Into the Wild II: It‘s a Quarter after One – 18 Days between Fun and Insanity

  • Chaotische Planung, super erzählt! :D


    Ja, das stimmt. Aber es hat sooooo viel Spaß gemacht!


    Meine Güte, was für ein Auftakt. :lach3:


    :) Aber jetzt geht es endlich richtig los


    Einfach klasse, ich hab auch wieder brav das Gegenstück gelesen. Großartige Idee :D:D:D


    Super das es ankommt :smile:


    Herrlich :clap1:


    Danke :smile:

  • Tag 2 (03.03.2019): Sonnenaufgang in den Alabama Hills




    Da mit dem Schlafen ist in dieser Nacht so eine Sache, irgendwie brauche ich relativ lange bis ich eingeschlafen bin und werde wegen Tobis Geschnarche auch andauernd wach. Irgendwie ist es auch einfach viel zu kalt mit diesem dünnen Laken-Deckchen, aber ich hatte Tobi gestern abend gebeten die Heizung aus zu lassen... Also muss ich da nun wohl durch. Als ich endlich so richtig eingeschlafen bin klingelt – wer kennt es nicht – natürlich unser Wecker. Ich glaube das ist das erste Mal, das ich nach einem Langstrecken Flug nicht vom Jetlag, sondern von einem verdammten Wecker geweckt werde. Um 4 Uhr morgens! Aber gut, mein ursprünglicher Plan bestand darin, zum Sonnenaufgang bereits im Death Valley zu sein und dafür hätte ich noch eine halbe Stunde eher aufstehen müssen, also ist natürlich alles toll. Grummeliger als ich ist nur Tobi, aber der hat ja auch schon lange keinen Jetlag mehr.

    Obwohl wir die Einkäufe gestern schon in den richtigen Autos verstaut haben, brauchen wir an diesem Morgen länger als erwartet. Selbst bei nur einer Nacht kann man seinen Kram so explosionsartig im Zimmer verteilen, das es ewig dauert, bis alles wieder an Ort und Stelle ist. Als letzte Amtshandlung in diesem Zimmer werden noch die Batterien in die Walkie Talkies gepackt, ein kurzer Funktionstest durchgeführt und dann wird mir eins von den Teilen in die Hand gedrückt.

    04:45 Uhr, 15 Minuten später als geplant, sitzen wir in den Autos, Tobi in seinem RAM, ich in meinem Rogue und das gemeinsame Abenteuer kann beginnen. Wir müssen uns jetzt schon ein wenig ranhalten, die momentane Ankunftszeit des Navis ist nach dem Sonnenaufgang, das ist natürlich mehr als suboptimal. Tobi fährt vor und manövriert das Schlachtschiff aus den engen Hotelgassen hinaus.


    full


    Wir biegen gemeinsam nach links auf die Nebenstraße ab und kommen nur 100 Meter weiter sofort an die Hauptstraße… wo unsere Kolonne-Fahr-Skills auch bereits zum ersten Mal mit Bravour scheitern: Tobi biegt rechts ab, ich links. Hääää? Aber mein Navi sagt doch links? Watt macht der Vogel da?! Okay, das ist dann wohl der erste Einsatz des Walkie Talkies: “Cowboy, wo willst du hin???” - “Mein Navi wollte nach rechts” - “Aber mein Navi wollte nach links” - Das war dann auch bereits die ganze Kommunikation, da wir in entgegengesetzte Richtungen unterwegs sind, reißt die Verbindung ab. Was nun?! Wenden oder weiterfahren? Ich entscheide mich für weiter fahren, wir sind eh schon knapp dran für den Sonnenaufgang und Tobi hat ja selbst ein Navi und wird schon wissen was er da tut. Treffen wir uns eben an den Alabama Hills spätestens wieder. Naja und außerdem… mir doch egal wo Tobi hinfährt, die Rippchen sind in MEINER Kühlbox!

    Nur wenige Minuten später meldet sich mein Walkie Talkie wieder mit einem undeutlichen, leisen blabla und Gerausche zu Wort.

    “WAAAAAS?”
    “Ljsknrklsjopsfkdölgmjlest”
    “WAAAAAAAAS?”
    “ksejflskdpüfalsüp”
    “WAAAAAAAAS?”
    “ICH BIN HINTER DIR”

    Jetzt sehe ich im Rückspiegel in weiter Entfernung ein paar Scheinwerfer, die offensichtlich zu Tobis RAM gehören. Die Medaille für die besseren Social Skills gehen daher für den heutigen Tag definitiv an den männlichen Part, im Gegensatz zu mir hat der nämlich gewendet… Naja. Oder es ist halt, weil die Rippchen in meiner Kühlbox sind. Whatever.

