Beiträge von ElkeS

    Sonntag, 23.02.2020: Die Odyssee der Heimreise


    Heute am definitiv letzten Urlaubstag können wir es ganz gemächlich angehen lassen, denn unser bestelltes Taxi zum Flughafen kommt erst um 9:45 Uhr. So schlafen wir in Ruhe aus und Andreas absolviert eine letzte morgendliche Laufrunde durch Santiago. Ich versuche in der Zwischenzeit, bei Iberia online einzuchecken, was sich jedoch als völlig unmöglich erweist. Ein Anruf bei der Hotline liefert mir dann nur eine sehr unfreundliche Dame an den Apparat, die mangels passender Antworten irgendwann mitten im Gespräch einfach auflegt.


    Mein Unbehagen in Sachen Rückflug steigt - als hätte ich es irgendwie geahnt, dass das mit Iberia nix wird...


    Wir frühstücken gemütlich im Hotel und plaudern noch ein bisschen mit den anderen Gästen, bis der Taxifahrer erscheint und uns ohne Probleme durch den ruhigen Sonntagmorgen-Verkehr zum Flughafen bringt. Der Abschied von Santiago fällt uns nicht sonderlich schwer - das war gestern beim Verlassen von Patagonien schon ganz anders.


    Wir reihen uns am Check-In Schalter von Iberia ein und treffen auf einen recht freundlichen Mitarbeiter. Es gibt zwar keine Upgrade-Möglichkeiten, aber er zaubert noch einen einzelnen Exit-Platz für uns hervor. Gegen Aufpreis zwar, aber für den langen Flug besser als nichts - also schlagen wir ein.


    Gegen 11:00 Uhr sind wir schließlich unser Gepäck los, haben den Ausreisestempel der chilenischen Behörden im Pass und sind zuversichtlich, dass in 90 Minuten das Boarding beginnt. Wie man sich doch täuschen kann...


    Wir setzen unsere allerletzten Bargeldbestände in einen Burger und eine Cola um, die beide brüderlich geteilt werden.


    2020-Patagonien-32-01.jpg


    Dann bummeln wir noch ein bisschen durch die Shops und begeben uns so langsam zum Gate. Und dort sitzen wir dann und warten und warten und warten. Die Boarding-Zeit kommt und vergeht, die Minuten verrinnen, aber es tut sich nichts - nada, ничего, nothing...


    Irgendwelche Informationen seitens des Personals - Fehlanzeige.


    Etwa 90 Minuten nach der geplanten Boarding-Zeit gibt es dann eine kurze Durchsage auf Spanisch und es kommt Bewegung in die Massen. Die Leute begeben sich zum Schalter - na endlich - und wir stellen uns mit an. Nach einer weiteren Viertelstunde Warten - diesmal zur Abwechslung im Stehen - kommt eine weitere spanische Durchsage, gefolgt von kollektivem Aufstöhnen. Alle setzen sich wieder rolleyes.gif

    Ich hake beim Personal nach, ob es denn nicht möglich sei, die Ansagen auch auf Englisch zu machen. Das wäre hier ja wohl ein internationaler Flughafen und die Hälfte der Leute verstehe kein Spanisch. Doch, das gehe schon… upset.gif


    Die Durchsage kommt auf Englisch und wir erfahren, dass es in 30 Minuten neue Informationen geben soll. Irgendwelche technischen Überprüfungen am Flugzeug ziehen sich wohl in die Länge und ich ahne schon Schreckliches...


    Die neuen Informationen kommen dann tatsächlich irgendwann: Allerdings nicht etwa vom Iberia-Personal, sondern von unserem Sitznachbarn, der eine SMS von LATAM erhalten hat: Flug gecancelt. Die Nachricht verbreitet sich rasch, Unruhe setzt ein und das Iberia Personal schafft es immerhin, eine Viertelstunde später diese Information offiziell zu bestätigen upset.gif


    Uns ist klar, dass so etwas passieren kann und dass es verantwortungsvoller ist, einen Flug zu stornieren als mit 350 Passagieren an Bord loszufliegen, wenn die technische Sicherheit nicht gewährleistet ist. Was allerdings hier und im Folgenden abgeht und wie die restlos überforderten Iberia-Mitarbeiter mit der Situation umgehen, ist eine absolute Katastrophe.


    Über 300 Menschen auf einem Haufen, niemand weiß, was zu tun ist, Informationen sickern nur tropfenweise und immer nur auf Spanisch. Jedesmal muss man explizit darum bitten, das Ganze auf Englisch zu wiederholen.


    2020-Patagonien-32-04.jpg


    Nach einer weiteren Stunde wissen wir dann endlich in etwa was zu tun ist: Wir müssen unsere Ausreise aus Chile rückgängig machen - also quasi rückwärts durch die Security - dann unsere Koffer vom Baggage Claim wieder abholen und an einen bestimmten Schalter gehen, wo wir umgebucht werden sollen.


    Uns wird so grob die Richtung gezeigt, in die wir dazu gehen sollen. Dass uns aber evtl. jemand begleitet - Pustekuchen. So ein großer Flughafen ist ja eigentlich immer recht gut ausgeschildert, wenn man denn in die vorgesehene Richtung geht. Wir aber müssen quasi invers laufen und bekommen von jedem Offiziellen, den wir nach dem Weg fragen, eine andere Antwort rolleyes.gif


    So dauert es ewig, bis wir wieder bei der Security ankommen, die uns dann natürlich prompt nicht wieder ins Land lassen will.


    Es wird nach offiziellen Vertretern von Iberia gefragt, die immerhin nach einer weiteren halben Stunde erscheinen. Sie widersprechen sich zwar permanent in ihren Aussagen, aber irgendwann erreichen sie tatsächlich, dass wir die polizeiliche Genehmigung erhalten und wieder nach Chile rein dürfen.


    Die Koffer haben wir dann recht schnell und begeben uns zum Umbuchungsschalter, an dem sich zwei lange Schlangen gebildet haben. Mittlerweile ist es 16:00 Uhr und wir stellen uns vorsorglich parallel in beiden an. Eine weitere Stunde passiert nichts - absolut nichts. Keine Informationen, keine Getränke. Der erste Passagier erleidet einen Schwäche-Anfall und ein Notarzt kommt. Ansonsten passiert weiterhin nichts…


    Irgendwann erscheint ein Mitarbeiter von Iberia und verkündet den Leuten in der rechten Schlange, dass hier nur die Business Klasse abgefertigt würde und sich alle anderen am Ende der zweiten Schlange einreihen sollten. Es kommt fast zu einer Revolte. Die Leute fangen an, mit erhobenen Fäusten lautstark Parolen gegen Iberia zu brüllen und bleiben demonstrativ in der “Business-Schlange” stehen. Aber das nützt ihnen auch nichts, denn es passiert weiterhin nichts.


    Irgendwann ist es mir zu blöd und ich gehe nach vorne und frage, was hier eigentlich gerade so abgeht. Mir wird erklärt, dass die Passagiere einer nach dem anderen auf andere Flüge umgebucht werden. Warum denn dann seit zwei Stunden noch kein einziger erfolgreich die Schlange verlassen habe? Die Antwort: das System liege gerade flach upset.gif


    Der Angestellte erklärt mir, die Chancen, heute noch wegzukommen, seien quasi gleich Null. Für morgen wären die Chancen dann etwas besser, wenn man denn im ersten Viertel der Schlange stehen würde. Tun wir aber nicht.


    Wir beschließen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Ich google fix nach anderen Flügen und finde auf einem Portal einen Air France Flug über Paris und Amsterdam, der heute Abend noch startet. Noch drei freie Plätze. Wir zögern kurz - Kostenpunkt für uns beide zusammen immerhin 2.600 EUR - klicken dann aber in der Hoffnung, irgendetwas von dem Geld später wieder zubekommen. Ein erstes Durchatmen - das wäre geschafft thumbsup.gif


    Wir bleiben trotzdem noch eine Weile in der Schlange stehen in der Hoffnung, wenigstens einen Voucher für Verpflegung zu bekommen. Aber die Schlange bewegt sich nach wie vor keinen Millimeter. Und auch nach dem zweiten Notarzt-Einsatz denkt niemand von Iberia daran, die Leute vielleicht mal mit Getränken zu versorgen.


    Wir geben gefrustet auf und lassen das Chaos hinter uns.


    Wir checken online ein für unseren neuen Flug und da es mittlerweile fast 19:00 Uhr ist, können wir bei der Air France auch schon unser Gepäck aufgeben.


    Wir bekommen zwar keine besonders guten Plätze mehr, aber was soll’s. Hauptsache wir kommen heute noch hier weg und morgen wieder zu Hause an. Es folgt ein kleines Déjàvu. Durch die Polizeikontrolle, durch die Sicherheitskontrolle, gezwungenermaßen durch die Duty Free Shops und schließlich am Gate das Warten auf das Boarding.


    Das hatten wir heute alles schon einmal...


    2020-Patagonien-32-02.jpg


    2020-Patagonien-32-03.jpg


    Diesmal klappt aber zum Glück alles und der Flieger nach Paris hebt gegen 23:00 Uhr Ortszeit relativ pünktlich ab.


    Der Flug ist mit 14 Stunden verdammt lang und wir haben keine besonders tollen Plätze. Wir sitzen jeweils in einer Dreierreihe in der Mitte - also nicht einmal zusammen - und meine Sitznachbarn sind auch nicht unbedingt erste Wahl. Ich fühle mich zwischen den beiden recht kräftigen Mannsbildern, die beim Schlafen jeweils eine ziemliche Schräglage in meine Richtung einnehmen, recht erdrückt und werde noch dazu permanent angehustetet...


    Aber wir kommen am nächsten Tag überpünktlich in Paris an und denken, dass wir es nun geschafft haben. Leider ist dem noch nicht so.


