No Banana but Crazy Heart Tour – 31 Tage im Südwesten

  • Wie schön ....
    Mal sehen, ob ich so was mit der neuen Kamera auch hinbekomme. Stativ habe ich ja scho ;)


    Bestimmt, aber an dem Abend hatte ich gar kein Stativ dabei, die sind aus der Hand :)

  • Hotel Check: Maswik Lodge, Grand Canyon Village


    Ja, die Maswik Lodge... Es gibt die teurere North Unit mit Klimaanlagen und die günstigere South Unit ohne eben diese. Wir waren in letzterer untergebracht und können es nicht wirklich empfehlen, wenn es noch andere Alternativen am Rim gibt.


    Von außen sieht es ganz nett aus, wie andere National Park Lodges eben auch.



    Die Zimmer haben nur ein Fenster direkt neben der Tür und sind dadurch extrem dunkel. Alles wirkt irgendwie trostlos, abgewohnt und vollkommen veraltet, zudem sind die Zimmer noch sehr klein. Für die Koffer gibt es kaum eine Abstellmöglichkeit.



    Für eine National Park Lodge ist die South Unit verhältnismäßig günstig, aber auch 100€ sind nicht wenig Geld, für das ich eigentlich dann doch ein bisschen mehr erwarten würde. Für mich war das nur eine Notfalllösung, da die Bright Angel Lodge bereits ausgebucht war, aber nochmal würde ich hier nicht übernachten wollen. Außer, es ist wieder alles voll... Denn es ist immer noch die bessere Alternative als die inzwischen unverschämten Preise in Tusayan zu zahlen.


    Achtung: Die South Unit der Maswik Lodge ist ab dem 01.01.2019 geschlossen, da sie abgerissen und neu gebaut wird. Meiner Meinung nach das einzig vernünftige... Auch wenn das wohl leider eine deutliche Preissteigerung zur Folge haben wird.


    Preis pro Nacht: 108€
    Bewertung: 2/5 (schlechteste Unterkunft der Reise)
    Weiterempfehlung: Nein



    Anmerkung: Wlan geht nur in der Lobby, nur ein Gerät pro Zimmer und kaum Verbindung

  • Bei solchen Leuten wir dem Telefon-Inder frage ich mich immer, warum sie überhaupt in der Natur sind :aug:


    Ja, das frage ich mich auch...


    Der Grand Canyon haut mich eigentlich jedes Mal um :love:
    Aber ob ich da jetzt mit den Menschmassen nochmal hin muss :zuck:
    North Rim steht noch auf meiner Wunschliste, das soll ja etwas leerer sein.....mal sehen :cap:


    Vor den Massen laufen wir jetzt gleich weg :D


    Zum North Rim würde ich sehr gerne mal, da war ich noch nicht!


    North Rim liebe ich. :love: Dieses Jahr waren im August nachmittags in der Lodge noch Zimmer frei, CG war full.


    Oh echt? Das klingt super.. Mal sehen wann ich das mal einrichten kann.


  • Tag 9 (18.05.2018): Rim2River2Rim - South Kaibab Trail: Rim to Cedar Ridge


    *RIIIIIIIIIIIIIIIING*


    4:15 Uhr! Da ist er, der Tag aller Tage. Der Tag, vor dem ich schon bei der Planung am meisten Respekt hatte und auch jetzt noch immer habe. Der Tag, der unsere Füße für die nächsten Wochen nachhaltig zerstören wird. Wird das alles gut gehen? Ziehen wir das wirklich durch? Schaffen wir das? Die Wanderung wurde akribisch geplant, jeder einzelne Kilometer wurde auf die gesamte Zeit mit Tageslicht aufgeteilt und ein Plan erstellt, an welchem Punkt wir allerspätestens wann weiterlaufen müssen um noch vor Sonnenuntergang wieder oben zu sein. Bei so einer Mammutaufgabe braucht man einfach Anhaltspunkte wie man in der Zeit liegt, um alles vernünftig und realistisch einschätzen zu können.


