Beiträge von lunchen

    Tag 3 (22.02.2021) - Cenoten Samula und Xkeken Teil 2: Cenote Xkeken




    Irgendwie bekommen wir auch wieder unsere Rucksäcke aus den viel zu engen Spinten, auch wenn wir die dabei fast umwerfen, weil man so eine Energie dafür aufwenden muss. Die penetranten Belehrungen darüber, dass der Spint gratis ist und NUR freiwilliges Trinkgeld kostet ignorieren wir in dem Fall einfach mal guten Gewissens voll und ganz, nehmen unser Zeug und gehen. Wir ziehen uns nicht wieder an, sondern setzen uns auf eine Mauer in der Sonne, in der Cenote war es doch schon relativ frisch. Wir lassen uns ein wenig antrocknen, allzu lange sollten wir uns aber nicht aufhalten, denn wir haben ja nach wie vor keinen Sonnenschutz. Ich zieh mir jetzt nur schnell die Wanderschuhe über, denn es sind schon ein paar Meter bis zur nächsten Cenote und die würde ich ungerne barfuß zurücklegen. Bikini und Wanderschuhe mag vielleicht ein bisschen seltsam aussehen, aber seit wann stört es mich :biggrin:

    Wir meinen einen Trampfelpfad durch das Gebüsch ausfindig gemacht zu haben, der uns direkt an den Souveniergängen vorbeischleust, der endet allerdings um die Ecke mit einigen Picknick Tischen und einer Sackgasse. Ärgerlich, aber wir haben es immerhin versucht :biggrin: Also, Ohren und Augen zu und durch!


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    Hier erreicht die Penetranz ein bisher nicht dagewesenes Level. Keine Ahnung warum, aber hier sind die Verkäufer viel anstrengender, aufdringlicher und vor allem lauter. Wir haben das Areal noch gar nicht ganz betreten, da werden uns schon diverse Kokosnüsse mit Strohhalm ins Gesicht gedrückt und wir werden mit "LIFE VEST MANDATORY!!!!" regelrecht angebrüllt, so als wäre unsere bloße Anwesenheit illegal. Aaaaaalles klar Leute, wir bleiben jetzt hier mal ganz locker. Souverän bahnen wir uns einen Slalom Weg durch all die China-Massenkleider, Kokosnüsse und Marktschreier, bis zu einem Stand mit Schwimmwesten, wo wir erneut 20 Pesos für den Verleih loswerden. Wenigstens etwas Gutes: Hier kann man wechseln und tut es auch ungefragt. Ich habe einen 50er gegeben und hatte mich von den 10 Pesos Restgeld schon innerlich verabschiedet, aber zu unrecht.

    Die Westen sind diesmal auch sehr viel besser, die kann ich nämlich so eng zuziehen wie ich gerne möchte und kann mich damit dann später im Wasser auch halbwegs bewegen. Mittlerweile ist insgesamt ein wenig mehr los, aber an den Spinten und am Cenoten Eingang ist es immer noch sehr ruhig und auch hier bekommen wir wieder zwei winzige Spinte, wo wir mit viel Hass unsere Taschen reinzimmern :D. Die Schuhe behalte ich diesmal einfach an, denn die kann ich auch einfach am Wasser stehen lassen und irgendwo muss die Maske ja gleich auch hin. Wo wäre die besser aufgehoben als hygienisch wertvoll im Inneren meiner Schuhe? Immer noch besser als offen auf dem Boden beschließe ich.


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    Die Cenote Xkeken unterscheidet sich nicht komplett wesentlich von Samula, allerdings ist sie sehr viel dunkler und das Loch in der Decke sehr viel kleiner, weshalb anständige Fotos ab hier schwierig sind, ich versuche es aber trotzdem mal. Außer uns ist nur ein Paar hier unten, die sich aber grad auf den Weg zurück machen, so sind wir mit der Aufsicht quasi komplett alleine. Also, Schuhe aus, Maske rein und ab in's SCHEißE IST DAS KALT kühle Nass. Ja, hier kommt noch viel weniger Sonnenlicht rein, umso frischer ist das Wasser natürlich, die Luft ist noch immer überraschend schwül warm.


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    Oben sieht man das Loch in der Decke und der leuchtende gelbe Punkt auf dem Boden... Bin ich. Hier kann man immerhin mal die Dimensionen erahnen.

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    Die Höhlendecke ist voller Stalaktiten und jetzt wo man sich an das Licht gewöhnt hat, kann man hin und wieder auch die ein oder andere Fledermaus erkennen, die munter ihre Runden durch die Höhle dreht. Unter Wasser sind auch hier einige große Welse zu erkennen, zumindest an den Stellen, an denen das kleine Loch minimales Licht auf das Wasser wirft. Es scheint jedenfalls nicht weniger klar zu sein.


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    Irgendwie ist auch der Guard irgendwann weg und wir sind komplett alleine in dieser Höhle. Irgendwie ein bisschen unheimlich diese Stille und Dunkelheit, aber auch total faszinierend. Ich wunder mich ein bisschen über mich selbst, denn normalerweise betrete ich nicht einmal Seen, wenn ich nicht sehe was unter mir schwimmt. Ich denk mal es liegt an dem extrem klaren Wasser und der Tatsache, dass das ja irgendwie alle Touristen machen und regelmäßig überleben.

    Wir schwimmen sogar relativ lange hier unten rum, bis uns wieder zu kalt wird. Der Typ an den Spinten bekommt diesmal einen kleinen Tip, aber auch nur, weil der einfach seine Klappe gehalten hat uns und nicht danach gefragt hat. So läuft das nämlich. Bevor wir zu dem Vergnügen kommen bekommen wir allerdings erstmal einen Schock, denn auf dem Weg an's Tageslicht kommt uns eine ganze Reisegruppe auf der engen Treppe entgegen, mindestens 20 Leute, die nun die kleine Cenote bevölkern werden. Gott sei dank waren wir eine halbe Stunde eher hier :eek:

    Wir springen schnell unter die Dusche, ziehen uns an, schmieren uns mit Sonnencreme ein, geben die Schwimmwesten zurück und laufen einmal außen rum zum Auto, denn so müssen wir nicht noch einmal durch den ganzen Wahnsinn durch. Wir machen uns jetzt auf den Weg zu unserem finalen Ziel für heute, was nochmal ca. 40 Minuten Fahrt bedeutet.

    Wunderschön diese Cenoten, das haben wir damals leider nicht gemacht.

    Diese leichten Abzockversuche sind doch harmlos und in gewisser Weise auch verständlich.

    Auf der einen Seite die arme Bevölkerung, auf der anderen der Wohlstandstourist.


    Schade, die sind schon ganz cool :) Ich finde das nicht Verständlich... und auch nicht harmlos. Was bringt es die Touristen derart zu nerven und zu bedrängen?! Bei mir bewirkt das einfach nur das Gegenteil. Ich kaufe auch nur etwas, wenn man mir nicht auf die Nerven geht.



    In dem Park waren wir dafür nicht, da war uns am Ende irgendwie nicht mehr nach.


    Ganz schön nervig mit den Abzockversuchen.

    Dafür sind die Bilder von den Cenoten toll! :thumbup:


    Allerdings, mega anstrengend.


    Die Cenote hätte mir auch gefallen, der Heckmeck vorher nicht


    Ja, genau so war das.


    Noch nie von Cenoten gehört, interessant :daumen1:


    Nervig allerdings das ganze drumrum und Abzockversuche :(


    Wieder was gelernt :) Gibt bestimmt auch ruhigere, die waren ja direkt neben der Stadt.

    toll!!! Da schlaegt mein Geologenherz gleich schneller!!!

    Die ganze Ecke muss voll von Limestone sein, der sich durch den Saeuregehalt im Wasser aufloest. Dann gibt es diese Loecher und Grundwasser fliesst unterirdisch weiter.

    Das ware mein Traum sowas mal in Realitaet zu sehen


    Na, dann los :)


    Sehr coole Bilder - war bestimmt ein einmaliges Erlebnis!


    Das auf jeden Fall :)

    Tag 4 (05.03.2019): Red Rock Canyon - Scenic Drive und Frühstück bei Ihop





    Die Calico Tanks befinden sich noch relativ am Eingang des Red Rock Canyon Scenic Drives und da das Ganze eine Einbahnstraße ist, liegt der jetzt noch in großen Teilen vor mir. Ich halte allerdings nirgendwo mehr, denn ich bin schon recht spät dran. Als ich oben am Trailende saß und auf Las Vegas hinab geblickt habe, war Tobi bereits auf dem Weg vom Death Valley in die Stadt und ich musste ja noch nach unten laufen und jetzt ein gutes Stück fahren. Ich will ihn einfach nicht noch länger als nötig warten lassen...

    Also mache ich einfach das ein oder andere Bild während der Fahrt.


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    Kurz vor Ende des Scenic Drives habe ich das Tier, vor dem hier überall auf den Schildern gewarnt wird, natürlich mal wieder nicht gesehen: Schildkröten. Was jetzt aber überraschenderweise plötzlich vor mir steht: Ein Esel! Nicht ganz das, was ich erwartet hatte, aber auf jeden Fall auch niedlich!

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    Der Scenic Drive ist vorbei und so langsam brauche ich nun aber doch mal einen Parkplatz, denn worüber ich nicht nachgedacht habe: Am Visitor Center kommt man nur bei der Einfahrt vorbei, nicht bei der Ausfahrt, also fällt hier ein Besuch leider auch aus, vorhin hatte es natürlich noch nicht geöffnet. Ich habe noch immer die Jogginghose an, die ich am Racetrack angezogen habe, weil mir im Auto zu kalt war, aber langsam wird es in der Sonne doch zu warm dafür. Mangels Platz im Koffer musste bei der Klamotten Wahl abgewägt werden und da keine einzige Stadt geplant war habe ich nun folgende Wahl zum Essen gehen: Eine Jogging Hose oder eine vollgestaubte Wanderhose... Wir nehmen die vollgestaubte Wanderhose. Eindeutig.