    Am Check-In nach Amsterdam verkündet die Crew, dass es aufgrund des Wetters in Amsterdam aktuell Probleme gäbe. Nur die Hälfte der Landebahnen sei freigegeben, wodurch sich alle Ankünfte verzögern. Es wird eine Verspätung von etwa zwei Stunden angekündigt und wir sehen unseren Anschlussflug nach Stuttgart schon dahinschwinden.


    Dann aber eine unerwartete und sehr positive Überraschung: nur ein paar Minuten später erhalten wir eine SMS von der Air France, dass wir automatisch auf einen anderen Flug umgebucht worden sind. Und zwar auf einen Direktflug von Paris nach Stuttgart noch heute Abend. Ein Service, von dem sich Iberia eine dicke Scheibe abschneiden könnte.


    Der Rest verläuft dann fast planmäßig: Mit dem Bus geht es zum Terminal 2G, wo wir ohne weitere Sicherheitskontrolle direkt an’s Gate können, und gegen 21:30 Uhr heben wir endlich nach Stuttgart ab.


    Hier kommen wir eine Stunde später an - allerdings zunächst ohne unsere Koffer. Aber das ist uns zu diesem Zeitpunkt sowas von egal, die Wäsche muss halt einfach warten...


    Wir melden das fehlende Gepäck und sind schließlich kurz vor Mitternacht zu Hause, wo wir nur noch völlig erledigt in unsere Betten und Sekunden später in absoluten Tiefschlaf fallen. Ein paar Stunden Erholung, bevor es am nächsten Morgen wieder ins Büro geht...


    Kein allzuschönes Ende unserer ansonsten traumhaften Reise, aber wir haken es schnell ab, denn die tausend schönen Erinnerungen überwiegen bei weitem die wenigen Stunden Ärger.


    Und wir wissen schon heute, dass das nicht unser letzter Urlaub in Südamerika war thumbsup.gif



    Gefahrene Kilometer: 0

    Wetter: cloudy1.png

    Übernachtung: Flugzeug

    Wanderungen: keine

    Samstag, 22.02.2020: Von Punta Arenas nach Santiago de Chile


    Der Wecker klingelt um 5:00 Uhr und reißt uns unsanft aus unseren Träumen. So richtig munter sind wir noch nicht, aber was muss, das muss. Die Koffer haben wir zum Großteil schon gestern Abend gepackt, heute Morgen sind nur noch ein paar Kleinigkeiten zu verräumen. Wir kochen uns einen Kaffee, essen ein paar Kekse und warten auf den Taxifahrer, der uns zum Flughafen bringt.


    Dieser erscheint überpünktlich und fährt uns zum Festpreis von 9.000 CLP ohne laufendes Taxameter zum Airport. Für uns kein Problem, der Preis ist absolut in Ordnung.

    Nach 20 Minuten sind wir bereits da und haben nach der Gepäckaufgabe noch Zeit für ein ergänzendes Frühstück. Wir holen uns zwei Cappuccino und Müsli-Joghurt, mit dem wir den Vormittag bis zu unserer Ankunft in Santiago sicher ohne Magenknurren überstehen werden.


    Nach einer schnellen Runde durch die überteuerten Souvenir Shops geht dann auch schon das Boarding los. Wir haben uns wieder Exit-Plätze gegönnt, die mit ca. 15 EUR für uns beide zusammen recht günstig waren, und haben massiv Platz für unsere Beine.


    Wir starten pünktlich und werfen beim Abflug letzte wehmütige Blick aus dem Fenster. Ade, Patagonien wave.gif


    2020-Patagonien-31-01.jpg


    Gegen 10:30 Uhr landen wir in Puerto Montt. Hier steigen die meisten Fluggäste aus, wir aber bleiben zusammen mit einer Handvoll weiterer Passagieren für den Weiterflug nach Santiago sitzen.


    So ein fast leeres Flugzeug und ungestörte Blicke in’s Cockpit hat man auch nicht alle Tage…


    2020-Patagonien-31-02.jpg


    Das Flugzeug wird aufgetankt, neue Passagiere steigen zu und dann geht es ab nach Santiago, wo wir gegen 13:30 Uhr ankommen. Da wir bei den Domestic Flights ankommen, geht alles recht schnell und so stehen wir bereits nach einer halben Stunde mit unseren Koffern am Ausgang.


    Wir hatten im Vorfeld schon über das Hotel ein Taxi bestellt und die Abholung klappt perfekt. Der Fahrer wartet bereits mit einem großen Schild mit unserem Namen und kutschiert uns in einer halben Stunde durch die Straßen Santiagos bis zu unserem Hotel.


    Unterwegs erzählt er uns viel über die aktuellen politisch motivierten Unruhen, die im letzten Herbst begannen und hier in Santiago immer noch andauern. Er erklärt uns, welche Stadtteile wir besser meiden sollten und wo es nach wie vor auch am Samstag Abend sicher wäre.


    Die Eindrücke, die wir während der Fahrt von Santiago bekommen, sind aus touristischer Sicht nicht unbedingt schön - die Stadt gefällt uns eigentlich überhaupt nicht. Überall sind Parolen hingeschmiert, Läden sind verrammelt und wir sehen etliche ausgebrannte Geschäfte. Irgendwie abschreckend und außerdem laut und hektisch. Ich wünsche mich zurück nach Patagonien...


    Gegen 14:30 kommen wir an unserem Hotel Hostal Rio Amazonas an. Dieses wirkt recht unkonventionell - geführt von jungen Leuten, die alles ziemlich locker handhaben. Wir checken ein und beziehen unser Zimmer für die letzte Nacht. Nichts besonderes, aber für den Preis ganz in Ordnung.


    2020-Patagonien-31-03.jpg


    2020-Patagonien-31-04.jpg


    Als wir das Hotel-WLAN aktivieren, erscheint sofort eine WhatsApp auf dem Handy: es ist der Guide, mit dem wir für den Nachmittag eine Stadtführung gebucht haben. Er ist wohl schon bereit und wartet auf unsere Rückmeldung. Da wir jetzt aber erstmal ziemlich Hunger haben, belassen wir es bei der vereinbarten Zeit von 16:00 Uhr und machen uns stattdessen auf zu einem schnellen Lunch.


    Gleich um die Ecke von unserem Hotel gibt es ein paar nette kleine Restaurants und wir entscheiden uns für eines mit peruanischer Küche. Das Essen ist lecker und wird mit einem Pisco Sour als Nachtisch serviert wink.gif


    2020-Patagonien-31-05.jpg


    2020-Patagonien-31-06.jpg


    Später holt uns unser deutschsprachiger Guide dann am Hotel ab und wir begeben uns mit ihm zusammen auf eine 4-stündige Stadttour. Da es eine private Führung nur für uns beide ist, können wir uns im Vorfeld genau abstimmen und entscheiden, was uns interessiert und so wird die Tour sehr informativ, auch wenn uns Santiago - wie schon geschrieben - nicht unbedingt begeistert.


    Der Guide erzählt viel über die chilenische Geschichte, über die aktuell schwierigen, politischen Zustände und auch über seine persönlichen Erfahrungen in der Stadt. Wir kommen vorbei an diversen historischen Gebäuden wie der alten Börse, dem Parlament und dem Regierungssitz, an Künstler- und Ausgehvierteln, am Fischmarkt Mercado Central und an einigen Kirchen. Wir lauschen interessiert den Erklärungen, halten uns beim Fotografieren jedoch ziemlich zurück, weil es alles nicht so wirklich freundlich aussieht.


    Hier nur ein paar wenige Eindrücke von der Stadt:


    2020-Patagonien-31-07.jpg


    2020-Patagonien-31-08.jpg


    2020-Patagonien-31-09.jpg


    2020-Patagonien-31-10.jpg


    2020-Patagonien-31-11.jpg


    2020-Patagonien-31-19.jpg


    2020-Patagonien-31-13.jpg


    2020-Patagonien-31-16.jpg


    2020-Patagonien-31-17.jpg


    2020-Patagonien-31-18.jpg


    2020-Patagonien-31-14.jpg


    2020-Patagonien-31-15.jpg


    Am Schluss geht es dann noch zum Mirador Santa Lucia - dem Aussichtshügel der Stadt. Von hier haben wir einen schönen Rundumblick auf verschiedene Teile von Santiago und auf die dahinter liegenden Berge.


    2020-Patagonien-31-21.jpg


    2020-Patagonien-31-22.jpg


    2020-Patagonien-31-23.jpg


    2020-Patagonien-31-24.jpg


    2020-Patagonien-31-25.jpg


    2020-Patagonien-31-26.jpg


    Gegen 20:00 Uhr entlässt uns unser Guide dann in einem der Ausgehviertel und wir suchen uns ein Restaurant für den letzten Abend. Wir landen im Sur Patagonia, wo es für uns beide jeweils nochmal ein echt leckeres Lammgericht gibt:


    2020-Patagonien-31-27.jpg


    Später holen wir uns noch einen Nachtisch in Eis-Form, bevor wir uns in Vermeidung des berüchtigten Plaza Italia mit einem unguten Gefühl durch finstere Nebenstraßen schleichen.


    Überall sind noch die Überreste und Schäden der letzten Straßenkämpfe zu sehen, die Straßen sind noch nass von den Wasserwerfern der Polizei und wir sind froh, als wir irgendwann unbeschadet wieder in unserem Hotel ankommen.


    Im Nachhinein hätten wir auf Santiago wohl besser verzichten sollen - der Flug war halt mit einer Zwischenübernachtung gleich um ein paar hundert Euro günstiger...



    Gefahrene Kilometer: 0

    Wetter: sunny.png

    Übernachtung: Hostal Rio Amazonas

    Wanderungen: keine

    Ein toller letzter Tag, den Friedhof finde ich hochinteressant!