    Normalerweise splitte ich nur verschiedenen Unternehmungen an den einzelnen Tagen hier im Bericht, diesmal müsst ihr mir bitte verzeihen, das auch der Hike gnadenlos gesplittet wird. Dieser Tag war einfach so besonders, ich möchte das gerne alles ausführlich und in jedem Detail zeigen, auch für Leute, die das eventuell auch mal vorhaben.


    Es ist scheiße kalt draußen, diese Tatsache hat mich schon gestern etwas zum verzweifeln gebracht. Genau gesagt sind es 2°C! Dennoch habe ich mich dazu entschieden schon in kurzer Hose das Hotelzimmer zu verlassen, lieber ein Stündchen frieren als später unnötigen Ballast mit mir rumzuschleppen, auch die Fleece Jacke muss reichen. Hunger habe ich absolut keinen, aber irgendwas muss jetzt in meinen Magen, also zwänge ich mir um 4:30 Uhr erstmal Zitronenkuchen und eiskalte Cherry Coke rein. Yummy! Ein Traum um die Zeit, aber am schnellsten und einfachsten. Wir füllen unsere 3l Trinkblasen noch randvoll, packen die Gatorade und einige Riegel in die Rucksäcke und laufen um 5 Uhr los zum Backcountry Office, denn leider fährt der erste Hiker's Express um die Jahreszeit erst um 5:15. Im Juni wird er eine Stunde eher fahren und das wäre mir auch viel lieber gewesen, denn so geht die Sonne während der Fahrt bereits auf.


    Es ist auf jeden Fall schon ganz schön viel los hier.



    Wir stehen keine zwei Minuten und schon kommt der erste Hiker's Express vorgefahren. Diese Busse fahren direkt durch zum South Kaibab Trailhead, während man bei den normalen Shuttles im Laufe des Tages am Visitor Center umsteigen muss um hinzukommen.



    Als alle Leute eingeladen sind überlegt es sich ein älterer Mann ganz plötzlich anders, sagt seiner Frau sie kann alleine gehen wenn sie mag und steigt wieder aus. Dann fährt der Bus auch schon los, satte 5 Minuten vor dem Zeitplan... Gut das wir etwas früher losgelaufen sind und es so grade geschafft haben, der nächste wäre in einer Stunde gekommen. Sowas liebe ich ja! Verspätung ist die eine Sache, aber ZU FRÜH losfahren geht einfach mal gar nicht. Die armen Leute die vielleicht jetzt noch eintreffen und sich freuen, das sie die einzigen sind.



    Die Fahrt zieht sich etwas und überall am Straßenrand können wir die riesigen Mule Deers bewundern, die jetzt im Dämmerlicht natürlich sehr aktiv sind. Beim Sonnenaufgang erreichen wir den South Kaibab Trailhead und warten noch kurz, während die meisten Leute sich auf den Trail stürzen.



    Die Schuhe werden noch kurz ausgezogen und von lästigen Steinchen befreit, die Rucksäcke festgezogen, die Stöcke meiner Mutter richtig eingestellt und dann sind auch wir bereit für das riesige Abenteuer: Down to the River and back in one Day! Wenn ich schon die Phantom Ranch nicht haben konnte, dann muss es eben so gehen!



    Direkt zu Beginn windet sich der South Kaibab Trail in steilen Serpentinen hinab. Auch wenn der Bus voll war, es ist herrlich ruhig und die Menschen verlaufen sich schnell in dieser gigantischen Umgebung. Man merkt auch den Unterschied von Bustouristen und ambitionierten Hikern, die halten nämlich bei der atemberaubenden Atmosphäre und Kulisse größenteils ihre Klappe!



    Es geht schnell und die ersten Höhenmeter liegen bereits hinter uns.



    Der Untergrund auf dem ersten Abschnitt ist etwas nervig, da es ziemlich steil und ziemlich geröllig ist. Hier muss man wirklich aufpassen, das man nicht wegrutscht und daher kommen wir hier noch nicht besonders schnell vorwärts.