    Am Straßenrand außerhalb des Red Rock Canyons finde ich dann noch irgendeinen Parkplatz von einem Trailhead, wo zwar einige Autos stehen, aber ansonsten niemand zu sehen ist, also die Gelegenheit sich schnell umzuziehen.

    Um 10:20 Uhr komme ich dann endlich bei Ihop an, wo Tobi schon etwas länger in seinem RAM auf dem Parklatz wartet. Wir haben inzwischen einen Mordshunger, also gehen wir jetzt auch sehr schnell in das Lokal.


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    Das kaffeehaltige Kaltgetränk (Kaffee würden es die meisten vermutlich nicht nennen) steht glücklicherweise auch ziemlich bald vor uns, denn auch das kann ich wirklich gut gebrauchen. Wenn die sich jetzt bitte noch mit dem Essen beeilen würden... Sonst esse ich Tobi!


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    20 Minuten später steht es dann ENDLICH vor uns. Ich habe kein Bild davon und ich kann es mir nicht anders erklären: Ich hatte keine Kraft mehr mein Handy zu halten um ein Foto zu machen, Tobi hat geschlafen, der kann das Gewicht seines Mobiltelefons noch stemmen und daher leihe ich mir einfach sein Bild aus. Dementsprechend ist meine kleine Kinderportion natürlich die hintere. Die Pancakes waren irgendwas buntes mit fancy Namen, den ich allerdings vergessen habe... War ganz okay, aber beim nächsten mal würde ich wieder den Banana Strawberry nehmen. Aber dieser Bacon... <3<3<3


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    Wir haben etwas zu essen, wir sind beide glücklich!

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    Wir lassen uns eine ganze Menge Zeit, einfach nur da zu sitzen und einen großen Haufen Essen in sich reinzustopfen ist auch mal ganz toll. Wir berichten uns noch gegenseitig, wie der Morgen des jeweils anderen so war und ich erfahre, das auch Tobi den Koyoten am Zabriskie Point gesehen hat. Im Gegensatz zu mir hat der allerdings vernünftige Bilder von der Tiersichtung, aber bei mir war es ja auch noch stockdunkel. Kurz vor 12 trennen wir uns wieder, da unsere Pläne für den restlichen Tag und für morgen unterschiedlich sind, wir werden uns also erst am morgigen Abend wieder sehen.

    Ich habe noch eine weite Fahrt vor mir, also wird neben dem Ihop noch einmal vollgetankt.


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    Ich verlasse Las Vegas geradewegs in nördliche Richtung, für mich absolutes Neuland!


    [Hinweis: Wie Tobis Fahrt nach Las Vegas wohl war? Klick]

    Wir sind ja nun wirklich keine Frühaufsteher, aber bei solchen Wanderungen lohnt es sich früh unterwegs zu sein und damit meist auch allein unterwegs zu sein. Wir waren zweimal im Red Rock Canyon, immer irgendwann tagsüber und haben keine Wanderungen gemacht, aufgrund der Menschenmassen.

    Mich hätte immer der Ice Box Canyon Trail gereizt.


    Ich im Urlaub halt schon :) Geht immer und man sieht ja immer wieder, es lohnt sich absolut! Ich glaube tagsüber ist es da schon extrem voll.


    Red Rock Canyon sieht echt schön aus. :daumen1:

    Die beiden Bilder mit LV im Hintergrund und den gelben Felsen vorne sind toll. :clap1:


    Der Ausblick hat mir auch super gefallen :)


    Hmmmm, ich glaube wir waren noch nie im Red Rock Canyon, komisch :/

    Gehört dringend geändert :cap:


    Ich hab es vorher auch noch nie geschafft, obwohl es immer mal wieder geplant war.


    Haben wir auch erst 2015 geschafft.


    Wir sind dann den Ice Box Canyon gelaufen, hat uns sehr gefallen.


    Die Wanderung von Lunchen wäre aber auch nicht schlecht gewesen. :thumbup:


    Den muss ich mur auch mal angucken :)


    Red Rock Canyon sieht wirklich sehr schoen aus


    Und the early bird catches the worm, gut, das ihr so frueh unterwegs gewesen seid. Manchmal ist das richtig gut, frueh auf den Beinen zu sein.

    Nachdem ich das jahrelang jobmaessig musste, bin ich das gar nicht mehr so. Aber hin und wieder bekomme ich dann doch den Rappel und fahre vor Sonnenaufgang zum wandern in den Zion und fluechte, sobald die Menschenmassen auftauchen


    Kann ich verstehen, da wird es ja immer sehr voll.


    Schöner trail! Im Hochsommer war es uns immer zu heiss.


    Mir kanns ja gar nicht zu heiß sein :D

    Tag 3 (22.02.2021) - Cenoten Samula und Xkeken Teil 1: Cenote Samula




    Bitte entschuldigt die kreative Schaffenspause, aber die letzten Tage waren sehr turbulent (positiv) und von ziemlich viel Schlafmangel geprägt. Da hatte ich weder den Kopf, noch die Zeit um hier weiterzumachen, aber jetzt bin ich wieder voll da :)
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    Kein Yucatán Besuch ohne Cenote. Wurde mir so gesagt. Also wurde eben nochmal schnell umgeplant und eine davon eingebaut und zwar "Xkeken", denn die soll schön sein und befindet sich praktischerweise direkt vor den Toren von Valladolid und beudeutet so gut wie keinen Umweg.

    Doch, was sind Cenoten überhaupt?

    Als Cenoten werden Höhlen mit Grundwasserzugang bezeichnet, deren Erscheinungsbild oftmals von einem Loch in der Decke geprägt ist. In Yucatán gibt es unglaublich viele davon, ein Hinweisschild entdeckt man bestimmt alle 20km. Einige sind touristisch erschlossen mit Gastronomie und Spinten, es gibt aber auch noch ganz wilde und ursprüngliche Geheimtipps, die uns aber beim ersten mal zu abenteuerlich sein sollen. Es gibt ganz verschiedene Cenoten, einige haben ein kleines Loch in der Decke, andere sind komplett unter Tage und wieder andere erinnern mittlerweile mehr an einen gewöhnlichen See. Das Wort "Cenote" geht auf das yucatekische Maya Wort "ts'ono'ot" zurück, das so viel wie "Heiliger Quell" bedeutet.

    Den kurzen Weg von ca. 15 Minuten fahre ich nun wieder, da Marc sich zum Frühstück einen Maya Kaffee gegönnt hat, ohne zu wissen was das eigentlich ist. Um es kurz zu machen: Kaffee mit einem lokalen Schnaps drin :biggrin: Die Fahrt aus der Stadt heraus ist wieder etwas nervig, besonders die lange Baustelle, bei der lebendige Ampeln um ihr Leben winken. Da hätte ich ja Bock drauf bei den Temperaturen :eek:

    Der Parkplatz der Cenote ist komplett leer und wir haben noch nicht den Motor ausgemacht, als auch schon ein Typ neben dem Auto steht und uns im gebrochenen Englisch für dieses Ausflugsziel begeistern möchte. Das finde ich ja auch immer großartig. Wenn ich schon irgendwo parke, dann muss ich in der Regel nicht mehr von einem Besuch überzeugt werden. Offensichtlich handelt es sich hier sogar um zwei Cenoten, die man etwas vergünstigt als Kombination nehmen kann, was wir dann auch machen. Eine einzelne würde 80 Pesos Eintritt kosten, beide zusammen 120, klingt fair, machen wir.


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    Nachdem wir brav unseren Eintritt entrichtet haben bekommen wir die Information, dass Schwimmwesten Pflicht sind und das diese eine extra Leihgebühr von 200 Pesos kosten. Das macht mich jetzt ja wieder etwas sauer, das hätte man auch einfach mal vorher sagen können und das teile ich auch mit... Sehr erfolglos, denn man versteht mich sowieso nicht :rolleyes::biggrin:


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    Wir biegen zuerst nach rechts ab, zur Cenote Samula, als wir von zwei Typen mit einem Papagei auf der Schulter angequatscht werden, wir sollen doch ein Foto mit dem Tier machen. Erstens haben wir dazu aber keine Lust und zweitens müssen wir das sicher eh wieder extra bezahlen, also lehnen wir dankend ab.


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    Jetzt kommt mal wieder mein ganz persönlicher Horror: eine "Straße" mit gefühlt 1000 Souvenierständen, die alle exakt das gleiche verkaufen, nämlich total hässliche Kleider. Wer kauft das alles???!! Wir sind ja jetzt zum Glück noch recht früh da und die einzigen Gäste, so werden wir aus allen richtungen recht müde und unengagiert dazu aufgefordert etwas zu kaufen und können zum Glück relativ gut durchlaufen.



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    Wir erreichen den Stand mit den obligatorischen Schwimmwesten und stellen fest, das diese hier offensichtlich nur für DIESE Cenote benutzt werden dürfen und wir uns bei der anderen neue leihen müssen :mad: Der Typ hier spricht allerdings gar kein Wort englisch mehr und so wird die Konversation wirklich zur Geduldsprobe. Was wir verstehen: Er hat absolut kein Wechselgeld und wir müssen an der Kasse wechseln gehen. Mittlerweile sehr genervt laufen wir durch die monotone "very cheap", "which one?"- Hölle zurück wieder zur Kasse, wo wir dafür sorgen, das wir beide 200 Pesos passend haben. Auch das gestaltet sich aber als schwierig, weil der Typ dort angeblich auch kein Wechselgeld hat (ist klar) und dann Geld von meiner Kreditkarte einziehen möchte und mir das bar auszahlt. Äääähm. Nein. Als ich frage was mit der Nachbarkasse ist hat er dann plötzlich doch Scheine. Also, so langsam fühle ich mich ein klein wenig verarscht. Uuuuuund wieder zurück ("only one dollar").