    Wir schauen uns auch immer sehr gerne Friedhöfe an.

    Also mir hat der Tag gut gefallen, besonders natürlich die Pinguine

    Die waren schon drollig. Schade nur, dass wir nicht mehr Zeit zur Verfügung hatten.

    Waren das wirklich Delfine? Sieht mir fast so aus wie Orcas.

    Doch, das sind schon Delfine: Commerson-Delfine. Die kommen speziell in dieser Gegend vor.

    So ein letzter Tag ist immer blöd.

    Also wir fanden den Tag nicht blöd :zuck:

    Ich bin jetzt nicht mehr ganz so traurig, dass bei uns die Pinguin Tour abgesagt wurde, denn hetzen lassen mögen wir uns gar nicht

    Das war wirklich etwas unschön an dieser Tour.

    Ich hoffe, ich darf ein wenig aus meinem Reisebericht zitieren

    Wo kann man denn Deinen Reisebericht finden?

    Freitag, 21.02.2020: Rund um Punta Arenas


    Heute klingelt der Wecker besonders früh um 5:45 Uhr. Wir legen einen Schnellstart hin und nach einem Kaffee und ein paar Keksen sitzen wir eine halbe Stunde später im Auto auf dem Weg zu Solo Expediciones, bei denen wir für heute Morgen einen Ausflug zur Pinguin-Insel gebucht haben.


    Um 6:30 Uhr ist Treffpunkt im Stadtbüro und als alle angemeldeten Personen so nach und nach eingetrudelt sind, geht es mit dem Bus zum Hafen in Laredo Bay. Von hier fahren wir dann mit einem Boot eine reichliche Stunde lang bis zur Isla Magdalena. Diese ist seit 1967 Naturschutzgebiet und heute Nationalpark. Sie ist einer der wenigen Orte in Patagonien, an denen man sich Pinguinen bis auf wenige Meter annähern darf.


    Unterwegs halten die meisten oben an Deck nach Walen Ausschau, wenn auch nicht sonderlich erfolgreich. Uns ist es da oben zu zugig, zu kalt und zu wenig aussichtsreich, also bleiben wir fast als Einzige unter Deck. Verpasst haben wir nichts, aber ich komme dadurch immerhin in den Genuss, das Boot mal für ein paar Minuten steuern zu dürfen thumbsup.gif


    2020-Patagonien-30-01.jpg


    Auf der Insel haben wir dann eine Stunde Zeit, um auf einem schmalen abgesperrten Rundweg die Insel zu erkunden und dabei die hier zu Tausenden lebenden Magellan-Pinguine in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Diese sind die regelmäßig einsetzende Touristeninvasion offenbar gewohnt und lassen sich von uns in keinster Weise stören.


    2020-Patagonien-30-03.jpg


    2020-Patagonien-30-11.jpg


    2020-Patagonien-30-08.jpg


    2020-Patagonien-30-14.jpg


    2020-Patagonien-30-15.jpg


    2020-Patagonien-30-06.jpg


    2020-Patagonien-30-07.jpg


    2020-Patagonien-30-05.jpg


    Die gesamte Insel ist mit Bruthöhlen übersät und wir beobachten Eltern, wie sie in die Erdlöcher zu ihren Nestern krabbeln und noch ganz flauschige Jungtiere, die ihre ersten Erfahrungen in der Gruppe sammeln.


    2020-Patagonien-30-09.jpg


    2020-Patagonien-30-10.jpg


    2020-Patagonien-30-04.jpg


    2020-Patagonien-30-12.jpg


    2020-Patagonien-30-13.jpg


    Aber nicht nur Pinguine gibt es zu sehen: auch Kormorane, Magellangänse und zahlreiche weitere Seevögel sind hier zu Hause.


    2020-Patagonien-30-16.jpg


    2020-Patagonien-30-17.jpg


    Wir beobachten beispielsweise fasziniert, wie Baby Möwen von ihren Müttern gefüttert werden - das haben wir so unmittelbar noch nie erlebt.


    2020-Patagonien-30-18.jpg


    2020-Patagonien-30-19.jpg


    Alles in allem ist der Ausflug jedoch nicht so außergewöhnlich, wie wir das eigentlich erhofft hatten. Wir haben ja früher in Südafrika schon jede Menge Pinguine gesehen, was damals irgendwie ein bisschen interessanter und aufregender war.


    Das liegt möglicherweise auch an der zeitlichen Beschränkung, die wir hier auf der Insel haben: Man wird permanent dazu angehalten, Schritt zu halten und nicht zu lange an einer Stelle zu verweilen, weil man nach der einen Stunde ja wieder an Bord sein muss...


    Auf der Rückfahrt schwimmen unserem Katamaran dann noch ein paar Delphine hinterher und vollführen tolle Sprünge.


    2020-Patagonien-30-20.jpg


    2020-Patagonien-30-21.jpg


    Außerdem stoppen wir noch kurz vor der Insel Marta, wo es jede Menge Seekühe zu sehen gibt. Diese machen einen Heidenkrach und ihrem Namen ganze Ehre, denn es hört sich an wie eine riesige Kuhherde.


    2020-Patagonien-30-22.jpg


    2020-Patagonien-30-23.jpg


    Später gibt es auf der Rückfahrt noch Kaffee, Kekse und Pisco Sour. Da der Kaffe ungenießbar ist, halten wir uns an den Pisco margarita.gif


    Gegen 11:30 Uhr sind wir wieder in Punta Arenas zurück und werden aus dem Bus entlassen. Wir schnappen uns unsere Susi und fahren zum Museo Nao-Victoria etwas außerhalb der Stadt. Hier schauen wir uns die Nachbildungen einiger historischer Schiffe an, die eng mit der Erforschung Patagoniens verbunden sind.


    Unter anderem gibt es die Nao Victoria zu sehen: ein Schiff der Flotte, mit der Magellan den Seeweg durch den amerikanischen Kontinent entdeckte, und das einzige der fünf Schiffe, das die erste Weltumseglung vollendete.


    2020-Patagonien-30-24.jpg


    2020-Patagonien-30-25.jpg


    2020-Patagonien-30-29.jpg


    2020-Patagonien-30-26.jpg


    2020-Patagonien-30-27.jpg


    2020-Patagonien-30-28.jpg


    2020-Patagonien-30-30.jpg


    2020-Patagonien-30-31.jpg


    Man kann sich eigentlich kaum vorstellen, das solche Schiffen früher tatsächlich um die Welt gesegelt sind - Respekt vor den Helden, die sich in solchen Nussschalen auf das Meer gewagt haben…


    Nach 90 Minuten haben wir alles gesehen und nachgelesen und fahren zurück nach Punta Arenas. Wir haben beschlossen, unser Auto heute schon beim Vermieter abzugeben und morgen stattdessen mit dem Taxi zum Flughafen zu fahren. So bringen wir die Susi also zum Stadtbüro von Seelmann und verabschieden uns von ihr. Sie hat uns treue Dienste geleistet auf den teilweise recht abenteuerlichen Straßen und mit ihrem “Sprung in der Schüssel” tapfer durchgehalten.


    Die Mitarbeitern checken alles genau, aber außer dem Riss in der Scheibe, den wir ja nicht zu verantworten haben, ist nichts zu bemängeln und wir sind recht schnell entlassen.


    Für den Nachmittag haben wir dann kein richtiges Programm mehr und schlendern zunächst eine große Runde über den Friedhof. Hier ist von überirdischen Grabkammern über schlichte Erdgräber bis hin zu riesigen Mausoleen alles vertreten. Die meisten Gräber sind mit bunten Plastikblumen und Fotos der Verstorbenen geschmückt. Viele sagen, das sei der schönste Friedhof Südamerikas.


    2020-Patagonien-30-33.jpg


    2020-Patagonien-30-36.jpg


    2020-Patagonien-30-37.jpg


    2020-Patagonien-30-34.jpg


    2020-Patagonien-30-35.jpg


    2020-Patagonien-30-32.jpg


    Es gäbe auf dem Friedhof auch noch das Denkmal des „Unbekannten Indianerjungen“, was aufgestellt wurde, um an den Völkermord der Ureinwohner zu erinnern und einen Gegenpol zu den Mausoleen der mächtigen Schafs- und Handelsbarone zu setzen. Allerdings haben wir das auf unserem Rundgang wohl irgendwie übersehen dontknow.gif


    Es folgt ein ausgedehnter Stadtbummel nebst einer schnellen geteilten Pizza im Gyros Pizza. Obwohl das Restaurant von außen eigentlich nach gar nix aussieht, ist diese richtig lecker. Später schlendern wir noch einmal an der Uferpromenade entlang und nehmen gedanklich Abschied von Patagonien.


    2020-Patagonien-30-38.jpg


    2020-Patagonien-30-39.jpg


    Zum Abendessen landen wir heute im La Marmita - ein ausgesprochener Glücksgriff. Gemütliches Ambiente wie in einer Künstlerkneipe, außerordentlich freundliches Personal und kreative, leckere Küche. Als Vorspeise gibt es für uns Ceviche vom Seehecht und Carpaccio vom Guanako, als Hauptgang nehmen wir Lamm bzw. Lachs.


    2020-Patagonien-30-40.jpg


    2020-Patagonien-30-41.jpg


    2020-Patagonien-30-42.jpg


    Ein sehr schöner letzter Abend in Patagonien!



    Gefahrene Kilometer: 20 Strecke

    Wetter: cloudy2.png

    Übernachtung: Cabaña Como en Casa

    Wanderungen: keine

    Donnerstag, 20.02.2020: Vo Torres del Paine nach Punta Arenas

    Andreas macht sich um kurz nach 6:00 Uhr auf zu seinem üblichen Morgenlauf. Nach fünf Minuten kommt er jedoch schon wieder zur Tür herein gesprungen und meint, er müsse heute unbedingt sein Handy zum Fotografieren mitnehmen, weil da draußen - das wäre der Hammer...