    Auch im Schatten ist die Temperatur jetzt schon okay, hier unten herrscht kein Wind und durch die Bewegung haben wir uns schon gut aufgewärmt und zumindest friere ich nicht mehr. Es ist einfach so wunderschön hier, die Ruhe, die aufgehende Sonne, der erwachende Canyon, die kühle, frische Luft, einfach alles!







    Der Ooh Aah Point ist sehr schnell erreicht, ein Punkt, der mich schon bei meiner ersten Wanderung in den Canyon extrem beeindruckt hat. Bis hier hin läuft man in einer Seitenschlucht und hat eine sehr begrenzte Sicht, aber hier... Hier öffnet sich der gesamte Canyon zum ersten Mal und man kann einfach nicht anders als tief beeindruckt zu sein. Wenigstens bis hier sollte wirklich jeder laufen, der etwas mehr sehen möchte. Wobei... Dann wäre es hier ja auch noch voll.








    Der South Kaibab Trail ist kürzer als der Bright Angel Trail und bietet die spektakuläreren Weitsichten. Das ist einer der Gründe, warum die meisten Leute sich hier für den Abstieg entscheiden und über den BAT wieder aufsteigen. Ein weiteres Argument für diese Laufrichtung ist die Wasserversorgung, die es dort gibt und hier eben nicht.


    Es dauert nicht lange und schon laufen wir in der vollen Sonne. Noch immer geht kein Lüftchen und die Canyonwände nehmen die Wärme sehr schnell auf - mir wird warm. Gott sei Dank habe ich mich gegen die lange Hose entschieden, das hätte mich jetzt wirklich aufgeregt und gelohnt hätte es sich mal so gar nicht.




    Um 6:17 Uhr, nach nur 42 Minuten erreichen wir als eine der letzten aus dem Bus bereits das erste Etappenziel: Cedar Ridge.



    Bis hier sind Dominik und ich 2015 gelaufen und dann auf dem gleichen Weg wieder zurück. Ich kann mich noch sehr gut an den Aufstieg erinnern, er hat mich vollkommen zerstört. Ich glaube so fertig war ich in meinem Leben noch nicht und das heißt, ich muss wirklich unterirdisch unfit gewesen sein. Heute darf sowas natürlich nicht passieren, denn die Entfernung die wir bisher zurückgelegt haben ist ein Witz.


    Hier gibt es das letzte Klo für einige Zeit und das wird natürlich nochmal ausgiebig genutzt.



    Wir gehen nacheinander, damit immer einer auf die Rucksäcke aufpassen kann und wir die nicht mitnehmen müssen. Während ich auf meine Mutter warte ziehe ich schon mal die Jacke aus und stopfe sie in den Rucksack.



    Die Rucksäcke werden wieder geschultert, wir trinken einen großen Schluck aus der Blase und dann geht es auch schon zügig weiter, denn weit sind wir noch nicht gekommen.

  • Ein Stück dieses Trails sind wir auch schon gelaufen, allerdings nicht bis unten.
    Bin mal gespannt, wie es Euch danach gehen wird. :D


    Muss man ja auch nicht, ist ja auch nicht ohne Grund nicht empfohlen :D


    Spurlos wird das nicht an uns vorbei gehen, das kann ich schon verraten :D


    Bis zum Oh Ah Point würde ich es vielleicht auch schaffen :D


    Tolle Ausblicke! :clap1:


    Da ist es ja auch schon wunderschön :)


    EIn Traum :clap1:
    Grundsätzlich würde ich so was auch liebend gerne mal machen, muss aber zu meiner Schande gestehen, dass ich dafür definitiv nicht fit genug bin :blush:
    Freue mich auf die weiteren Teile des Trails, so ausführlich hab ich dann ja auch was davon :cap:


    Das macht doch nichts... Wie gesagt, es wird nicht ohne Grund davon abgeraten und wenn man sich das nicht zu 100% zutraut, dann sollte man das wirklich lassen und das ist mit Sicherheit keine Schande. Das sind fast 30km und 1600 Höhenmeter, zudem wird es immer heißer unten im Canyon. Ansonsten hat die Phantom Ranch doch jetzt die Lotterie, mit Übernachtung ist das mit Sicherheit machbarer und entspannter :)


    ich plane ja in Zukunft Rim to Rim
    Freunde von mir haben das in einem Tag als Trail Running Trail gemacht, das waere mal eine tolle Challenge.
    Wuerde mich auch reizen.