    Zurück beim Schwimmwesten Typen drücken wir ihm pro Person 200 Pesos in die Hand und bekommen 180 zurück. Hääää??? Jetzt versteh ich gar nichts mehr. Wieso? Und wieso hat der doch Wechselgeld?? Und wieso sagen alle 200, wenn es 20 kostet? Schön, aber meine Nerven!

    Wir kommen dann endlich zu den Umkleidekabinen!


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    Sonnencreme ist hier übrigens zum Schutz der Natur nicht erlaubt, macht nichts, haben wir zum Glück eh noch nicht benutzt und ich denke eher nicht, das man sich da unten eine Verbrennung holen kann. Die Spinte sind überraschenderweise sogar gratis, auch wenn unsere großen Rucksäcke quasi gar nicht da rein passen, bzw. nur mit sehr viel Gewalt.

    Jetzt wird es spannend, eine Treppe führt uns nach unten in die Höhle.

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    Der erste Blick in die Cenote ist mega beeindruckend. Es ist sehr dunkel und das einzige Licht fällt durch ein großes Loch in der Decke und beleuchtet eine Fläche im Wasser. Das ist so klar, das man die Fische sogar von hier oben erkennen kann.

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    Die Schwimmweste ist total kacke, weil sie sich nicht mehr verstellen lässt und viel zu weit ist. Dementsprechend hängt die mir andauernd irgendwo am Hals, aber das ist jetzt nicht zu ändern. Das Wasser ist relativ kühl, aber gut auszuhalten. Hier schwimmen eine Unmenge an größeren Welsen und Guppys, über die ich mich besonders freue, denn die hatten wir früher im Aquarium :) Ansonsten sind wir hier fast alleine und genießen die herrliche Ruhe und grandiose Atmosphäre und lassen uns einfach ein bisschen herumtreiben.


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    Ohne viel Bewegung wird es irgendwann dann aber doch etwas kalt und so freuen wir uns über den ersten Einsatz der GoPro und beschließen uns die nächste Cenote, also die, in die wir eigentlich wollten, zu besuchen.

    Der Morgen war ja dann doch sehr entspannt.


    Ach ja, Kaffee ohne Zucker - kein Problem, wenn man sich daran gewöhnt hat.


    Konnte ich nie glauben, am Anfang hab ich immer 2 Würfel Zucker rein getan, dann einen und jetzt geht es echt ohne. Aber wirklich nur mit einer Menge aufgeschäumter Milch :D Der Anteil muss schon deutlich höher sein als der Kaffee Anteil :D


    schoene bunte Haeuser, das gefaellt mir.

    Und das Fruehstueck sieht lecker aus.

    Kaffee trinke ich schon immer voellig schwarz, mit Zucker oder Milch kann ich mir das gar nicht vorstellen =O


    Da rollen sich meine Fußnägel hoch :smile:


    Ist offensichtlich eine sehr schöne Stadt. Da waren wir leider nicht.

    Ich trinke gerade einen vierfachen Espresso mit vier Löffel Zucker. ;-))

    Erinnert mich an Indianerschmuck. :whistling:


    Oha :D Das ist ne Menge!


    Schönes Städtchen! Mir fällt bei den Einheimischen im Hintergrund auf, dass die meisten Masken tragen, obwohl sie im Freien sind. War das dort so üblich oder vorgeschrieben?


    Eine Pflicht gibt es in weiten Teilen Mexikos nicht, in Chiapas aber zum Beispiel schon später. Wir waren auch sehr überrascht, wie disziplieniert dort alle waren, was das Thema angeht. Auch die Kontrollen, wenn man irgendwo rein wollte... Immer Fieber messen, Hände desinfizieren... Viel besser als bei uns.


    Schönes Städtchen!


    Fanden wir auch :)


    Das gefällt mir :daumen1:


    Ich war auch angenehm überrascht!



    Danke :)


    Gut, Alkohol interessiert mich sowieso nicht wirklich und grad von Tequila hab ich noch ein Trauma von einer Vor-Abi Feier. Wär mal ganz nett und interessant gewesen, aber kein muss für uns.


    Fotogenes Städtchen.


    Definitiv :)

    Tag 3 (22.02.2021) - Ein Morgen in der schönen Kolonialstadt Valladolid



    Die Fahrt hält jetzt erst einmal keine Überraschungen bereit, einen Großteil der gestrigen Strecke müssen wir nun einfach wieder zurück fahren. Haute morgen ist in Rio Lagartos so gar nichts los und so kommen wir auch aus dem Ort heraus, ohne eine Kollision mit einem durchgedrehten Touranbieter :biggrin: Die erste halbe Stunde ist verdammt gruselig, denn das Sumpfgebiet rechts und links der Straße ist an diesem Morgen extrem nebelig und die Schwaden ziehen vor und über unserem Auto entlang. Viel sieht man also nicht und wir müssen dementsprechend langsam und vorsichtig fahren. Mittlerweile haben wir ja auch gelernt, das jederzeit ein wildes Schlagloch auftauchen kann. Bei der Gelegenheit stellen wir auch wieder fest, dass unsere Scheibenwischer von Schrottkarre einfach mal komplett nutzlos sind. Der einzige Effekt ist, dass alles verschmiert wird und man noch viel weniger sieht als vorher, da kann man nur hoffen, dass es nicht viel regnen wird im Laufe der zwei Wochen.

    Die Tequila Brennerei holen wir auch heute nicht nach und lassen sie erneut - diesmal rechts - liegen. Wir sind noch früher unterwegs als eh schon geplant und um die Uhrzeit hat sie noch nicht geöffnet. Eine Stunde vor verschlossenen Toren warten ist uns auch zu doof, dafür ist die Zeit zu wertvoll. Die Ziele für heute sind vielversprechend, da will ich nicht in Zeitnot geraten.

    Als wir nach Valladolid reinfahren, werden wir beide schon etwas nervös, denn auch hier wird die Spuranzahl überall spontan erweitert, aber ansonsten geht es recht zivilisiert zu. Parken können wir direkt im Zentrum der Stadt neben der großen Kathedrale und zwar vollkommen problemlos und vor allem: kostenlos und ohne Zeit Begrenzung. Sowas kenne ich von Innenstädten ja mal so gar nicht. Was ich allerdings kenne, ist diese Pizza Kette :D


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    Der erste Eindruck von der mexikanischen Kleinstadt im Kolonialstil: Gemütlich, authentisch, sympathisch und lebendig. Das alles können wir allerdings nur sehr bedingt genießen, denn ich muss relativ dringend auf Klo und Marc muss so RICHTIG DRINGEND auf klo, was eigentlich auch für mich noch viel schlimmer ist, in der Häufigkeit wie ich darauf hingewiesen werde :D Die erste Mission ist also das Ausfindig machen eines stillen Örtchens, aber ein paar Fotos kann man dabei ja trotzdem schon mal machen. Wir parken immerhin direkt neben der größten Sehenswürdigkeit Valladolids, die Iglesia de San Servacio und dem dazugehörigen Park. Überrascht bin ich von den Dimensionen, gefällt mir sehr, sehr gut!

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    Wir latschen ein wenig ziellos durch die Gegend, weichen Bürgern aus, die anfangen ihr Gemüse auf dem Gehweg zu schnibbeln und stellen schnell fest, dass es so etwas wie öffentliche Toiletten in der Innenstadt nicht zu geben scheint. Irgendwann sind wir einmal um den sehr hübschen pastellfarbenen Block gelaufen und fast wieder am Auto (Es ist übrigens schon unglaublich heiß um 8:30 Uhr) ...

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    ... als uns ein kleines Café anlacht. Gefrühstückt haben wir sowieso noch nicht, hier sieht es nett aus und Toiletten gibt es auch, also treten wir ein, auch wenn wir ein wenig Angst vor den Preisen haben, bei dem tollen Blick auf die Kathedrale.

    Ich trinke hier meinen allerersten Kaffee ohne Zucker, das wollte ich mir eh mal angewöhnen und der ist wirklich lecker. Mittlerweile habe ich es auch zuhause geschafft, das komplett wegzulassen :) Ich nehme noch ein leckeres Omlette dazu und am Ende zahlen wir pro Person umgerechnet keine 5€, also vollkommen umsonst Gedanken gemacht. Als wir hier so sitzen und unseren Kaffee trinken kommt so ein richtig entspanntes Urlaubsfeeling auf. Ich habe noch nicht viel von Valladolid gesehen, aber es gefällt mir hier!


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    Ich habe mir ein paar Punkte in meiner Navigationsapp gespeichert, die in Valladolid sehenswert sein sollen und die wollen wir jetzt einfach mal ganz entspannt ablaufen. Ein bisschen Zeit haben wir und hier ist irgendwie alles so hübsch und easy, da bekomme sogar ich Lust auf einen Stadtbummel. Der Eindruck verstärkt sich auch nur, je weiter wir laufen.

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    Über die hübsche Calle 41A erreichen wir nach ca. 15 Minuten Spaziergang das Kloster Ex-Convento de San Bernardino de Siena, das wohl bekannteste Bauwerk Valladolids außerhalb des Stadtzentrums. Zu normalen Zeiten kann man das Gebäude auch von innen besichtigen, aber das scheint grad nicht möglich zu sein. Ich denke aber, das liegt eher an der Uhrzeit, als an Corona.

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    Auf der riesigen Rasenfläche vor dem Kloster sind zahlreiche Gärtner mit der Bewässerung beschäftigt, ansonsten sind wir hier noch vollkommen alleine unterwegs. Die anderen Touristen schlafen wohl noch, sind beim Frühstück oder es ist momentan einfach leer.

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    In Mexiko ist es so üblich, das die Städte an markanten Plätzen alle den Ortsnamen in gigantischen Buchstaben herumstehen haben. Der Schriftzug von Valladolid sieht bei uns ganz anders aus als auf den Google Bildern, denn da waren noch keine Motive drauf. Ich find's ziemlich cool und der nette Gärtner, der mitten im Weg steht, macht sich grinsend aus dem Staub, damit wir unsere Bilder machen können. Dafür bedanken wir uns natürlich artig und beeilen uns.