    Da hält es auch mich nicht länger im Bett. Ich ziehe mir nur ganz fix den Fleece über den Schlafanzug, schnappe mir die Kamera und sprinte den Hausberg auf unserer kleinen Insel hinauf.

    Dort genieße ich noch einmal mit wehmütiger Abschiedsstimmung die Bilder der blauen Stunde...

    2020-Patagonien-29-01.jpg

    2020-Patagonien-29-02.jpg

    ... die recht bald in schönstes Morgenlicht übergeht.

    2020-Patagonien-29-03.jpg

    2020-Patagonien-29-04.jpg

    Später frühstücken wir im Hotel und wetteifern gegenseitig mit unseren Bildern wink.gif, wobei mich Andreas' Handy-Fotos schon fast ein bisschen neidisch machen:

    2020-Patagonien-29-05.jpg

    2020-Patagonien-29-06.jpg

    2020-Patagonien-29-07.jpg

    2020-Patagonien-29-08.jpg

    Wir checken aus und zahlen unsere Rechnung. Auf dem Weg zum Auto läuft uns noch ein drolliger Fuchs über den Weg. Er bleibt immer wieder stehen, reckt seine Nase in die Luft und schnüffelt in die Bäume hinein - wahrscheinlich ist er gerade auf der Suche nach einem Frühstück wink.gif

    Hoffentlich hat er keinen Appetit auf die Magellan Gänse mit ihren Jungen, die hier auf der Insel wohnen...

    2020-Patagonien-29-09.jpg

    2020-Patagonien-29-10.jpg

    Als wir mit unseren Koffern über die Brücke laufen, ist auf dem Lago Pehoe nicht die kleinste Welle zu sehen.

    Der See liegt glatt wie ein Spiegel unter uns und es herrscht absolute Windstille. Regelrecht unheimlich - hier in Patagonien, dem Land der peitschenden Winde.

    2020-Patagonien-29-11.jpg

    Gegen 8:45 Uhr verabschieden wir uns dann schweren Herzens von unserer kleinen Insel. Mit letzten fantastischen Ausblicken über den See und auf die Bergkette der Torres verlassen wir den Nationalpark und fahren unseren letzten drei Urlaubstagen entgegen.

    Unterwegs halten wir aber noch einmal an jedem Aussichtspunkt an, denn wir können uns einfach nicht losreißen.

    2020-Patagonien-29.jpg

    2020-Patagonien-29-12.jpg

    2020-Patagonien-29-13.jpg

    2020-Patagonien-29-14.jpg

    2020-Patagonien-29-15.jpg

    2020-Patagonien-29-16.jpg

    Hier am Mirador Rio Serrano:

    2020-Patagonien-29-17.jpg

    2020-Patagonien-29-20.jpg

    Am Mirador Cuernos Del Paine:

    2020-Patagonien-29-18.jpg

    2020-Patagonien-29-19.jpg

    Am Mirador Gray sind gerade ein paar Busladungen Touristen abgesetzt worden, hier bleiben wir nicht lange. Dafür entdecken wir später noch einen Kondor, der majestätisch über uns seine Kreise zieht.

    Nach 2.5 Stunden Fahrt mit vielen kurzen Halts kommen wir in Puerto Natales an. Hier machen wir Zwischenstopp und spazieren eine Runde an der Uferpromenade entlang, wo es ein paar nette Fotomotive gibt. Zum Beispiel den Steg am alten Pier, viele Wasservögel und diverse Figuren am Strand:

    2020-Patagonien-29-22.jpg

    2020-Patagonien-29-23.jpg

    2020-Patagonien-29-25.jpg

    2020-Patagonien-29-26.jpg

    2020-Patagonien-29-30.jpg

    2020-Patagonien-29-31.jpg

    2020-Patagonien-29-32.jpg

    2020-Patagonien-29-28.jpg

    2020-Patagonien-29-29.jpg

    Im Coffee Maker lacht uns dann die Auslage mit den Kuchen und Torten so an, dass wir nicht widerstehen können und zwei Stück nebst Cappuccino bestellen.

    2020-Patagonien-29-33.jpg

    Allerdings ist der Dulce de Leche Kuchen dann dermaßen süß, dass wir ihn beim besten Willen nicht komplett aufessen können, obwohl er wirklich furchtbar lecker ist. Im Gegenteil: Wir werden durch diese Kalorienbombe geradezu genötigt, im Anschluss noch den Hausberg von Puerto Natales zu erklimmen, um diese süße Sünde wieder abzuarbeiten wink.gif

    So machen wir uns also um 13:00 Uhr auf zum Mirador Dorothea. Um zum Trailhead zu gelangen, muss man auf den ersten 500 Metern über ein Privatgrundstück laufen, wofür der Eigentümer einen Wegzoll von 5.000 CLP pro Person verlangt. Keine schlechte Einnahmequelle, zumal die Wanderung recht beliebt zu sein scheint.

    Der Weg ist nicht besonders lang - die einfache Strecke etwa drei Kilometer - aber es geht recht steil durch einen schönen Lenga-Wald über 450 Höhenmeter hinauf.

    Oben wird man schließlich nach dem kräftezehrenden Anstieg mit einem tollen Panoramablick über Puerto Natales, den Fjord und die dahinterliegenden Gipfel der patagonischen Anden belohnt.

    2020-Patagonien-29-34.jpg

    2020-Patagonien-29-35.jpg

    2020-Patagonien-29-36.jpg

    2020-Patagonien-29-37.jpg

    Nach reichlich zwei Stunden sind wir wieder unten und nehmen nun das endgültig letzte Stück Autofahrt für diesen Urlaub nach Punta Arenas in Angriff. Unsere Susi hat bisher tapfer durchgehalten und wir hoffen dass sie auch die letzten Kilometer auf der Straße zum Ende der Welt noch gut übersteht.

    Kurz nach 18:00 Uhr kommen wir schließlich in Punta Arenas an. Auf den ersten Blick erschlägt uns die Stadt etwas, da wir in den letzten vier Wochen ja nur durch kleinere Dörfchen gekommen sind. Überall Menschenmengen, Einbahnstraßen und wir sind froh, als wir endlich in der richtigen Straße sind und unsere über Airbnb gebuchte Unterkunft Cabaña Como en Casa gefunden haben.

    Wir finden den Schlüssel wie angekündigt im Briefkasten vor und beziehen unser neues Domizil. Mit insgesamt drei Schlafzimmern und sechs Betten ist es reichlich groß - hoffentlich verlaufen wir uns nicht wink.gif

    2020-Patagonien-29-38.jpg

    2020-Patagonien-29-39.jpg

    Als wir uns halbwegs eingerichtet und ein bisschen mit Carla, der Besitzerin, geplaudert haben, machen wir uns zu einem kleinen Stadtrundgang und der Suche nach einem Restaurant für’s Abendessen auf.

    Leider gefällt uns die Stadt Punta Arenas dabei aber überhaupt nicht. Wir laufen etwas an der Uferpromenade entlang, aber es kommt kein Wohlfühlen auf. Es stinkt überall extrem nach Abgasen, was wahrscheinlich an den im Hafen liegenden Kreuzfahrtschiffen liegt, und alles wirkt irgendwie ein bisschen abgehalftert und heruntergekommen.

    So gibt es auch nicht wirklich viele Bilder.

    2020-Patagonien-29-24.jpg

    Zum Essen landen wir später auf Empfehlung von Carla im Sotito’s.

    Das Restaurant ist zwar hauptsächlich von Touristen besucht, aber das Essen ist wirklich sehr lecker. Als Vorspeise essen wir Octopus in zwei verschiedenen Varianten und als Hauptspeise gibt es einmal Lamm vom Grill und einmal ein Filet Mignon. Für einen Nachtisch ist hinterher dann kein Platz mehr, aber den hatten wir ja eh schon heute Nachmittag in Form der Dulce de Leche Kalorienbombe wink.gif

    2020-Patagonien-29-27.jpg

    Auf dem Rückweg bummeln wir noch ein bisschen durch die zentrale Ladenstraße und sind gegen 22:00 Uhr wieder im B&B, wo wir umgehend in unsere Betten fallen.



    Gefahrene Kilometer: 352 Strecke
    Wetter: cloudy1.png
    Übernachtung: Cabaña Como en Casa
    Wanderungen: Mirador Dorothea

    Verbrannte Bäume gibt es übrigens auch ganz viele auf der Wanderung zum "Mirador Cuernos".

    Die haben wir am vorigen Tag ja auch schon überall gesehen.

    Was manche Leute sich aber auch denken - Klopapier verbrennen :frag:

    Das Wetter war morgens regnerisch und windig, so ist unsere Pinguintour ausgefallen

    Naja, so mega viel habt Ihr da nicht verpasst - ich fand die Pinguine in Südafrika wesentlich spannender.

    abends dann essen in dem Restaurant, was du uns empfohlen hattest.

    Und - hat es Euch geschmeckt? Wir fanden das Restaurant super toll.

    Reinhard 8) lässt euch grüßen.

    Ups - hab ich den Namen verwechselt - ist ja sehr peinlich...

    Trotzdem liebe Grüße zurück.

    Mittwoch, 19.02.2020: Torres del Paine NP: Valle Francés

    Der Sturm hat die ganze Nacht hindurch an unserem Häuschen gerüttelt und es hörte sich wieder nach ziemlich viel Regen an. Aber als wir heute Morgen gegen 6:30 Uhr aufstehen, sieht es schon wieder recht freundlich aus und wir können unsere geplante Wanderung im Valle Francés wie geplant angehen thumbsup.gif

    Die erste Herausforderung des Tages beginnt jedoch beim Duschen: Haare waschen unter einem Wasserstrahl, der mit der Fließgeschwindigkeit von Honig aus dem Duschkopf tröpfelt...