    “Oh okay, ich fahr langsamer”

    Schon bald hat Tobi mich eingeholt und wir fahren schön brav hintereinander her – bis wir feststellen, das unsere Tachos eine andere Definition von ein und derselben Geschwindigkeit haben. Trotz allen Bemühen uns bezüglich der Geschwindigkeit für den Tempomaten abzusprechen, fährt einer von uns immer schneller als der andere, bis wir das irgendwann ausgeglichen bekommen. Laut meinem Tacho fahren wir 2 mph mehr als Tobi, sind jetzt aber endlich gleich schnell und er muss nicht mehr andauernd auf die Bremse latschen. Geht doch. SO RICHTIG auf die Bremse latschen muss er dann allerdings als ich beschließe, eine Straße zu früh rechts abzubiegen. Nur 100 Meter vor der Hauptstraße geht eine Art Feldweg ab, die in dieser vollkommenen Dunkelheit hier aber nicht als solcher zu erkennen ist und jetzt stehen wir halt beide im Feld.


    “Ich fahr dann mal vor, ne?”, dröhnt es aus meinem Walkie Talkie
    “Jaja… Mach mal.”

    Wieder zurück auf dem Asphalt machen wir 10 Minuten Funkstille aus, es sei denn es ist etwas wichtiges, so das beide mal kurz über die Freisprech Einrichtung im Auto mit ihren Müttern telefonieren können, zuhause ist ja jetzt genau die richtige Zeit für sowas.

    Als es so langsam heller wird lässt sich bereits die Silhouette der Sierra Nevada zu unserer linken erahnen, wir sind ganz allein auf weiter Flur, der Himmel sieht nach einem wunderschönen Tag aus und es hängen leichte Nebelschwaden zwischen den Bergen, eine großartige, mystische Stimmung. Ein weiterer Vorteil der Walkie Talkies ist: Tobi kann mir mitteilen, das er jetzt am Seitenstreifen anhalten wird um Bilder zu machen, ich bin darauf vorbereitet und kann hinter ihm das selbe machen.


    full


    Nun bin ich ja eigentlich nicht der Typ der andauernd während der Fahrt anhält. Klar, ich finde das auch alles super schön, bin aber schlicht und ergreifend zu faul für dieses ständige “Rein ins Auto, raus aus dem Auto, rein in’s Auto...”. Tobi ist da ganz anders, der packt sogar erst einmal sein Stativ aus, trotz Eile. Darauf habe ich bei den Temperaturen ja grad nun gar keine Lust und mache lieber ein paar Bilder aus der Hand. Dafür ist es eigentlich noch zu dunkel, daher sind Tobis an dieser Stelle einfach besser. Egal, hier sind trotzdem zwei von mir:

    full


    full


    Ichz verkrümel mich dann auch schnell wieder in’s warme Auto, futter meine Lunchables und schaue Tobi beim erfrieren zu. Wobei – Der ist ja von der letzten Woche ganz andere Temperaturen gewohnt, deshalb traut der sich vermutlich auch so lange raus.

    full


    Lone Pine ist nicht mehr weit, Tobi lässt mich nun wieder nach vorne bei der Weiterfahrt. Im Gegensatz zu ihm war ich ja schon einmal in den Alabama Hills und kann uns zielstrebiger zum richtigen Parkplatz bringen. Um 06:11 Uhr ist es bereits hell, die Sonne ist aber noch nicht aufgegangen. Wahnsinn, wie viel Schnee dieses Frühjahr auf den Bergen liegt, viel, viel mehr als im Dezember 2017.

    full


    full


    Wir fahren durch Lone Pine, wir biegen links ab auf die Whitney Portal Road, passieren das Alabama Hills Schild, kommen an Miss Alabama vorbei, die Berge glühen… DIE BERGE GLÜHEN!?!?!?!? Warum glühen die Berge?!?!?!???! Die Berge haben noch nicht zu glühen, laut meiner Reisebibel dürfen die das erst in 4 Minuten machen. Aber noch nicht jetzt. Die Anzeige ist raus!

    Wir geben Hackengas (naja, zumindest so viel Gas, wie die gute Dirt Road eben zulässt, in dem Fall ca. 50mph), ich hoffe auf wenig unvorhersehbare Schlaglöcher und kurze Zeit später erreichen wir den Parkplatz vom Arches Trailhead. Es ist keine Zeit in Ruhe die Sachen zusammen zu suchen, jetzt müssen wir beide erst einmal panisch aus den Autos springen und ein paar Bilder machen, so lange es noch SO intensiv leuchtet.


    full


    full


    full


    full


    Der eigentliche Mountain Glow in dieser wunderschönen Intensität ist genau so schnell wieder vorbei, wie er begonnen hat, dafür hat man echt nur ganz wenige Minuten Zeit und wir sind beide froh, das wir das noch geschafft haben. Auch wenn die Sonne sich nicht an die Aufgangszeiten gehalten hat!!!