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    Wir setzen uns hier ein paar Minuten auf eine Bank und genießen den friedlichen Anblick. Diese ganzen Häuser hier sind einfach nur schön, mir hat schon lange keine Stadt mehr so gut gefallen. Das ist viel mehr mein Ding als moderne Architektur und Glasbunker.

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    Wir laufen den gleichen Weg zurück und kommen auch bald schon wieder an der Kathedrale an. Wir fahren nicht sofort wieder, sondern drehen noch eine kleine Runde durch den kleinen Park auf der anderen Straßenseite. Hier entdecke ich eine RIESIGE Mexiko Flagge, in der Größe habe ich bisher nur einmal eine in den USA gesehen, ich glaube das war in Hurricane. Leider (naja, eigentlich gut!) weht grad so gut wie kein Wind und es ist uns nicht vergönnt, die Landesfarben in ihrer vollen Pracht zu bewundern.

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    Um halb 11 haben wir zwei entspannte Stunden in dem kleinen Bereich der Stadt verbracht und schlendern langsam mal zurück zum Auto, immerhin haben wir noch etwas vor! Das nächste Ziel wurde relativ kurzfristig vor Abflug noch eingeschoben, denn man kann scheinbar keine Reise durch Yucatán machen, ohne das mitzunehmen. Dazu später aber mehr.

    Das Auto ist bereits aufgeschlossen, die eiskalte Cola aus der Kühlbox in meiner Hand, dem Verkäufer des anliegenden Souveniershops eine Abfuhr erteilt, als ich feststelle, das mich die Auslage doch sehr anspricht. Also die Dose wieder zurück in die Box, das Auto wieder aufwändig verschlossen und ab in den Shop voller Masken und Maya Kalendern. Natürlich aaaaaalles handgemacht. Natürlich. Ich habe schon vorher von diesen Sachen gelesen und bin relativ sicher, das das China Ware ist. Im Laufe des Tages bin ich mir da nicht mehr nur sicher.... :lach3: Ändert aber nichts daran, das ich den Kram total schön finde und direkt mal drei Masken einpacke, eine größere und zwei kleinere, denn das ist GENAU das, was ich für eine bestimmte Wohnzimmerstelle noch brauche.

    Jet lag sei Dank! Super Bilder vom Sonnenaufgang! :love:


    Neee, der Wecker wäre ja eh vor dem Sunrise gegangen. Aber immerhin konnten wir so vorher in Ruhe packen :D


    Superschöner Sonnenaufgang :sun2:


    Wahrscheinlich wird aus Sicherheitsgründen abgeschlossen, trotzdem irgendwie befremdlich.


    Denke auch... Aber man hätte was sagen können und im Notfall muss man ja auch irgendwie rauskommen.


    Traumhaftes einmaliges Licht.

    Hätte man das vorher geahnt,

    dann hätte man wirklich mega Fotos machen können.

    LG yvy


    Ja, das war echt sehr schön!


    Ein schöner Sonnenaufgang.


    Das Problem mit den dünnen Laken als Bettdecke kenne ich. Deshalb haben wir meistens unsere dünnen leichten Schlafsäcke dabei.


    Voll ätzend. Zum Glück war das selten in den zwei Wochen.



    Traumhafter Sonnenaufgang, tolle Farben :love:


    Die werden schon wissen, warum sie nachts rundrum alles zusperren, aber dass es für Gäste keine Möglichkeit gibt rauszukommen, ist schon seltsam


    Ja, schon, aber man muss doch wenigstens rauskommen?! Das niemand reinkommt ist ja erstmal gut. Außerdem wäre eine Info nett gewesen.


    Ich glaube ich wäre ausgerastet - so ein toller Sonnenaufgang und man kann nicht aus dem Haus. ist eh ein Unding.


    Ja...Genau so!


    Herrliche Farben zum Sonnenaufgang


    Eingesperrt, verrückt :cursing:


    Allerdings... Immerhin war es auch so ganz schön!

    Tag 3 (22.02.2021) - Ein friedlicher Sonnenaufgang in Rio Lagartos, wenn auch eingesperrt!




    Der Wecker soll uns eigentlich um 5:45 Uhr wecken, daraus wird allerdings wieder nichts. Der Jetlag ist noch nicht ausgestanden und so bin ich auch heute wieder von alleine um 5 Uhr wach. Allzu gut geschlafen haben wir beide nicht, denn es gibt hier nur diese komischen dünnen Laken-Decken, die kein Mensch braucht. Ich finde die ja total unnötig, vor allem wenn eine Klimaanlage im Zimmer ist. Ich brauche einfach eine richtige Decke, auch im Sommer, diese Tüchlein finde ich schon in Spanien immer total ätzend. Mit Klimaanlage ist zu kalt, ohne zu warm und stickig, denn die Luftfeuchtigkeit nimmt Nachts nicht unbedingt ab.

    Egal, jetzt sind wir wach und packen schon mal die Koffer zusammen, so können wir uns in Ruhe den Sonnenaufgang auf dem Balkon anschauen, der für 6:18 Uhr angekündigt ist. Es fühlt sich viel wärmer an als gestern morgen und so fliegt der Pulli auch direkt wieder in's Zimmer. Die Lichtverhältnisse und die Stimmung sind wunderschön und die Ruhe ein Traum. Das Wasser ist spiegelglatt und die Straßen sind auch noch leer.


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    Die Sonne geht relativ weit rechts auf, also nicht über dem Wasser, sondern irgendwo hinter dem anderen Balkon, der im Blickfeld ist. Ich will schnell runter an die Straße um einen unverbauten Blick zu haben, also schnell in die Schuhe, Zimmerschlüssel gegriffen und ab nach unten. Dummerweise komme ich aber nur bis zum Pool, denn die Rezeption, durch die man durch muss, ist noch abgeschlossen. Wie jetzt, hat man uns über Nacht etwa eingesperrt?! Ich gehe hinten raus zum Parkplatz und den Autos, aber auch das Tor ist abgeschlossen. Da können die aber froh sein, das wir nicht vor dem Sonnenaufgang schon weg wollten, ansonsten hätte das ordentlich Theater gegeben :mad: Jetzt nervt es mich zwar wegen des Sonnenaufgangs, aber da wir eh früher dran sind als gedacht, kann ich das noch verkraften. Ich laufe also schnell die enge Wendeltreppe wieder hoch und zurück auf den Balkon, wo die Sonne dann auch schon bald aufgeht.

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    Um halb 7 bringen wir dann die Koffer schon mal zum Auto und sehen dabei, dass die Rezeption gerade aufmacht. Während wir das Auto beladen wird dann auch das Tor geöffnet und wir können auschecken.

    Das Meer und das Abendessen sehen super aus.


    Ja, das war schön :)


    Wieso hab ich jetzt Hunger? :zuck:


    Weiß nicht :P Ich könnte aber auch mal was essen.


    hach, warum vermisse ich das Meer jetzt gerade so doll? Klar, ich habe deine Bilder gesehen.

    Und das Essen sieht lecker aus, jetzt habe ich Hunger


    Ich auch! Ich mach mir jetzt mal ein Steak :D


    Na, das war doch ein versöhnlicher Tagesausklang und das Essen sieht mega aus :sab:


    Stimmt, so war es auch :)



    Huhuuuu :)


    Ja, das war ne Aktion... Aber dann doch ganz witzig, Bei der Anfahrt wollten wir natürlich nicht einfach wieder fahren, auch wenn ich am Anfang echt kurz davor war, so dreist fand ich das alles.


    Die Unterkunft war nicht schlecht, das heißt ja nur, dass der Rest umso besser wird. Wie gesagt, es kann sich ja niemand merken wer was mag :P Ist auch zugegebenermaßen schon lange her das ich was von dir gelesen habe. Ich glaube das war so ziemlich bei meiner Anmeldung hier :/

    Irgendwie habe ich das Gefühl, das richtige Gefühl für Mexico ist noch nicht aufgekommen. :zuck:


    Ich persönlich würde auch keine Rundreise dort machen, wäre mir zu "stressig" mit all den Unwägbarkeiten.


    Nee, das würde ich so nicht sagen... War auf jeden Fall ein super schöner Urlaub, definitiv der schönste nicht-USA Urlaub für mich bisher.

    Tag 2 (21.02.2021) - Abend im Fischerdorf Rio Lagartos, oder wenn die Augen größer sind als der Magen




    In Rio Lagartos waren wir vorhin ja schon fast, wir müssen jetzt also "nur" noch diese unmögliche Straße mit den Mondkratern lebend zurückkommen. Wobei ich mir um uns nicht allzu viel Sorgen mache, aber es wäre auch schön, wenn das Auto an einem Stück dort ankommen würde. Jetzt wissen wir ja, das wir aufpassen müssen und die Löcher ganz plötzlich im Schatten auftauchen, dementsprechend gemütlich sind wir nun unterwegs. Nach einigen Schlangenlinien Manövern ist der Spuk dann auch vorbei und wir kommen wieder gut vorwärts - Immerhin. Auch scheint noch immer keiner der Reifen Luft zu verlieren, das hätte mich im nachhinein auch nicht gewundert. Aber alles gut.