    Zum Glück haben wir es aber nicht eilig, da der erste Katamaran über den Lago Pehoé eh erst um 9:00 Uhr abfährt. Also lassen wir uns auch beim Frühstück viel Zeit und schauen vor der Abfahrt noch einmal kurz bei den Magellan-Gänsen auf der Insel vorbei, die gerade Junge haben.

    2020-Patagonien-27-28.jpg

    2020-Patagonien-27-29.jpg

    Gegen 8:00 Uhr brechen wir auf zur Anlegestelle in Pudeto, wo der Katamaran startet. Die Strecke über den Lago Pehoé wird von Hielos Patagonicos dreimal am Tag befahren und man kann nicht vorbuchen, sondern muss einfach rechtzeitig da sein.

    Wir sind 45 Minuten vor der Abfahrtzeit da und damit bei weitem nicht die Ersten. Es herrscht schon ein ziemlich großer Andrang - unter anderem wartet bereits eine größere Gruppe von Backpackern, die auf den berühmten W-Trek wollen.

    Während dem Warten wird es ziemlich kalt. Wir ziehen uns alles über was wir dabei haben, zittern vor uns hin und sind froh, als wir endlich auf den Kahn dürfen.

    Dieser wird dann so hoffnungslos überfüllt, dass ein Großteil der Leute im Stehen fahren muss. Eine Maximalanzahl Passagiere scheint es hier nicht zu geben. Sicherheitsrichtlinien auch nicht. Passieren darf da allerdings nichts, sonst sitzt man in einer Mausefalle...

    Letztlich legen wir dann 15 Minuten vor der offiziellen Zeit ab - alle bis dahin Angekommenen sind untergebracht. Wer dagegen erst pünktlich laut Fahrplan erscheint, hat Pech gehabt.

    2020-Patagonien-28-02.jpg

    Ein Ticket für die einfache Fahrt kostet übrigens umgerechnet knapp 28 EUR pro Person. Ganz schön happig - der Preis hat sich da in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt. Aber über die Preise im Torres del Paine Park habe ich ja eh schon genug gejammert...

    Die Fahrt mit dem Katamaran ist dann ruhiger als bei dem Wind erwartet, niemand muss unterwegs Fische füttern und nach einer halben Stunde kommen wir an der Paine Grande Lodge auf der anderen Seite des Sees an.

    Wir machen uns direkt auf den Weg, um etwas dem großen Pulk zu entgehen. Aber dieser löst sich eh ziemlich schnell auf, da ein recht großer Teil der Passagiere entweder erstmal in der Paine Grande Lodge eincheckt um das Gepäck zu deponieren oder aber die Wanderung zum Grey Gletscher auf dem Schirm hat. Wir dagegen starten heute in die andere Richtung: zum Valle Francés.

    Der erste Abschnitt des Trails ist relativ flach und einfach zu laufen. Er führt zur Nordseite des Lago Skottsberg und weiter bis zum Camp Italiano.

    2020-Patagonien-28-03.jpg

    2020-Patagonien-28-04.jpg

    Die Berggipfel hängen teilweise noch in dicken Nebelschwaden, aber die Sonne drückt gewaltig und die Blau-Anteile am Himmel werden immer größer. Zwischendurch tröpfelt es auch mal wieder kurz - das Wetter scheint sich im 5-Minuten-Takt zu ändern und es ist noch nicht ganz abzusehen, wer den Kampf am Himmel heute für sich entscheiden wird.

    2020-Patagonien-28-07.jpg

    2020-Patagonien-28-06.jpg

    Der Weg ist vom Regen der letzten beiden Nächte extrem schlammig, es gibt Unmengen an tiefen Pfützen, so dass wir am Ende des Tages aussehen, als hätten wir ein Schlammbad genommen wink.gif

    2020-Patagonien-28-05.jpg

    2020-Patagonien-28-08.jpg

    Nach 2.5 Stunden kommen wir am Camp Italiano an. Eigentlich wollten wir hier Mittagspause machen, aber es liegt alles ziemlich im Schatten und es ist nicht wirklich idyllisch. Also laufen wir direkt weiter in Richtung Mirador Francés.

    Es wird jetzt deutlich steiler und geht immer höher und tiefer in das Tal hinein. Der Untergrund wird schwieriger, aber die Ausblicke dafür mit jedem Schritt spektakulärer und immer wieder verkündet ein lautes Donnern unterwegs, dass der Gletscher „lebt“.

    2020-Patagonien-28-09.jpg

    2020-Patagonien-28-10.jpg

    2020-Patagonien-28-11.jpg

    2020-Patagonien-28-12.jpg

    Gegen 13:30 Uhr erreichen wir den Aussichtspunkt Mirador Francés am Fuß der „Hörner“ Los Cuernos. Hier bietet sich uns ein grandioser Ausblick auf den Französischen Gletscher, der sich von dem Berg Paine Grande abwärts bewegt. Im Hintergrund tafeln sich die Spitzen der Cuernos auf und unten im Tal spiegeln sich die Seen.

    Einfach nur Spektakulär!

    2020-Patagonien-28-18.jpg

    2020-Patagonien-28-13.jpg

    2020-Patagonien-28-16.jpg

    2020-Patagonien-28-14.jpg

    2020-Patagonien-28-19.jpg

    2020-Patagonien-28-17.jpg

    2020-Patagonien-28-15.jpg

    Nach einer halbe Stunde reißen wir uns widerstrebend von dem Anblick los und machen uns langsam wieder auf den Rückweg. Man könnte im Valle Francés auch noch ein ganzes Stück weiter bis zum Aussichtspunkt Británico wandern und genau das würden wir jetzt am liebsten auch tun.

    Aber leider reicht unser Zeitfenster dafür nicht aus, da wir dann den letzten Katamaran um 18:30 Uhr nicht mehr rechtzeitig erreichen würden.

    Auf dem Rückweg fällt der Blick dann automatisch immer wieder nach hinten...

    2020-Patagonien-28-20.jpg

    2020-Patagonien-28-21.jpg

    2020-Patagonien-28-22.jpg

    2020-Patagonien-28-23.jpg

    ... und uns fallen wieder einmal die extrem vielen toten Bäume auf.

    2020-Patagonien-28-24.jpg

    2020-Patagonien-28-25.jpg

    2020-Patagonien-28-26.jpg

    2020-Patagonien-28-27.jpg

    Wir fragen unterwegs einen Ranger danach und er erzählt uns, dass im Jahre 2011 ein Tourist die Bitte, absolut nichts im Park liegen zu lassen, etwas falsch interpretierte und versuchte, sein benutztes Toilettenpapier zu verbrennen. :pipa:

    Das Feuer geriet dabei völlig außer Kontrolle und hatte verheerende Folgen: An die 20.000 Hektar Waldfläche wurden zerstört.

    Gegen 17:30 Uhr sind wir schließlich nach einer tollen Wanderung wieder zurück an der Paine Grande Lodge. Wir haben bis zur Abfahrt des Katamarans noch eine Stunde Zeit, die wir für zwei schnelle Bierchen nutzen. Außerdem sprintet Andreas nochmal eben schnell auf den Hügel am Katamaran-Anleger, um von oben ein Foto von den wartenden Passagieren zu machen.

    2020-Patagonien-28-28.jpg

    Schließlich schippern wir wieder über den See...

    2020-Patagonien-28-29.jpg

    2020-Patagonien-28-30.jpg

    ... und sind gegen 19:30 Uhr zurück in unserer Hosteria.

    Dort warten schon Beate und Reinhold auf uns, mit denen wir uns zum Abendessen verabredet haben. Die beiden waren die ganze Zeit über auf der gleichen Route unterwegs wie wir, aber wir waren ihnen immer 1-2 Tage voraus. Erst hier ganz am Schluss der Reise haben wir es geschafft, uns mal mit ihnen zu treffen.

    Wir verbringen einen sehr netten Abend zusammen, tauschen Urlaubserfahrungen aus und freuen uns, dass wir uns endlich mal persönlich kennen gelernt haben.


    Gefahrene Kilometer: 12 Strecke
    Wetter: cloudy2.png
    Übernachtung: Hosteria Pehoe
    Wanderungen: Valle Francés

    Ich wiederhole mich, einfach genial!!

    Mein Herz geht auf - was für ein Licht

    wunderschön!

    was für wunderschöne Aufnahmen von der windgepeitschten Natur

    Herrliche Aufnahmen

    Dankeschön!

    Ohne Wolken ist es in Patagonien sowieso langweilig. Das Foto ist an dem Abend entstanden als wir uns mit euch getroffen haben. Die Wolken waren genial,

    Sehr schöne Bilder. An dem Tag war das Wetter dann schon wesentlich weniger stürmisch, so dass wir uns über den Lago Pehoe getraut haben.

    die Fotos finde ich wesentlich besser als die "langweiligen" mit strahlend blauem Himmel

    Da hast Du absolut recht - mit Wolken wirkt alles deutlich stimmungsvoller.

    Dienstag, 18.02.2020: Torres del Paine Nationalpark

    Nachdem der Wetterbericht für heute absolut nichts Gutes vorhergesagt hat, haben wir den Wecker vorsorglich ausgestellt und schlafen bis fast 8:00 Uhr.

    Es ist wie erwartet extrem windig und regnerisch - nicht einmal Andreas wagt sich zu seinem Morgenlauf hinaus und das will schon etwas heißen...

    Wir gehen in’s Hotelrestaurant zum Frühstücken - es gibt ein recht übersichtliches Buffet - und überlegen, was wir heute mit diesem Tag anstellen sollen.