    Ansonsten halt mal eine regulaere backpacking tour zur Esplanade


    Rim to Rim will ich auch machen. Ich überlege ernsthaft auch das an einem Tag zu machen, aber dann halt alleine. Das muss ich mir aber noch gut überlegen und trainieren, das sind ja doch noch ein paar kilometerchen mehr als die Runde jetzt.


    Schon sehr großartige Bilder!!!


    Vielen Dank :)

  • Tag 9 (18.05.2018): Rim2River2Rim - South Kaibab Trail: Cedar Ridge to Skeleton Point


    Ab jetzt betreten wir also auch für mich völliges Neuland und da freue ich mich sehr drauf. Direkt nach der Cedar Ridge geht es noch wieder ein gutes Stück in Serpentinen nach unten, der Untergrund wird zwar besser, aber man muss trotzdem permanent hochkonzentriert laufen. Durch die vielen Holzbalken, die den Weg am abrutschen hindern sollen, besteht durchweg eine sehr hohe Stolpergefahr.


    Es ist jetzt schon sehr warm und die Sonne leuchtet den Canyon herrlich aus. Es wird auch ruhiger, obwohl die meisten Leute mit uns weiterlaufen, die sind aber schon ein gutes Stück vor uns.






    Die warmen Farben des frühen Morgens sind einfach nur wunderschön.




    Man fühlt sich in dieser Umgebung einfach nur winzig klein.




    Ein Blick zurück zum Rim



    Je tiefer wir uns in den Canyon schrauben, desto beeindruckender und farbenfroher wird das Bild, das sich uns bietet. Man kann hervorragend die verschiedenen Gesteinsschichten erkennen, die hier in Millionen von Jahren entstanden sind und die sich vom Rim nur erahnen lassen.



    Man kann auch schon hervorragend das Tonto Plateau erkennen, das sich unter uns erstreckt. Dabei handelt es sich um die riesige, grünliche Ebene, die Schuld daran ist, das man den Colorado noch nicht einmal zu Gesicht bekommen hat bisher.



    Zur Abwechslung geht es hier mal ein längeres Stück ohne nennenswerte Steigung einfach nur geradeaus. Die Beine sind sehr dankbar über die Abwechslung, denn auch wenn ich von Knieschmerzen noch verschont bin, ist es doch eine starke und spürbare Belastung über Stunden hinweg nur bergab zu gehen.








    Um 7:11 Uhr erreichen wir schließlich das nächste Ziel, den Skeleton Point. 2015 hatten Dominik und ich überlegt bis hier her zu gehen und haben es gelassen, weil die Zeit schon zu weit fortgeschritten war als wir den Trail gestartet haben. Im nachhinein war es die richtige Entscheidung, denn bis hier hin ist es von der Cedar Ridge aus in etwa nochmal doppelt so weit wie vom Rim zur Cedar Ridge. Wenn man das bedenkt, dann sind wir auf dem Teilstück sehr viel besser voran gekommen als auf dem ersten.


    Der Skeleton Point markiert einen besonderen Punkt auf dem South Kaibab Trail. Zum einen ist es der erste Ort, von dem aus man einen kleinen Blick auf den Colorado werfen kann und zum anderen ist es der allerletzte empfohlene Wendepunkt für Tageswanderungen. Weiter soll man ohne Übernachtung nicht gehen, wenn man nicht wirklich absolut fit ist.