    Rio Lagartos kann man eigentlich auch schon mehr oder weniger als das Ende der Welt bezeichnen. Es führt nur eine Straße von Süden aus hin und die endet dann am Meer - Sackgasse. Der Ort beginnt mit einigen verfallenen Häusern und die Straßen werden enger und verwinkelter, je näher man kommt. Unser Hotel für heute Abend ist das El Perico Marinero direkt am Wasser. Hier wird es jetzt nochmal etwas stressig, denn hier passt definitiv nur ein Auto durch, es scheint aber auch keine Einbahnstraße zu sein. Überhaupt habe ich gelesen, das in Mexiko in den Orten fast alles Einbahnstraßen sind, es aber recht schwierig ist sie als solche zu identifizieren. Meistens gibt es kein Schild und man kann es nur an der Parkrichtung der Autos erkennen - Aha. Hier wird aber in beide Richtungen geparkt, alle 2 Meter rennt einem entweder irgendein Hund vor's Auto, oder ein lebensmüder Touranbieter, der mit vollem Einsatz seines Lebens wieder irgendeine Flamingo Tour an den Mann bringen möchte. Irgendwann kommen wir am gleichnamigen Restaurant an und parken im Hinterhof, packen unseren Kram zusammen und ziehen unsere Koffer zum Eingang, nur um dort gesagt zu bekommen, das man zwar zusammengehört, das Hotel aber 7 Querstraßen die Straße rauf ist - daher kommen wir grad. Boooooah :mad: Ein bisschen nervig ist dieser Tag ja irgendwie schon :D Also alles wieder in's Auto, Schlangenlinien um Hunde und Touranbieter zurück und dann finden wir auch das richtige Gebäude. Einen echten Parkplatz sehen wir nicht, also stellen wir das Auto zunächst mal vor dem Eingang ab, zumindest bis wir das Gepäck los sind.

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    Der Empfang in der kleinen Rezeption ist sehr herzlich und familiär, wir fühlen uns gleich sehr wohl und willkommen. Ich dachte allerdings, dass das Zimmer bereits bezahlt ist, ist es aber nicht und nach einem kurzen Blick in meine Buchungsbestätigung sehe ich meinen Fehler auch ein. Leider geht meine Kartenzahlung auch nach dem 2. Versuch nicht durch und Bargeld haben wir nicht mehr genug. Es liegt allerdings nicht an mir, sondern an dem WLAN für das Terminal, auch das Gästewlan scheint momentan nicht zu funktionieren. Ich schaue mal zur Sicherheit in mein Online Banking und kann die vorgemerkte Abbuchung sehen. Das zeige ich dann und dann ist es auch in Ordnung und wir werden zu unserem Zimmer gebracht. Das befindet sich natürlich mal wieder im 2. Stock und als wäre das nicht genug, geht es dorthin nur über eine steile Wendeltreppe, großartig mit unseren fetten Koffern :biggrin: Aber auch das geht irgendwie und als Belohnung haben wir immerhin eine nette Aussicht und einen riesigen Balkon. Überdimensional riesig ist auch das Zimmer, hier drin könnte man eine ordentliche Partie Badminton spielen. Alles ist so weit sauber, nur das Bad ist schon ziemlich in die Jahre gekommen. Für eine Nacht wird es reichen (Im nachhinein ist das mit Abstand die schlechteste Unterkunft der Reise, also passend zum Tag)

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    Nachdem Marc das Auto auf den richtigen Parkplatz hinter dem Haus gebracht hat, setzen uns ein wenig auf den Balkon und lassen die Umgebung auf uns wirken. Mittlerweile haben die Anbieter scheinbar Feierabend gemacht und es ist glücklicherweise Ruhe im Karton auf der Straße. Die zahlreichen Fischerboote sind auch zurückgekehrt und so wirkt es hier inzwischen sehr idyllisch und auch das Meeresrauschen und die einsetzende Dämmerung tragen zur friedlichen Stimmung bei.

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    Ich versuche mal Duschen zu gehen, denn langsam ist es relativ frisch draußen und in Kombination mit der klebrigen Sonnencreme und dem Mückenschutz auf der Haut, fühle ich mich etwas eklig und würde ungern so essen, geschweige denn ins Bett gehen. Bei dem Versuch bleibt es dann zunächst aber auch, denn die Bedienung der Duscharmatur ist des Todes!!! Tobi wäre stolz auf mich, hätte ich ein Foto davon gemacht... Habe ich aber nicht (Bei dem gab es mal am Abend von jedem Tag eine Bewertung der Duscharmatur und dessen Schwierigkeitsgrad :smile: ). In dem Moment habe ich mich zu sehr aufgeregt, denn egal was ich mache, das Wasser bleibt eiskalt. Unverrichteter Dinge gehe ich wieder raus und lasse Marc den Vortritt. Der schafft es nach einer halbem Ewigkeit auch und lässt die Einstellung GENAU SO wie sie ist und dann geht es auch bei mir nach langer Wartezeit. Der Wasserdruck ist zwar quasi nicht vorhanden, aber dann dauert es eben länger, Hauptsache es geht!


    Jetzt geht's aber endlich zum Essen! Auf dem Weg zurück zur Rezeption kommen wir am hübsch beleuchteten Pool vorbei.


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    An der Rezeption lassen wir uns einen 10% Gutschein für das angeschlossene Restaurant geben. Also das "angeschlossene"... Die Rede ist natürlich von dem Lokal, bei dem wir vorhin zuerst gelandet sind, sprich 7 Querstraßen weiter. Die wollen wir jetzt laufen, denn ein bisschen Bewegung am Abend kann nicht schaden. Die Abbuchung ist wohl angeblich doch nicht durchgegangen, ich schau nochmal nach - stimmt, ist weg. Die Dame an der Rezeption wäre bis 23 Uhr da, wir können es gerne dann nochmal mit der Karte probieren, das machen wir dann auch.

    Jetzt, wo es dunkel ist, sind keine Hunde mehr auf der Straße zu sehen, dafür aber einige Katzen. Die Luft ist jetzt sehr angenehm, für kurze Sachen ist es aber mittlerweile zu kalt, mit Hoodie geht's. Rio Lagartos ist komplett ausgestorben bis auf wenige vereinzelte Fischer, die erst jetzt mit ihren Booten zum Ufer zurückkehren oder ihr Glück mit Netzen am Ufer versuchen. Außerdem treffen wir auf eine kleine Gruppe Guides mit Feierabend Bier, die uns im vorbeigehen fragen, wie es denn mit einer Flamingotour morgen wäre - da muss ich dann aber schon wieder lachen :lach3: Gott sei Dank sind wir morgen sehr früh hier weg, da steht hoffentlich noch niemand im Weg herum. Im Internet wird auch Rio Lagartos noch als idyllischer Geheimtipp ohne Tourismus gehandelt, ich glaube sogar gerne, dass das noch nicht allzu lange her ist, aber die Zeiten sind defintiv vorbei.


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    Alle Restaurants sind schon geschlossen bis auf das, wo wir hinwollen. Auch hier sitzt allerdings NIEMAND mehr, was uns schon komisch vorkommt. Es ist doch erst 19 Uhr?! Ist hier einfach sonst niemand und deshalb stürzen sich alle Guides auf uns? Eine Wahl haben wir mangels Alternativen eh nicht, also setzen wir uns und bestellen uns erst mal einen Cocktail. Mein Pina Colada kommt mit Zimt, was mich hier noch ziemlich verwirrt, in Mexiko aber scheinbar normal zu sein scheint.


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    Wir überlegen ewig was wir essen möchten, aber es kommt einfach nichts vernünftiges dabei herum, weil alles mega lecker klingt. Als ich mich dann endlich, nach langem hin und her, dafür entschieden habe zum ersten Mal in meinem Leben Lobster zu probieren, ist der natürlich aus. Alles andere ist da. Also bitte, das kann man doch vorher sagen?! Wird aber nicht das letzte mal sein, das sowas passiert. Am Ende eskaliert es vollkommen und jeder von uns bestellt ein Hauptgericht und zwei Appetizer. Dazu kommt noch ne gratis Portion Tortilla... Um es kurz zu machen: Ein Appetizer hätte mir gereicht von der Menge her, super lecker ist aber alles und günstig noch dazu.

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    Am Ende zahlen wir umgerechnet ca. 30€ und bei der Gelegenheit will ich euch die hübschen bunten Scheinchen mal zeigen

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    Ich bin echt froh das wir zu Fuß gegangen sind, so kann man jetzt immerhin noch einen kleinen Verdauungsspaziergang einlegen, das geht gar nicht! Am liebsten wäre ich aus dem Laden rausgerollt :smile:

    Die Katzen hier sind nicht so kooperativ, wie ich es gewohnt bin! :rolleyes:

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    Zurück im Hotel gelingt dann auch endlich die Zahlung des Zimmers und wir setzen uns noch ein wenig auf den Balkon. Ich sichere schon mal die Bilder von der Kamera auf den Laptop, wenn man ausnahmsweise schon einen dabei hat... Mir wird es aber schnell zu kalt und außerdem war es ja auch ein langer Tag. Das Bett ruft!

    Was für ein le(e)hrreicher Tag! :lach3:


    Stimmt ;-))


    Echt fancy :smile:


    Richtig :smile:


    Ich konnte Deinen Bericht leider nicht sofort verfolgen, da ich im Krankenhaus lag. Dafür aber jetzt intensiver, er gefällt mir sehr. In den 60er Jahren habe einmal die Gegend südlich von El Paso besucht., bis nach Chiuahua. Das war für mich eine tolle Erfahr :snake: ung und eine andere Welt.


    Macht ja nichts, ich hoffe dir geht es wieder gut?? Ich freu mich das du noch dabei bist :)


    OMG ... das klingt ja mehr als anstrengend 8)


    Ja, ein bisschen :D


    Doof gelaufen, toll zu lesen - danke!


    Danke.. :D

    Was für ein Tag. Auf so etwas hätte ich auch absolut keine Lust.