    Die ursprünglich geplante Katamaranfahrt und anschließende Wanderung zum Grey Gletscher ist definitiv gestrichen. Aber es gibt ja auch noch die ein oder andere kurze Wanderung und so ein Erholungstag ist vielleicht gar nicht mal so schlecht. Immerhin gibt es in der Lobby einen Kamin und gemütliche Sofas rundherum, auf denen wir es uns bequem machen können wink.gif

    Als wir dann nach dem Frühstück unsere Sachen zusammen packen und uns so langsam auf den Weg machen wollen, ändert sich plötzlich das Bild:

    Es ist zwar nach wie vor total stürmisch und der Wind peitscht die Wellen nur so über den Lago Pehoe, aber er fängt auch an, die dicken Wolken wegzublasen und die Sonne kommt mit einem Mal heraus. Das ist patagonisches Wetter!

    Es entstehen wunderschöne Regenbögen (Plural!), mystische Bilder mit in dünnen Nebelschwaden hängenden Bergspitzen und ansatzweise zeigt sich sogar blauer Himmel.

    2020-Patagonien-27-01.jpg

    2020-Patagonien-27-02.jpg

    2020-Patagonien-27-03.jpg

    2020-Patagonien-27-04.jpg

    Wir machen uns sofort auf den Weg, um diese Phase auszunutzen und fahren das kurze Stück zu den Salto Grande Falls, wo wir gestern die Wanderung zum Cuernos Lookout ausgelassen hatten. Heute passt diese perfekt in unseren Tag.

    Obwohl es gerade mal fünf Kilometer bis zum Parkplatz sind, brauchen wir eine ganze Weile, da wir immer wieder anhalten und versuchen, die fantastischen Farben festzuhalten, die durch das irre Wetter entstehen.

    2020-Patagonien-27-05.jpg

    2020-Patagonien-27-08.jpg

    2020-Patagonien-27-07.jpg

    2020-Patagonien-27-09.jpg

    2020-Patagonien-28-01.jpg

    2020-Patagonien-27-06.jpg

    Am Parkplatz steht dann kein einziges Auto - wir sind scheinbar bisher die einzigen Verrückten, die sich bei diesem Sturm auf Tour machen...

    Nochmal ein kurzer Stopp am Wasserfall mit fotogenem Regenbogen ...

    2020-Patagonien-27-11.jpg

    2020-Patagonien-27-12.jpg

    ... dann marschieren wir los.

    Gleich zu Beginn ist auf dem Weg eine kleine Anhöhe zu überwinden, die sich als echte Herausforderung erweist.

    Über die extrem böige Stelle zwingt uns der Sturm zu Boden und wir können uns nur noch zentimeterweise auf allen vieren vorwärts bewegen. Dabei bekommen wir permanent den feinen Kies ins Gesicht geschleudert und wir sind uns kurzzeitig nicht sicher, ob das noch vernünftig ist, was wir hier machen.

    Wir sind kurz vor dem Aufgeben und Umkehren, aber nach dieser einen kritischen Stelle wird es deutlich besser und wir können wieder zum aufrechten Gang zurückkehren. Nur noch hin und wieder müssen wir uns schräg in den Wind stellen, um nicht weggeblasen zu werden wink.gif

    Ein paar Guanakos, die wir unterwegs sehen, lassen sich allerdings von dem starken Wind überhaupt nicht stören. Klar, die knuffigen Vierbeiner sind mit ihrem dicken Fell gut geschützt und an den Wind hier gewöhnt...

    2020-Patagonien-27-15.jpg

    2020-Patagonien-27-16.jpg

    Der einfache, aber abwechslungsreiche Trail führt vorbei am idyllischen Lago Nordenskjöld und durch eine grandiose Landschaft. Dabei haben wir unterwegs permanent das Paine-Massiv im Blick, aus dem die Cuernos in verschiedenen Perspektiven vor uns aufragen.

    2020-Patagonien-27-18.jpg

    2020-Patagonien-27-14.jpg

    2020-Patagonien-27-20.jpg

    2020-Patagonien-27-13.jpg

    2020-Patagonien-27-19.jpg

    2020-Patagonien-27-17.jpg

    Leider sind aber auch hier wie in der gesamten Gegend immer noch deutlich die Spuren des verheerenden Brandes zu sehen, den vor einigen Jahren ein Tourist durch Nachlässigkeit verursacht hat.

    2020-Patagonien-27-21.jpg

    2020-Patagonien-27-22.jpg

    2020-Patagonien-27-23.jpg

    2020-Patagonien-27-24.jpg

    Nach einer reichlichen Stunde erreichen wir den Aussichtspunkt am Ende des Wanderweges und vor uns liegen die grauen Cuernos über dem türkis-blauen Lago Nordenskjöld. Ein beeindruckender Anblick.

    2020-Patagonien-27-25.jpg

    Hier treffen wir auch ein junges französisches Pärchen, mit dem wir sofort nett in’s Gespräch kommen. Die beiden sind nur für einen Tagesausflug mit dem Bus aus Puerto Natales gekommen und müssen sich im Park trampend fortbewegen. Relativ unsicher, wenn man für die Rückfahrt am Abend wieder pünktlich zum Bus zurück muss...

    Wir bieten ihnen an, sie nach der Tour zumindest bis zu unserem Hotel mitzunehmen, dann könnten sie von da aus noch eine kleine Wanderung am Nachmittag machen.

    Das nehmen sie gerne an und so laufen wir auf dem Rückweg mit ihnen zusammen, tauschen weiter Reiseerfahrungen aus und haben gemeinsam eine Menge Spaß bei diversen Wind-Fotos...

    2020-Patagonien-27-26.jpg

    2020-Patagonien-27-27.jpg

    Gegen 12:15 Uhr sind wir wieder am Parkplatz zurück und wenig später sitzen wir in der Lobby unserer Hosteria vor dem Kamin, um uns aufzuwärmen.

    Wir trinken einen heißen Tee, genehmigen uns zum Lunch ein paar Empanadas und plaudern noch eine Runde mit den beiden Franzosen.

    Nach einer Stunde brechen wir dann noch ein zweites Mal auf zu einer kleinen Nachmittagswanderung.

    Nur ein paar Meter von unserer Unterkunft entfernt startet der Trail zum Mirador Condor, der uns dafür gerade recht erscheint.

    Der Weg zum Aussichtspunkt führt sanft ansteigend durch eine idyllische Hügellandschaft und ist sehr angenehm zu laufen. Nach einer Dreiviertelstunde sind wir bereits oben und genießen eine Weile die geniale Rundumsicht auf den Lago Pehoe, auf das Bergmassiv und die unberührten Hügel und Lagunen auf der Gegenseite.

    2020-Patagonien-27-32.jpg

    2020-Patagonien-27-31.jpg

    2020-Patagonien-27-30.jpg

    2020-Patagonien-27-33.jpg

    Dann entscheiden wir uns spontan, nicht den gleichen Weg wieder zurück zu nehmen, sondern auf der anderen Seite des Hügels hinabzusteigen und die Variante über den Campingplatz zu laufen.

    Dazu müssen wir allerdings erst einmal über den Sattel und durch eine Art Kamin hindurch. Dieser ist strömungsmechanisch äußerst ungünstig bei dem aktuellen Wind und wir haben ordentlich zu kämpfen. Mit annähernd 100 km/h pfeift es uns hier entgegen, aber halb kriechend und mit Hilfe des Allrad schaffen wir es irgendwie.

    2020-Patagonien-27-34.jpg

    2020-Patagonien-27-35.jpg

    Nach dem Kamin treffen wir dann auf eine geführte Gruppe, die - vom Campingplatz aus kommend - hier ihre Wanderung abgebrochen hat. Echt schade, wenn man so kurz vor dem Aussichtspunkt und dem Gipfel umkehren muss, aber natürlich verständlich, wenn der Guide das so entscheidet: er hat ja auch eine gewisse Verantwortung für die Gruppe.

    Der Weg hinab auf der anderen Seite führt zum großen Teil durch hohes Gras und gefällt uns auch total gut. Allerdings sind auch hier die Spuren des schlimmen Waldbrandes noch allgegenwärtig.

    2020-Patagonien-27-36.jpg

    2020-Patagonien-27-37.jpg

    Vom Campingplatz aus müssen wir dann noch einen reichlichen Kilometer an der Schotterstraße zurück laufen, aber da diese direkt am See entlang führt und nicht stark befahren ist, ist das gar nicht weiter schlimm.

    Gegen 15:30 Uhr sind wir schließlich wieder in unserer Unterkunft und verbringen den restlichen Nachmittag in der Lobby vor dem gemütlichen Kamin, wo wir einfach mal fünf gerade sein lassen.

    Abendessen gibt es dann wieder in der Hostería - für mich das Menü und für Andreas einen Burger - und damit ist schon wieder ein Urlaubstag vorbei.

    2020-Patagonien-27-38.jpg


    Gefahrene Kilometer: 12 Strecke
    Wetter: cloudy3.png
    Übernachtung: Hosteria Pehoe
    Wanderungen: Mirador Cuernos, Mirador Condor

    Eure erste Wanderung war ja fast vom Winde verweht

    Am nächsten Tag wird es noch stürmischer.

    Ich wiederhole mich, wunderschöner Tag

    Tolle Ziele hattet Ihr wieder

    Die Eisberge sind toll!

    Die Eisberge sehen irgendwie "unwirklich" aus, interessant!

    Danke!

    Auf dem Mirador Ferrier waren wir ja nicht, wie du weißt, und das bedauere ich heute noch, denn wir hätten das perfekte Wetter dafür gehabt

    Das ist schade - denn von da oben hat man wirklich einen tollen Blick. Und bei schönem Wetter hättet Ihr ihn sicher auch länger als nur eine Minute genießen können ;)

    Aber wir hatten ja die Schifffahrt auf dem Lago Grey gebucht, und das war bei dem Wetter noch einmal eine ganz besonders schöne Erfahrung.

