zum 3 Mile Rest House, 1.5 Meilen zum 1.5 Mile Rest House und 1.5 Meilen zum Rim und gefühlt wird es immer nur steiler und zieht sich mehr



    Wir wollten halt beide Trails mal laufen, um uns ein Bild zu machen.
    Aber wir sind die Trails nicht während eines Urlaubs gelaufen, sondern in zwei verschiedenen. :D


  • Wir wollten halt beide Trails mal laufen, um uns ein Bild zu machen.
    Aber wir sind die Trails nicht während eines Urlaubs gelaufen, sondern in zwei verschiedenen. :D


    Achso, wenn ihr den anderen schon kanntet, dann ist das natürlich was anderes. Ein bisschen Abwechslung muss ja sein :)

  • Habe gerade mal nachgeschaut, den Bright Angel Trail sind wir im Juni 2000 gelaufen. Schon ewig her. :D


    Hehe, ja, das ist ein bisschen was her, da war ich 8 :) Aber ich denke mal nicht, das sich da groß was verändert hat, außer das der Canyon seitdem ein paar mm tiefer ist :smile:

  • Tag 9 (18.05.2018): Rim2River2Rim - Bright Angel Trail: Indian Garden to 3 Mile Resthouse


    Wir setzen uns, gemeinsamen mit einigen anderen Hikern, auf eine Bank im Schatten und entspannen einfach ein wenig, trinken viel aus der Gatorade Flasche und essen jeweils einen Riegel und einen Apfel.




    An meinen Beinen sieht man hervorragend, wie trocken und staubig es hier unten ist, ich bin komplett von einer dicken Staubschicht überzogen, die meine zahlreichen blauen Flecken aber nicht ganz verdecken kann :D


    Übrigens hängt hier am Indian Garden ein Thermometer und wir haben nur noch 34°C, im Gegensatz zur Phantom Ranch, wo bereits 38°C waren und das, obwohl jetzt genau die Mittagshitze einsetzt. Ein paar Höhenmeter haben wir eben doch gemacht und das macht sich gleich bemerkbar.



    Wir ziehen wieder eine Zeit lang die Schuhe aus um unsere Füße zu lüften, das tut soooo gut, denn allmählich brennen uns die Fußsohlen extrem. Eigentlich ist das aktuell auch unser größtes Problem und ich frage mich, ob das eventuell mit der Hitze zusammen hängen kann. Im Dezember bin ich mit den gleichen Schuhen genau so viele km am Tag gelaufen und dennoch keine Probleme gehabt.


    Für mich wird es außerdem an der Zeit, die Trinkblase am Brunnen aufzufüllen, denn mir bleibt grade mal ein halber Liter übrig und das reicht definitiv nicht für die verbleibenden, steilen 4.5 Meilen bis zum Rim. Meine Mutter macht das auch, auch wenn sie noch wesentlich mehr Wasser übrig hat als ich und das stellt sich als gigantischer Fehler heraus. Auch wenn ich oft gelesen habe, das das Wasser absolut in Ordnung ist, für uns ist es das nicht. Der Chlor Geschmack überdeckt alles und es ist einfach nur unglaublich widerlich und abartig. Ich quäle mir das Zeug irgendwie rein, auch wenn ich das Gefühl habe, davon noch mehr Durst zu bekommen, aber meine Mutter trinkt ab diesem Zeitpunkt dadurch viel, viel zu wenig. Eins steht fest: Sollte ich sowas nochmal machen, dann nehme ich mindestens ein Liter in Flaschenform zusätzlich mit, da schleppe ich lieber, als mir dieses abartige Gesöff reinzupfeifen.


    Wir beobachten noch ein paar Leute und genießen die Umgebung und den Schatten.



    Dann wird es auch wieder Zeit die Schuhe anzuziehen und noch einmal auf die Toilette zu gehen. Den Füßen geht es glücklicherweise jetzt erstmal wieder gut und die Schmerzen sind wie weggeblasen.



    Um 14 Uhr, also genau nach einer Stunde Pause, laufen wir wieder los. Der Weg ist herrlich, Wasser gibt es nun keines mehr, dafür säumen zahlreiche blühende Kakteen den Wegesrand, die Landschaft unterscheidet sich schon merklich gegenüber der Gegend, die wir wenige Meter vor dem Indian Garden zu sehen bekommen haben.


    Allerdings steigt der Weg noch immer keinen Meter an und führt schnurgerade durch die immer trockener und karger werdende Landschaft. Weiter vorne türmt sich der nackte Fels über uns auf, viele hundert Meter hoch und unbezwingbar auf den ersten Blick. Der Rim - und somit das Ziel - scheint unerreichbar weit.





    Der beängstigende Blick nach oben wird uns allerdings etwas versüßt durch zwei perfekte Herzchen Wolken! Es ist und bleibt eben die Crazy Heart Tour :) So schlecht kann es uns also noch nicht gehen, wenn wir noch auf die schönen Dinge achten können.



    Jaja, da müssen wir hoch!




    Und dann geht es allmählich los. Noch ist es nicht besonders steil und man merkt gar nicht, wie man langsam immer höher steigt, bis man einen Blick zurück riskiert.




    Schon bald beginnen die Serpentinen und es wird sofort anstrengender, aber noch fühlen wir uns erstaunlich gut. Wir überholen sogar hin und wieder andere Hiker, die deutlich mitgenommener aussehen als wir, wenn das kein Ansporn ist!








    Um 14:52 Uhr, also eine knappe Stunde nach dem Aufbruch aus dem Indian Garden, erreichen wir endlich das 3 Mile Resthouse und setzen uns auf die zwei letzten freien Plätze in den Schatten.



    Es wird Zeit für einen Cliff Bar, ganz hervorragende Riegel, die so reichhaltig sind, das man danach stundenlang keinerlei Hunger mehr verspürt. Eigentlich habe ich überhaupt keinen Appetit, aber die zusätzliche Energie kann nur hilfreich sein.



    Hier sind nur noch 26°C, der Unterschied zum Indian Garden ist gravierend, auch wenn es sich nicht unbedingt so anfühlt. Wir treffen einige Leute wieder, die wir bereits dort gesehen haben. Wir kommen in's Gespräch und die Gruppe war am Plateau Point und ist nun auch wieder auf dem Rückweg, aber schon jetzt deutlich mitgenommener als wir.



    Wir halten uns nur kurz auf, auch wenn wir gerne noch sitzen bleiben würden. Der Drang, endlich oben anzukommen, ist stärker. Auf geht's, die letzten 4,8 km rufen!

  • Oh ja das Wasser auf dem Trail. Wir sind mal den South Kaibab ein Stück runter gelaufen und hatten nicht genug dabei, weil es ja heißt es gibt dort Wasser. Ich habe dann meine Flasche an einem der Brunnen voll gemacht - das war ein Fehler, ich hatte danach extreme Magenkrämpfe und wir konnten nicht weiter laufen.


    Daher gehen wir meist nur noch Trails, die nicht ganz so lange sind, dass wir alles Wasser, welches wir benötigen auch mitnehmen können.


    Dann auf die letzte 4.8 km :D