    Ich kann drüber lachen. Danach direkt und jetzt mittlerweile sowieso :D


    Stimmt, man sieht einen toten, verseuchten See. Wird wohl nix mit dem aufstrebenden Instagram Influencer. ;-))


    Naja, verseucht ist der nicht unbedingt, denn die Färbung ist ja natürlich. Aber ja, das es mit der Influencer Karriere eher nichts wird ist mir auch schon aufgefallen :(


    So ein Nepp


    Jo :D

    Tag 4 (05.03.2019): Red Rock Canyon - Calico Tanks Teil 2




    Die Calico Tanks sind das eigentliche Ziel der Wanderung, zumindest das offizielle. Inoffiziell geht es aber noch ein Stück höher und man soll eine tolle Aussicht auf Las Vegas haben. Ich sehe hier aktuell noch gar nichts, außer hohe Felsen um mich herum, also muss ich irgendwie nach oben. Ich probiere mehrere Wege aus, aber alles funktioniert nicht so richtig, aber Aufgeben wenige Meter vor dem Ziel ist keine Option. Irgendwann erblicke ich einen potenziellen Weg ein Stück über mir, ich muss nur ein kleines Stück zurücklaufen um einen geeigneten Einstiegspunkt zu haben, von hier unten komme ich da nicht hoch.

    Diesmal funktioniert es und ich habe die grandiose Fernsicht ganz für mich alleine. Ich lege den Rucksack ab, setze mich auf die Felsen und genieße den wunderbaren Ausblick auf den Strip und die Großstadt, die beängstigend Dunstverhangen ist. Ob das jetzt Smog ist oder einfach Morgennebel... Keine Ahnung. Wenn man sich einredet es sei letzteres, dann ist das irgendwie mystisch und sieht ziemlich cool aus.


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    Mit dem Anblick verweile ich eine ganze Zeit, mache noch ein Video für die Whats App Gruppe, das ich hier auch gleich posten kann. Seit ich am höchsten Punkt angekommen bin funktioniert nämlich auch das Netz wieder einwandfrei, während der Wanderung hatte ich keins. Eine ganze Stunde habe ich bis nach hier oben gebraucht, das ist deutlich länger als ich geplant hatte, aber das liegt vor allem daran, das ich andauernd den richtigen Weg suchen musste. Gegen 08:30 Uhr mache ich mich auf den Rückweg, der deutlich schneller geht, auch wenn ich mir hier auch nochmal verirre, weil ich den passenden Abstieg zum Bach verpasse und nicht mehr runter komme. Aber eben nur einmal und nicht gefühlt 10x. Ganz untypisch mache ich auf dem Rückweg kein einziges Foto mehr, vermutlich weil ich voran kommen möchte und auf dem Hinweg bereits gefühlt jeden Stein fotografiert habe.

    Kurz nach 9 Uhr bin ich wieder am Auto, nachdem mir kurz vor Ende Massen an Menschen entgegengeströmt kamen (Der Parkplatz ist jetzt voll), und so langsam aber sicher macht sich dann doch etwas größerer Hunger breit, der nicht mehr mit einem Müsliriegel abgespeist werden kann. Zum Glück konnte ich mich vorhin mit dem Netz an der Aussicht auf Las Vegas mit Tobi zum Frühstück verabreden, also auf geht's, der Magen knurrt!


    Trailfakten:


    Länge: 2.2 Meilen / 3,5 km

    Dauer: 1,5 - 2h

    Einstufung Schwierigkeit: Moderate, man muss einiges klettern und es geht auf dem Hinweg quasi permanent bergauf über Slickrock und Treppen. Dafür ist der Trail aber nicht allzu lang.

    Erreichbarkeit: Befestigt, PKW. Achtung: Einbahnstraße

    Kosten: 15$ oder National Park Pass

    Fazit: Eine wunderschöne Wanderung durch ein tolles Gebiet, der Trail ist sehr abwechslungsreich und wird nie langweilig, am Ende wird man dann noch mit einer tollen Aussicht belohnt. Besonders empfehlenswert um dem Trubel in Las Vegas für einen Moment zu entkommen.

    Tag 4 (05.03.2019): Red Rock Canyon - Calico Tanks Teil 1




    Da sitze ich nun also in meinem Rogue, es ist kurz nach 4 Uhr, Tobi schläft vermutlich schon und ich muss mir jetzt zügig überlegen, wohin die Reise gehen soll. Wie bereits geschrieben, eigentlich wollten wir gemeinsam den Extraterrestrial Highway fahren, aber nicht nur, das uns die Fahrzeit heute zu lang ist, nein, dort sind auch für heute 7°C und Dauerregen angesagt... Wer will das schon? Ich habe jetzt keinen Ort gefunden, an dem es wirklich warm wird, aber trocken sollte es bitte schon sein. Mein Hotel für die nächste Nacht - ja, es folgt ein richtiges Bett - ist in Cedar City gebucht, bis dahin ist es natürlich kein Katzensprung, das nächste Ziel sollte sich also bestensfalls grob auf den Weg dorthin befinden.


    Was liegt auf dem direkten Weg zwischen Death Valley und dieser Region in Utah? - Richtig, Las Vegas.
    Wo wollte ich auf dieser Reise keinesfalls hin? Richtig, Las Vegas.
    Wo fahren wir jetzt hin? Richtig, Las Vegas!

    Aber nicht um im Morgengrauen wie ein Zombie über den Strip zu latschen, sondern um endlich mal in den Red Rock Canyon zu fahren und den Calico Tanks Trail zu laufen. Der stand jetzt schon bei diversen Reisen auf der Agenda und ist immer wieder spontan rausgeflogen, aus welchen Gründen auch immer. Das wäre jetzt eine gute Gelegenheit, diesen Hike von der Bucket List zu streichen.

    Dann wollen wir mal durch die rabenschwarze Nacht fahren und das Death Valley verlassen. Kurz hinter dem Zabriskie Point läuft mir ein Koyote direkt vor's Auto und obwohl ich nicht allzu schnell unterwegs bin, muss ich eine Vollbremsung hinlegen. Das erinnert mich wieder daran, wieso ich im Südwesten eher ungerne Nachts durch die Gegend fahre, wenn es sich vermeiden lässt. Ich bleibe mitten auf der Straße stehen, Verkehr ist um die Zeit logischerweise gar keiner und schaffe so gerade noch ein Handy Foto, auf dem man so gut wie nichts erkennen kann :biggrin:


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    Die restliche Fahrt aus dem National Park heraus verläuft vollkommen ereignislos, wenn man mal von der Karaoke Party im Auto absieht, denn irgendwie muss man sich ja wach halten. Zwischendurch schicke ich noch ein paar Sprachnachrichten mit Freunden hin und her, das bietet sich mit der Freisprecheinrichtung ja auch immer super an und vertreibt gut die Zeit. Ziemlich genau eine Stunde nach dem Zwischenfall mit dem Koyoten erreiche ich Pahrump. Der Ort ist vergleichsweise groß und neben so ziemlich jeder vorstellbaren Fast Food- und Hotelkette findet man hier vor allem eines: Banken. Um 05:30 Uhr rolle ich auf den leeren Parkplatz der vorher ausgesuchten Bank of America und kann ENDLICH mein Bargeld Problem lösen.

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    Ein Problem weniger, mit Bargeld in der Tasche fühlt man sich gleich ein wenig besser, ganz ohne ist schon komisch. Das war auch schon alles, was ich in Pahrump vorhabe und so verlasse ich das Örtchen auf der anderen Seite auch gleich wieder. Eine halbe Stunde später, wenige Minuten vor 6 Uhr, beginnt der Himmel sich grandios zu verfärben und verspricht einen herrlichen Sonnenaufgang. Leider gibt es davon nur ein paar Handybilder, aber auch die geben eine Vorstellung davon, wie toll das aussieht.

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    Und immer wieder diese schneebedeckten Berge zwischendurch, GENIAL! Vor allem in dieser Gegend, wo man das zu "normalen" Reise-Jahreszeiten einfach überhaut nicht kennt.

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    06:20 Uhr: Der Sonnenaufgang hat leider nicht das gehalten, was er versprochen hat, denn wieder sind zahlreiche Wolkenfelder im Weg. Das ist aber nicht ganz so dramatisch, denn es hätte hier sowieso keine Möglichkeit gegeben anzuhalten. Diese Strecke über den Red Rock Canyon kenne ich noch gar nicht, bisher bin ich immer auf einem anderen Weg nach Las Vegas rein oder rausgefahren. Es wird herrlich bergig und die Ausblicke versprechen einen tollen Tagesbeginn.

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    Um 06:30 Uhr stehe ich schließlich am Eingang zum Red Rock Canyon, dessen Einfahrtshäusschen um die Uhrzeit natürlich noch nicht besetzt ist.


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    Der Red Rock Canyon besteht im wesentlichen aus einem Scenic Drive mit einigen Parkplätzen und Trailheads. Wichtig zu wissen ist, das diese Straße komplett Einbahnstraße ist, fährt man also ausversehen an seinem Ziel vorbei, so muss man die gesamte Runde erneut fahren und die ist nicht gerade kurz.

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    Am ersten Parkplatz halte ich erst einmal an, ich bin hier vollkommen alleine und überraschenderweise ist hier mal wieder volles LTE. Das nutze ich für einen ersten Whats App Anruf bei dem Freund zuhause, der sich auch tierisch über den Anruf freut und nicht damit gerechnet hätte. Die erste Frage ist: "War der Anruf Absicht???" Es ist nämlich so, das ich es andauernd fertig bringe auf die rechte, obere Ecke meines Handys zu patschen, während ich einen Chat bei Whats App offen habe... Da ist beim iPhone der Telefonhörer... Dementsprechend regelmäßig rufe ich irgendwelche Leute an und lege gleich wieder auf, so eben auch bei ihm. Tobi kann da auch ein Lied von singen, gerade als wir während der Planungsphase extrem viel miteinander geschrieben haben... :biggrin:

    Ich halte den Anruf kurz, 10 Minuten müssen jetzt erst einmal ausreichen, denn ich habe ja noch etwas vor und der Trail ist laut Internet recht hoch frequentiert. Wenn ich nun schon so früh da bin, dann will ich die Ruhe vom morgen natürlich auch nutzen und nicht warten, bis die Massen hier ankommen. Der Parkplatz von den Calico Tanks, den ich um 07:15 Uhr erreiche, ist bis auf ein Auto auch noch komplett verlassen.