    Das glaube ich. Wie nah wart Ihr da am Grey Gletscher dran?

    Schöne Fotos zeigst du

    Dankeschön :love:

    Montag, 17.02.2020: Torres del Paine Nationalpark

    Der Wecker klingelt um 6:00 Uhr. Für heute ist ziemlich schlechtes Wetter gemeldet - es soll den ganzen Tag lang Hunde und Katzen regnen - und wir wollen am liebsten gar nicht aufstehen.

    Aber als wir aus dem Fenster schauen, können wir es schier nicht glauben: wir blicken schon wieder auf einen freundlichen blauen Himmel.

    2020-Patagonien-26-02.jpg

    Also hüpfen wir schnell aus dem Bett und sitzen eine halbe Stunde später am Frühstückstisch. Wieder plündern wir das Buffet und hauen uns ordentlich den Magen voll. Dann checken wir aus und brechen direkt auf, um die schönen Stunden heute noch möglichst gut zu nutzen, bevor der angekündigte Katzen-Regen einsetzt.

    Der blaue Himmel fängt schon langsam an, sich zu verflüchtigen und die ersten dunklen Wolken ziehen auf. Trotzdem sieht es nach wie vor relativ freundlich aus und wir hoffen auf noch ein paar trockene Stunden.

    Wir fahren quer durch den Park und kommen dabei an vielen hübschen kleinen Tümpeln, Seen und Lagunen vorbei - zum Beispiel an der Laguna Larga, am Lago Nordenskjöld und an der Laguna Mellizas.

    2020-Patagonien-26-04.jpg

    2020-Patagonien-26-03.jpg

    2020-Patagonien-26-09.jpg

    2020-Patagonien-26-06.jpg

    Und wir haben dabei immer eine schöne Sicht auf die markanten Cuernos.

    2020-Patagonien-26-10.jpg

    2020-Patagonien-26-11.jpg

    2020-Patagonien-26-07.jpg

    2020-Patagonien-26-08.jpg

    2020-Patagonien-26-05.jpg

    Wir fahren bewusst langsam und gemächlich und halten unterwegs sehr oft an, so dass wir fast eine anderthalbe Stunde bis zum Parkplatz an den Salto Grande Falls brauchen.

    Hier laufen wir den sehr kurzen Weg zum Aussichtspunkt. Das türkis-blaue Wasser des Rio Paine stürzt tosend über die Felsen und dann etwa 15 Meter in die Tiefe. Recht beeindruckend.

    2020-Patagonien-26-12.jpg

    2020-Patagonien-26-13.jpg

    2020-Patagonien-26-14.jpg

    2020-Patagonien-26-15.jpg

    Man könnte von hier aus auch noch ein ganzes Stück weiter laufen zum Cuernos Lookout, aber diese Wanderung heben wir uns auf für einen anderen Tag - heute wollen wir noch weiter bis zum Lago Grey.

    Aber natürlich gibt es vorher noch ein kurzes Fotoshootings vor dem Hintergrund der Cuernos wink.gif

    2020-Patagonien-26-16.jpg

    2020-Patagonien-26-17.jpg

    2020-Patagonien-26-18.jpg

    Ab hier ist die Straße zum Lago Grey richtig übel - grober Schotter und Wellblech vom Feinsten - so dass wir nicht wirklich schnell fahren können. Wir wollen schließlich nicht riskieren, dass unsere Scheibe weiter reißt und womöglich noch ganz kaputtgeht.

    Aber nichtsdestotrotz ist die Fahrt spektakulär und bietet unterwegs grandiose Ausblicke - hier zum Beispiel am Lago Pehoe mit Blick auf unsere heutige Unterkunft, die wir aber vorerst einmal links liegen lassen.

    2020-Patagonien-26-19.jpg

    2020-Patagonien-26-20.jpg

    2020-Patagonien-26-21.jpg

    Gegen 10:30 Uhr kommen wir dann am Hotel Lago Grey an. Hier haben wir die Wahl zwischen zwei Wanderwegen, die direkt am Parkplatz starten: einer mit ordentlich Höhenmetern zum Aussichtspunkt Mirador Ferreir und ein relativ flacher Weg zum Lago Grey.

    Andreas darf entscheiden und so ist natürlich völlig klar, dass es der Erste wird wink.gif

    Wir schnüren also die Wanderstiefel, packen reichlich zu trinken ein und registrieren uns an der Grey Ranger Station. Dann versuchen wir uns am Aufstieg zum 650 Meter höher gelegenen Mirador Ferrier.

    Der Weg ist zwar mit insgesamt 7.5 Kilometern nicht wirklich lang, doch der Pfad ist schmal und steil mit teilweise sehr hohen Stufen, so dass es zu einer ziemlich schweißtreibenden Angelegenheit wird.

    2020-Patagonien-26-22.jpg

    2020-Patagonien-26-23.jpg

    2020-Patagonien-26-27.jpg

    2020-Patagonien-26-25.jpg

    Auflockerung und Motivation gibt es unterwegs durch lustige Schilder am Wegrand, auf denen jeweils ein kleiner Biber verkündet, wieviele Höhenmeter noch vor uns liegen - eine nette Idee thumbsup.gif

    2020-Patagonien-26-24.jpg

    Je höher wir kommen, umso stürmischer wird es und als wir schließlich den Gipfel erreicht haben, haut es uns fast aus den Latschen.

    Wir können die Aussicht auf den Lago Grey mit seinen Gletschern nicht wirklich genießen, da wir uns viel zu sehr darauf konzentrieren müssen, nicht umgeblasen zu werden.

    2020-Patagonien-26-26.jpg

    Wir klammern uns an allem fest, was irgendwie stabil genug erscheint und nach zwei, drei schnellen Fotos sind wir von dem eisigen Wind so ausgekühlt, dass wir schnellstmöglich wieder den Rückzug antreten.

    2020-Patagonien-26-28.jpg

    Ein paar vereinzelte Wagemutige kommen uns auf dem Weg nach unten entgegen, aber im großen Ganzen ist der Weg schon eher schwach frequentiert.

    Das wiederum kann man von unserem nächsten Trail überhaupt nicht sagen:

    Als wir nach knapp vier Stunden gegen 14:30 Uhr wieder unten ankommen und uns im Trailregister ausgetragen haben, ist Andreas ist noch nicht ausgelastet und wir haben auch noch etwas Zeit. Also machen wir gleich noch die zweite Tour zum Lago Grey hinterher, die ebenfalls am Parkplatz startet.

    Diese beginnt mit der Überquerung einer hölzernen Hängebrücke, an der es sich schon gleich erstmal staut. Immer nur sechs Personen dürfen gleichzeitig darüber, was bei einer direkt vor uns abgesetzten Busladung voller Touristen eine Weile Anstehen bedeutet.

    Nachdem diese Hürde einmal genommen ist, ist die Wanderung aber eigentlich ganz nett: sie führt zum südlichen Ufer des Lago Grey mit einem breiten Kiesstrand. Im Wasser schwimmen jede Menge tiefblaue Eisbrocken - teilweise zum Greifen nah - und am Ende des Strandes kann man noch auf einer kleinen baumbestandenen Halbinsel zu einem Aussichtspunkt laufen.

    2020-Patagonien-26-29.jpg

    2020-Patagonien-26-30.jpg

    2020-Patagonien-26-31.jpg

    2020-Patagonien-26-32.jpg

    Alleine ist man dabei natürlich nicht:

    Zu den ohnehin schon vielen Bustouristen, die hierher gebracht werden, gesellen sich später noch diejenigen, die gerade von der Bootsfahrt auf dem Grey Lake zurückkommen. Entsprechend lange dauert dann auf dem Rückweg das öde Anstehen an besagteter Hängebrücke...

    2020-Patagonien-26-33.jpg

    Aber zumindest können wir während dem Warten ein paar Smaragdsittiche in den Bäumen beobachten, unter anderem ein Weibchen, das gerade sein Baby in einem Astloch füttert.

    2020-Patagonien-26-34.jpg

    2020-Patagonien-26-35.jpg

    Gegen 16:30 Uhr sind wir wieder am Parkplatz und fahren nun eine Stunde über Feinripp zurück zum Lago Pehoe. Dort checken wir in der traumhaft gelegenen Hosteria Pehoe für die nächsten drei Tage ein.

    Draußen hat es sich in der Zwischenzeit immer mehr zugezogen und das angekündigte schlechte Wetter scheint jetzt wohl doch tatsächlich zu kommen.

    Wir beziehen unser Zimmer und befinden es für halbwegs ok - da hatten wir nach diversen Berichten Schlimmeres erwartet. Auch hier gilt: es ist nicht annähernd das, was man normalerweise für so einen Preis erwarten würde, man bezahlt hier halt vor allem die Lage. Aber wir werden es die nächsten drei Tage hier schon gut aushalten.

    2020-Patagonien-26-36.jpg

    2020-Patagonien-26-37.jpg

    2020-Patagonien-26-38.jpg

    Zum Abendessen gibt es nicht viele Alternativen und so essen wir im Hotel-Restaurant, wo wir zwischen zwei täglich wechselnden dreigängigen Menüs und Burger oder Sandwiches von der Karte wählen können.

    Wir nehmen das Menü, was ganz in Ordnung ist: nichts Besonderes, aber einfache, solide Küche: Kürbissuppe, frittierte Zucchini, Lamm mit Rosmarin-Kartoffeln und ein Stück Kuchen als Dessert.

    Dann macht sich langsam die Bettschwere breit. Draußen stürmt es wie verrückt und wir kuscheln uns in unsere warmen Decken. Die Schlechtwetterfront rückt mit aller Gewalt an und wir gehen mal davon aus, dass morgen Ausschlafen angesagt ist, denn die geplante lange Wanderung zum Grey Gletscher haben wir gedanklich schon gestrichen...