    Jetzt packen wir noch eben unseren Kram zusammen, werfen ein paar Getränke in den Rucksack und laufen den Trail gegen den Uhrzeiger Sinn. Bei meinem letzten Besuch wusste ich es nicht besser und bin andersrum gelaufen. Wir wollen den Mobius Arch relativ schnell erreichen und doch weiß ich vom letzten Mal, das wir noch ein bisschen Zeit haben bis die Sonne ihn erreicht. Vorher treffen wir noch auf einen anderen Arch, der ist auch nett, aber eben nicht so cool wie sein größerer Bruder.


    full


    Schon bevor wir den Mobius Arch sehen, vernehmen wir mehrere Stimmen und als wir um die Kurve biegen sehen wir auch deren Besitzer. Es haben sich bereits drei Fotografen mit ihrem Stativen vor dem Arch positioniert, die guten Stellen sind also bereits weg, denn man kann sich nicht überall vernünftig hinstellen, die Fläche ist stark abschüssig. Alle begrüßen sich freundlich und wir quetschen uns noch dazwischen und hängen jetzt wie ein Schluck Wasser in der Kurve auf dem Felsen.

    full


    full


    Plötzlich packen alle drei Fotograden ihr Zeug zusammen und verschwinden, zurück bleibt nur ein Typ, mit dem wir in ein total nettes Gespräch kommen, da er wohl öfter hier in den Bergen wandert. Was die Fotografen übrigens offensichtlich nicht wussten – Keine 5 Minuten nach ihrem Verschwinden beginnt der Mobius Arch mit genau dem Leuchten, auf das wir hier warten und auch beim 2. Mal enttäuscht er mich nicht.

    full


    full


    full


    full


    full


    full



  • Tag 2 (03.03.2019): Sonnenaufgang in den Alabama Hills Teil 2





    Huhu Tobi! Hier sieht man übrigens auch, das es schwierig ist noch weiter rechts zu stehen. Genau da haben wir beide aber rumgehangen bevor genug Platz frei wurde.

    full

    Die warm und rötlich angeleuchteten Felsen bilden einen wunderschönen Kontrast zu den schneebedeckten Bergen im Hintergrund. Außer uns Dreien ist niemand mehr hier und so können wir endlich wieder diese unendliche Stille an diesem klaren, wunderschönen Morgen genießen. In der Sonne ist es zwar noch immer frisch, aber schon viel besser auszuhalten.

    full

    full

    full

    Bevor wir uns wieder auf den Weg machen drücke ich dem netten Herrn meine Kamera in die Hand und wir positionieren uns für das erste gemeinsame Foto unter dem Arch. Das ist der Vorteil an den nicht überlaufenen Spots, man stört niemanden, wenn man mitten im Motiv sitzt.

    Das Bild ziert auch inzwischen mein Büro als großes Alu Dibond.


    full

    Wir bleiben bis 07:50 Uhr, dann verabschieden wir uns und machen uns wieder auf den Weg. Jetzt haben wir Zeit den restlichen, längeren Teil des Loops zu gehen, ganz in Ruhe und ohne Zeitdruck. Auf dem Teil treffen wir auch niemanden mehr und freuen uns einfach nur darüber, wieder im wunderschönen Südwesten unterwegs zu sein.

    full

    full

    full

    full

    full

    full

    full

    full

    full

    full

    full

    Gegen 08:20 Uhr sind wir dann wieder bei unseren Autos. Tobi würde gerne noch etwas hier bleiben und die Alabama Hills weiter erkunden, mich zieht es in’s Death Valley. Ich liebe diesen Park einfach und ich habe auch nach meinen 3,5 Intensiv Tagen 2017 noch einige Hikes und Rechnungen offen. Tobi wird mir wenig später in den Park folgen, der macht aber erst einmal einiges von dem Kram, den ich bereits beim letzten mal gemacht habe, der weitere Tagesablauf ist also nicht kompatibel. Wir verabschieden uns und werden uns erst am Abend wieder sehen.


    [Hinweis: Tobis Äquivalent: Klick]

  • Ich weiß gerade nicht, ob ich mir wünschen würde, mit Dir einen Urlaub zu verbringen oder ob ich froh sein sollte, dass das nicht passieren wird ;-))


    Das kann ich dir jetzt auch nicht sagen, aber du hast ja noch ein paar Berichtstage um zu überlegen :smile:

  • Tolle Bilder und Deine Art zu Schreiben ist super :clap1:

    1997 Never as good as the first time
    1999 California Love
    2001 Big Apple, South & Sunshine
    2004 Memorials & Legends
    2005 Best of SouthWest
    2006 Into the great wide open
    2007 Forces of nature
    2007 Winter Sunshine
    2010 Rough Road Rookies on the move
    2011 Florida Dreams
    2013 Florida again
    2014 Cities, Coasts and Casinos

    2017 IN A colorful Southwest

    2019 FascINAting impressions of the west

  • Ich find das klasse mit dem zweiten Bericht passend dazu :clap1:


    Schlafen wird bei euch grundsätzlich völlig überbewertet, oder?
    Einmal könnte ich das ja vielleicht, aber so öfter - never ever, von daher passt Duracellhase ganz hervorragend :smile:

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!