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    Schon die ersten Meter auf dem Calico Tanks Trail sind einfach herrlich. Die Felsen haben ein schönes rot, der Himmel ist wieder größenteils blau, in der Sonne ist die Temperatur mehr als angenehm und diese Ruhe und dieser Frieden am frühen Morgen.... Nur einige Vögel zwitschern... unbezahlbar.

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    Bisher war es einfach nur ein einfach zu begehender Kieselweg durch eine idyllische, wunderschöne Landschaft. Plötzlich ist die Wegfindung aber nicht mehr ganz so leicht, denn es geht auf Slickrock weiter. Hier und da gibt es ein wegweisendes Steinmännchen, aber insgesamt überraschend wenige davon und so kommt wirklich häufig die Frage auf, ob ich denn noch richtig bin. Hier und da gibt es eine eindeutig in den Fels gehauene Treppe und wann immer ich so eine finde bin ich froh, zunächst wieder auf dem richtigen Weg gewesen zu sein. Die vielen Regenfälle im Südwesten in diesem Frühjahr zeigen hier ihre positiven Seiten, denn es fließt ein äußerst hübsches und fotogenes Bächlein durch den Slickrock.

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    Ich gewinne auch schon wieder schneller Höhe als ich gedacht hätte, teilweise ist es ziemlich gekraxel, mal rechts und mal links vom Bach entlang. Nie bin ich mir wirklich sicher, ob der Weg so richtig ist, aber irgendwie komme ich immer weiter, auch wenn ich die Route hin und wieder mal korrigieren muss. Es macht Spaß und ist landschaftlich wunderschön, aber durch diese Wegfindungsprobleme und Klettereinalagen komme ich nur sehr langsam voran. Ich habe das Gefühl, hier hat jemand einige Cairns umgeworfen, oder vielleicht sind sie auch vom Wind umgeweht worden.

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    Das zum Beispiel ist eindeutig eine Treppe! Ich muss zugeben, so langsam bin ich auch schon wieder ziemlich aus der Puste, meine Güte, meine Kondition lässt wirklich schwer zu wünschen übrig. Dazu kommt vermutlich auch der akute Schlaf- und Nahrungsmangel und so tu ich mich einigermaßen schwer mit der Steigung an dem frühen Morgen.

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    Oben angekommen stelle ich erfreut fest: Die Calico Tanks führen Wasser, das ist absolut keine Selbstverständlichkeit, aber nach den Wassermengen auf dem Trail hätte es mich doch schwer gewundert, wenn ich den Ort jetzt trocken vorgefunden hätte. Die Größe (und vermutlich auch die Tiefe) von den Wasserlöchern ist wirklich beachtlich.

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    Schöne Bilder ...diese Ecke des DV haben wir leider nie besucht


    Schade, die ist echt toll!


    man, ich waere in Panik geraten mit den Platten. Und haette keine Ahnung, was man machen muss. Geschweige denn wuerde ich mit meiner Schulter nie und nimmer auch nur eine Radmutter losgekommen.

    Und keine Milky Way am Racetrack kommt mir so bekannt vor. Als ich da war, hat es mich umgeweht, so ein Sturm war dort gewesen.

    Und hat ein Pole vom Zelt gebrochen, da war ich angepisst


    Ich weiß auch nicht wirklich was ich machen muss, und? Irgendwer hilft in den USA immer und so wenig Verkehr war ja nicht. Farabees war auch noch offen. Im Worst Case hätte ich eben 1,5 Stunden auf die warten müssen. Das hätte mich höchstens genervt :D


    Windig scheint es da ja auch häufig zu sein.


    Es gibt Schlimmeres als eine! Reifenpanne. Holy shit mit den Wolken! :wut2:


    Ja, die Wolken fand ich in der Tat sehr viel schlimmer als die Reifenpanne!!!


    Zuerst mal, für Euer Programm an nur einem Tag würden wir eine Woche brauchen ;-));-));-))


    Ich hab jetzt auch gleich Tobis Bericht gelesen und was lese ich da, die haben Euch mit einem geflickten Reifen losgeschickt. Das kann ja wohl nicht wahr sein. 400 $ für einen Jeep und man bekommt dazu einen (unsachgemäß) geflickten Reifen :wut2:


    Schade, dass Wolken gekommen sind. Hast Du vom grandiosen Sternenhimmel vorher überhaupt keine Bilder gemacht?


    Haha, das habe ich schon öfter gehört. Ich mach lieber das Programm von einer Woche an einem Tag, ich will ja was sehen und sonst langweile ich mich nur :P


    Stimmt, das hatte ich schon wieder verdrängt... Das war echt ne Unverschämtheit.


    Nee, habe ich nicht... War voll kalt, wozu also zwischendurch aufstehen wenn man eh nachher raus muss... Wir waren dankbar über jede Minute Schlaf bzw. Dösen.


    Danke für die tollen Sunset Bilder - der Racetrack steht noch auf meiner ToDo Liste... sehr schade, dass die Nachtbilder zustande gekommen sind!


    NOCH nicht.. Ich komm wieder :wut2:


    Irgendwann sehen wir uns das Rennen der Steine auch mal an.


    Lohnt sich! Auch ohne Milchstraße.



    Ich bin ja auch geplatzt!!! :wut2:

    Tag 2 (21.02.2021) - Las Coloradas, der pinke See von Yucatán oder auch "Guide mandatory" Teil 2




    Ein paar Flamingos sehen wir im Hintergrund wirklich und wir werden gedrängt, nach der Tour hier nach Las Coloradas reinzufahren und eine Tour zu den Tieren zu buchen. Hahahaha. Nein. Nichts läge mir momentan Ferner als das zu tun :D Aber das macht gar nichts, Flamingos sind für den übernächsten Tag eh geplant und das stellt sich als absolut richtige Entscheidung heraus.

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    Am Kopf des Sees angekommen wird dies feierlich als der beste Spot präsentiert und mir wird gesagt wo ich meine Bilder machen soll, denn nur da ist es super duper perfekt und toll. Da bekomme ich ja schon wieder zu viel, wenn man mir sagen möchte, von welchem Winkel ich meine Bilder zu machen habe. Ist bestimmt super wenn alle gleich aussehen, aaaaaaber, nicht aufregen Sarah. Du wolltest das lustig finden, schon vergessen?! Ich meine... Ja. Es sieht echt cool aus, wenn man das Fabrikgelände im Rücken ausblendet und so tut, als wäre das alles natürlich. Das ist eben das, was einem die Blogs und Instagram Fotos verkaufen wollen und hier sieht man mal wieder, wie viel Schein dabei ist.

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    Der Guide will UNBEDINGT noch ein TOTAL ABGEFAHRENES, FANCY Panorama von uns machen, das absolutely great sein wird. Ich hatte eigentlich schon abgelehnt, aber der hört einfach nicht auf... Na, dann zeig mal her dein fancy Panorama. Das besteht darin, der er uns fotografiert und dann befielt an ihm vorbei zu rennen und uns an das andere Ufer zu stellen. Jetzt stehen wir zwei mal im gleichen Bild und sehen den Farbunterschied der beiden Seen neben uns. BOOOOOAH FAAAAAAANCY!


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    Mensch ich sach euch... Sowas habe ich noch nie gesehen.






    Okok ich hör auf.

    Wir ziehen uns jetzt noch etwas Werbung für das tolle Salz der Fabrik rein, ein Ordner wird aufgeklappt und eine kurze Präsentation gehalten, wie das Salz hier entsteht und wieso das Wasser pink ist. Das liegt in erster Linie am Salzgehalt von über 90%, weshalb ein Bad in der Suppe auch nicht wirklich gesund ist (und verboten). Als man uns dann auch noch eine kleine Dose Salz für ca. 20€ verkaufen möchte brechen bei mir alle Dämme und ich bekomme einen ausgewachsenen Lachflash... Ich kann einfach nicht mehr und ja, der Guide guckt mich doof an. Interessiert mich das? Ich denke nicht :lach3::lach3::lach3::lach3:

    Wir gehen zurück...

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    ... und waren am Ende nicht einmal 20 Minuten unterwegs, aber denkt dran: Keine Zeit zum Objektivwechsel :lach3::lach3::lach3::lach3: Das gibt definitiv aber mal sowas von 0 Cent Trinkgeld, was eine Bullshit Veranstaltung. Wir verneinen abermals das "Angebot" eine Flamingo Tour zu buchen und machen uns aber GANZ SCHNELL aus dem Staub. Ich nachhinein... Super Geschichte, ich lache heute noch Tränen wenn ich an die "Tour" zurückdenke. War am Ende also nur halb so wild... Ich hatte mich von Anfang an gefragt ob sich das lohnt und das war das einzige Ziel, das bis zum Ende auf der Kippe stand... Hätte man auch lassen können, jetzt weiß ich's besser. Den Tiefpunkt des Urlaubs haben wir hiermit an Tag 2 also erreicht, ab jetzt wird es nur noch besser :biggrin:

    Tag 2 (21.02.2021) - Las Coloradas, der pinke See von Yucatán oder auch "Guide mandatory"




    Auf dem Parkplatz versorgen wir uns erst einmal mit einer kalten Dose aus der Kühlbox. Das tut wie immer unnormal gut, nie wieder ein Roadtrip durch ein heißes Land ohne Eis und kalte Getränke! Während wir unseren Durst löschen und die Klamotten etwas antrocknen, kommt der Parkplatz Wächter nochmal auf seinem Fahrrad vorbeigeradelt und erkundigt sich, wie uns der Besuch gefallen hat. Natürlich bekommt er auch ein bisschen was, seine Art ist sehr angenehm und unaufdringlich und außerdem sind wir froh, das hier auf die Autos geachtet wird, immerhin ist unser gesamtes Gepäck drin.

    Unser weiterer Weg für heute führt uns weiter in Richtung Norden, kurz bis vor den Küstenort Rio Lagartos, wo wir heute Abend übernachten werden. Der Verkehr nimmt immer weiter ab und die Straße wird immer schmaler. Wir kommen durch ein paar schnuckelige Orte mit riesigen Kirchen, an denen die Farbe allmählich abblättert. Aber: Es hat definitiv Charme und ich weiß teilweise gar nicht, wo ich zuerst hinschauen soll. So weit sind wir noch gar nicht gefahren, aber die Welt hier ist eine ganz andere als bisher. Die Menschen verbringen ihren Tag draußen, an jeder Straßenecke steht ein Grill auf dem Burgersteig, auf dem fette Steaks vor sich hin brutzeln. Schade, das wir noch keinen Hunger haben, einiges davon sieht wirklich gut aus. Wir fragen uns allerdings, wer das alles essen soll, denn Touristen gibt es hier keine und gefühlt gibt es mehr Streetfood als Menschen. Das wird nicht das letzte mal sein, das uns das auffällt.


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    Kurz vor Rio Lagartos verändert sich die Landschaft um uns herum total, es wird plötzlich sumpfig. Rechts und links neben der Straße steht überall das Brackwasser und dünne Nebelschwaden ziehen durch die Bäume. Überall sind Wasservögel zu sehen und ich bin froh, das ich aktuell nicht fahre und mir das in Ruhe anschauen kann.

    Wir fahren nicht bis in den Ort rein, sondern biegen vorher in Richtung Osten ab in Richtung Las Coloradas. Ab hier machen wir extrem viel Zeit gut, jede Minute die wir fahren, reduziert sich die Ankunftszeit im Navi um drei Minuten und wir freuen uns, sind allerdings auch ein wenig skeptisch. Nicht zu unrecht leider, denn aus dem Nichts tauchen völlig unerwartet Löcher auf der Straße auf. Löcher?!?! Leicht untertrieben. Ich würde es eher als Meteoritenkrater bezeichnen, in denen unsere Dreckskarre problemlos Platz finden würde - wenn man sie denn dort hinein manövriert. Genau das tut Marc auch prompt bei dem 3. Loch, vollkommen ungebremst und direkt nach dem Kommentar "AAAAAALTER, WAS IST DAS DENN!". Jetzt ist es an mir "AAAAAALTER WAS IST MIT DIR???" zu brüllen, denn das hat grad derart gescheppert, das es mich nicht wundern würde, wenn beide Reifen auf der linken Seite einfach geplatzt sind. Oder wir keine Stoßstange mehr haben. Oder keinen Unterboden. Oder beides. Mit dem allerschlimmsten rechnend fahren wir rechts ran und ich steige mit herzrasen aus. Der Asphalt ist übrigens ganz schön heiß, denn ich habe nicht die Nerven vorher erst noch in Ruhe Schuhe und Socken anzuziehen :eek:

    Okay, auf meiner Seite sieht alles gut aus... Aber das war ja auch nicht das Loch. Gaaaaanz langsam gehe ich um das Auto herum, atme nochmal tief ein, öffne die Augen und sehe...

    Nichts. Ich höre auch nichts. Kein ppppffffffffffffffffffffffffffftttttt und das ist erstmal gut! Ich lege mich mit dem Ohr nochmal auf alle Reifen, aber es scheint tatsächlich nichts passiert zu sein. Unten drunter sieht auch alles paletti aus. Guuuuut, zwischen Stoßstange und restlichem Auto ist seitlich jetzt vielleicht etwas mehr Platz als vorher, aber mit ein paar beherzten Schlägen rastet das auch wieder ein :rolleyes::rolleyes::rolleyes: Glück im Unglück, dabei habe ich wirklich mit einer Katastrophe gerechnet, so gerne wie mich platte Reifen haben und Netz ist hier natürlich auch keins. Wir fahren erstmal weiter, seeehr langsam wohlbemerkt, denn das geht noch einige Kilometer so weiter und ich frage mich wirklich, wie ich davon kein Bild machen konnte. Ich habe von den durchlöcherten Straßen gelesen, damit aber erst in Richtung Chiapas gerechnet und noch nicht in Yucatán, aber man lernt ja immer dazu... :biggrin:

    Wo fahren wir eigentlich hin?!

    Das Ziel ist der Ort Las Coloradas, hier befindet sich ein pinker See, der auf eine Salzfabrik zurückzuführen ist. Laut diversen Internetblogs soll das ein absoluter Geheimtipp sein und man kann sich das Ganze wohl problemlos und ohne andere Menschen anschauen, man muss eben nur eine geeignete Stelle finden.

    Erwartung: Ich sehe mich mit bis zu den Waden in einem wunderschönen, pinken See stehen, im Hintergrund vielleicht ein paar Flamingos, während ich wunderschöne Influencer für meinen florierenden Instagram Account schießen kann. Wer Ironie findet, kann sie gerne behalten :biggrin: Aber in der Tat, wenn man die Sache mit Instagram weglässt, dann war meine Vorstellung in der Tat so ähnlich. Schauen wir mal, was die Realität dazu sagt.

    Kurz vor meinem gespeicherten Ziel taucht ein Parkplatz Schild auf, das allerdings nach links zeigt, der pinke See liegt laut Maps allerdings rechts von uns, direkt hinter einem hohen Wall. Trotzdem wollen wir uns erst einmal einen Überblick verschaffen und biegen ab. Der "Parkplatz" entpuppt sich als schmale Tiefsand Piste, die immer schmaler wird und an dessen Ende KEIN Parkplatz folgt, sondern ein dicker Dodge Ram den Weg versperrt, aber immerhin mit grandioser Sicht auf das türkise Meer. Jetzt bin ich einem Nervenzusammenbruch gefährlich nahe, denn rückwärts bekommen wir die Karre hier nicht wieder raus und wenden wird mehr als sportlich. Ich steige aus und koordiniere die Wendung in 48 Zügen, wobei von durchdrehenden Reifen, Aufsetzen und einem Rad in der Luft alles dabei ist. Rechts ein hoher Wall, links ein Abhang mit Wasser und unter uns tiefer, feiner, weißer Sand... Und wieder kein Foto, ich weiß auch nicht was mit mir los war, Stress vielleicht?! Irgendwie schaffen wir es, sind mit den Nerven nun aber doch schon relativ am Ende... Was für eine Aktion. Lust hat keiner mehr so richtig, aber soll diese Katastrophen Anfahrt jetzt umsonst gewesen sein??? Neee. Ich gucke nochmal bei Google Maps und finde mittlerweile einen markierten Parkplatz für den See, das ist neu, bei der Planung gab es das noch nicht... Dann haben wir ja immerhin jetzt ein recht verlässliches Ziel und fahren die paar Minuten noch weiter.

    Wenige Meter von dem Ortseingangsschild von Las Coloradas führt eine unbefestigte Straße nach rechts, die nicht weniger Schlaglöcher hat, aber mittlerweile sind wir im flow und lassen uns davon nicht mehr beeindrucken. Was mich allerdings beeindruckt (und das nicht grad positiv) ist das gigantische Schild, der Aussichtsturm am Ende der Straße und die Guides, die sich wie die Fliegen auf unser Auto stürzen, während wir versuchen zu Parken. Man hat kaum eine Chance auszusteigen, denn direkt wird auf uns eingeredet. Wo wir hingehen sollen, das man einen Guide braucht und wo wir die Tickets kaufen können:

    Moment. Halt Stop. Wie bitte?!?!

    Tickets? Guide? Was passiert hier? So habe ich mir das aber absolut nicht vorgestellt und bin absolut genervt. Erst diese Anfahrt und dann dieses Theater hier. Natürlich nehmen wir unsere Sachen und laufen mal zu dem Kassenhäusschen. Jetzt sind wir schon hier, da gucken wir uns auch genauer an was hier Sache ist.

    Wir lassen uns die Möglichkeiten erklären und nach diversen Sprachbarrieren können wir herausfinden:

    - Es gibt eine 30 minütige Tour auf dem Gelände der Fabrik
    - Man darf sich 20 Minuten auf dem Aussichtsturm aufhalten.
    - Es gibt ein Paket mit beidem, oder man muss sich entscheiden
    - Beides ist nur mit Guide möglich.

    Jetzt platzt mir ja fast die Hutschnur. Ich bin versucht die Dame wortwörtlich zu fragen, ob ich jetzt wirklich 6€ dafür zahlen muss, um mit einem Guide über 100 Meter Dreck zu laufen, nur um aus einer anderen Perspektive das zu sehen, was ich auch von hier sehe: Eine künstlich angelegte rosa Plörre, umrundet von künstlich angelegten Deichen und einem Fabrikgebäude im Hintergrund. Marc bringt mich wieder etwas runter und so nehmen wir halt diese blöde 30 Minuten Tour. Uns werden die Hände desinfiziert, unsere Temperatur wird gemessen und der Guide stellt sich die ernsthaft eine Stopuhr auf 30 Minuten mit der Rechtfertigung "Das muss so, das Gelände gehört der Fabrik und die verlangen das". Ich packe meine Kamera aus, hänge sie an den Capture Clip und ziehe damit die Aufmerksamkeit der Kassendame erneut auf mich. Die brabbelt so schnell auf mich ein, das ich zuerst verstehe, das ich die Kamera nicht mitnehmen darf. Das ist es aber nicht, ich darf nur das Objektiv nicht wechseln, dazu wäre angeblich keine Zeit :lach3::lach3::lach3: Ok, jetzt haben die mich. Ich resigniere einfach, gebe meine Wut auf und beschließe, das ab diesem Zeitpunkt einfach nur noch mit Humor zu nehmen und lustig zu finden. Klappt eigentlich ganz gut.

    Kann dann jetzt auch losgehen, die heftige High End Wanderung über einen Haufen Dreck. Ich wüsste jetzt wirklich nicht, wie ich den Weg ohne den Guide finden sollte, der uns pausenlos vollbrabbelt.


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