    Gefahrene Kilometer: 95 Strecke
    Wetter: cloudy3.png
    Übernachtung: Hosteria Pehoe
    Wanderungen: Salto Grande, Mirador Ferrier & Lago Grey

    Aber die Völkerwanderung!

    Das war wirklich nicht mehr schön. Zum Glück waren wir so früh gestartet, dass uns das erst auf dem Rückweg betroffen hat.

    Was für ein klasse Blick am Ende der Wanderung.

    :love:

    Aber kurz kam die Sonne raus und ich konnte eins meiner absoluten Lieblingsbilder ever schießen.

    Das ist wirklich ein schönes Bild.

    Dein Mann ist ja wirklich topfit, denn nach der beschwerlichen Wanderung noch laufen :nix1: , sehr sportlich!

    Er lebt gerade nach dem Motto "Ein Tag ohne 2000 Höhenmeter ist ein verlorener Tag" - also hatte er nach der Wanderung erst die Hälfte erledigt ;,cOOlMan;:

    Bis zum nächsten Kapitel

    :cap:

    Sonntag, 16.02.2020: Torres del Paine: Base las Torres

    Der Wecker klingelt um 6:00 Uhr und als wir aus dem Fenster schauen, lacht uns ein strahlend blauer Himmel an. Das kann doch gar nicht nicht wahr sein - womit haben wir nur soviel Glück verdient?

    Wir springen schnell aus dem Bett, schmieren uns fix ein paar Brote für die lange Wanderung, die heute auf dem Programm steht, und sprinten dann zum Frühstück. Hier plündern wir das gut bestückte Buffet. Es gibt eine recht gute Auswahl an warmen und kalten, deftigen und süßen Speisen und wir schlagen uns die Bäuche ordentlich voll.

    2020-Patagonien-25-01.jpg

    Gegen 7:15 Uhr marschieren wir dann los im schönsten Morgenlicht zu unserer heutigen Tageswanderung zum Mirador las Torres.

    2020-Patagonien-25-02.jpg

    2020-Patagonien-25-03.jpg

    Wir starten bewusst früh, um dem Massenansturm ein wenig zuvor zu kommen: Da der Trail sehr beliebt ist, soll auf dem Weg immer recht viel Betrieb sein.

    In der Nacht hat es offenbar auf dem Berg geschneit, wir sehen bis zur Hälfte herunter Neuschnee liegen. Ansonsten werden wir nach wie vor vom Wetterglück verfolgt. Am blauen Himmel gibt es zwar vereinzelte Schäfchenwolken, aber vom gestrigen Wind ist nicht mehr allzuviel zu spüren, so dass sich die wenigen Grad über Null gar nicht so wirklich kalt anfühlen.

    2020-Patagonien-25-04.jpg

    2020-Patagonien-25-05.jpg

    Die Wanderung startet direkt am Hotel und ist auf den ersten Metern mit dem gestrigen Weg identisch. Nach der Hängebrücke biegen wir heute jedoch nach rechts ab und folgen dann mehr oder weniger dem wild rauschenden Río Ascendio.

    Es geht recht gemächlich bergauf und wir erfreuen uns die ganze Zeit am herrlichen Ausblick in die Bergwelt am Ende des Tals.

    2020-Patagonien-25-06.jpg

    2020-Patagonien-25-07.jpg

    2020-Patagonien-25-08.jpg

    2020-Patagonien-25-09.jpg

    2020-Patagonien-25-10.jpg

    2020-Patagonien-25-11.jpg

    Gegen 9:00 Uhr kommen wir am Refugio Chileno an. Es ist immer noch recht frisch und vieles liegt noch im Schatten, so dass der Platz nicht wirklich zum verweilen einlädt. Außerdem ist es für eine Bierpause jetzt noch zu früh und so lassen wir das Refugio Refugio sein und marschieren weiter den Berg hinauf.

    Nachdem wir den Fluss passiert haben, geht es über Serpentinen durch knorrige patagonische Lenga-Wälder und der Pfad wird zunehmend steiler.

    2020-Patagonien-25-12.jpg

    2020-Patagonien-25-13.jpg

    2020-Patagonien-25-14.jpg

    2020-Patagonien-25-15.jpg

    2020-Patagonien-25-29.jpg

    2020-Patagonien-25-28.jpg

    Das letzte Teilstück der Wanderung sind dann keine netten, freundlichen Serpentinen mehr, sondern ein Geröllfeld mit riesigen Steinbrocken. Dies ist der beschwerlichste Teil der Wanderung und es sind immer wieder kleinere Klettereinlagen erforderlich.

    2020-Patagonien-25-18.jpg

    2020-Patagonien-25-17.jpg

    2020-Patagonien-25-20.jpg

    2020-Patagonien-25-19.jpg

    Nach weiteren zweieinhalb Stunden haben wir es dann aber endlich geschafft und die Mühe des Aufstiegs wird mehr als gebührend belohnt.

    Der Anblick, der sich uns am Ende der Moräne bietet, ist einfach nur atemberaubend. Vor uns erheben sich majestätisch und imposant die drei gigantischen Granittürme der Torres über der malerischen Lagune.

    2020-Patagonien-25-16.jpg

    2020-Patagonien-25-21.jpg

    2020-Patagonien-25-22.jpg

    2020-Patagonien-25-23.jpg

    Sie verstecken ihre letzten Spitzen zwar etwas verschämt in den Wolken, diese werden aber durch den hier oben vorherrschenden starken Wind immer wieder auseinander geblasen, so dass hin und wieder doch alle drei Granitspitzen vollständig zu sehen sind.

    Und es ist saukalt hier oben in dem eisigen Wind. Ein paar einzelne Schneeflocken fliegen umher und wir ziehen uns rasch erstmal Fleece und Regenjacke drüber und die Handschuhe an. So lässt es sich wieder aushalten...

    Wir machen Mittagspause, essen unsere Brote, und fotografieren was das Zeug hält.

    2020-Patagonien-25-24.jpg

    2020-Patagonien-25-25.jpg

    2020-Patagonien-25-26.jpg

    Gegen 12:15 Uhr brechen wir dann wieder auf zum Rückweg. Was uns auf dem Abstieg erwartet, ist leider nicht wirklich überraschend: War es oben an der Lagune durch unseren frühen Start noch recht überschaubar, wird der Trail jetzt zur reinsten Völkerwanderung.

    So schön diese Wanderung auch ist, so häufig ist sie leider auch begangen. Uns kommen scharenweise Wanderer entgegen und insbesondere auf dem oberen Teil, wo der Pfad sehr eng ist, ist das schon ein wenig problematisch. Ständig müssen wir stehen bleiben, um die entgegenkommenden Wanderer vorbei zu lassen. Stop & Go in Reinform.

    2020-Patagonien-25-27.jpg

    Gegen 14:00 Uhr kommen wir wieder am Refugio an. Jetzt haben wir uns die Bierpause redlich verdient und machen es uns drin im warmen Häuschen gemütlich.

    Wir treffen eine Familie aus Virginia wieder, die wir schon von einer Wanderung bei El Chaltén kennen und kommen in’s Plaudern. Es ist total nett und so folgt auf das erste Bier ein zweites und auch noch ein drittes. Die Zeit vergeht im Nu und nach 90 Minuten stellen wir fest, dass wir ja noch ein gutes Stück vor uns haben und vielleicht mal weiter laufen sollten...

    Als wir aufbrechen, nieselt es ein kleines bisschen und die Berge ziehen immer mehr zu. Das Nieseln ist zwar nach wenigen Minuten schon wieder vorbei, aber die Torres werden wohl für heute nicht noch einmal sichtbar werden. Also alles richtig gemacht mit unserem frühen Start thumbsup.gif

    Zurück zum Hotel brauchen wir dann noch etwa 90 Minuten und sind gegen 17:00 Uhr wieder da. Wir telefonieren lange und ausgiebig mit Christian, dann geht Andreas eine Runde laufen, ich springe unter die Dusche und schreibe in der Zwischenzeit ein bisschen am Reisebericht.

    Auf das Restaurant verzichten wir heute angesichts der gestrigen Erfahrungen und verbringen den restlichen Abend stattdessen chillenderweise mit ein paar Drinks und ein paar Snacks an der Hotelbar.

    2020-Patagonien-25-30.jpg

    2020-Patagonien-25-31.jpg


    Gefahrene Kilometer: 0
    Wetter: cloudy2.png
    Übernachtung: Hotel Las Torres
    Wanderung: Mirador las Torres

    Was für uns halt noch dazu kam bei der Entscheidung, war das Tankproblem.

    Es gibt nämlich im kompletten Torres del Paine Park und auch in der näheren Umgebung keine einzige Tankstelle.


    In Puerto Natales zu übernachten war für uns sowieso ein NoGo wegen der Anfahrtsstrecke.

    Unmittelbar vor den Toren des Parks übernachten wie Beate es gemacht hat, wäre aber ebenfalls zuviel Fahrerei gewesen, um 5 Tage lang mit einer Tankfüllung hinzukommen. Der Park ist nämlich ziemlich groß, das darf man nicht unterschätzen. Darum hatten wir auch zwei verschieden Unterkünfte im Park um die Fahrstrecken zu minimieren.


    Beate hatte ein anderes Auto und durfte einen Reservekanister mitführen. Das konnten wir nicht.

    Da hätte man dann für das Auto deutlich mehr zahlen müssen, was die Kostenersparnis bei der Übernachtung wieder aufgefressen hätte.

    Jetzt kommt es mir gerade bekannt vor- da war doch Jutta auch schon, oder?

    Ist aber auch schön dort.

    Ja, Jutta ist ein Jahr zuvor von der Strecke her eine ähnliche Route gefahren.

    Das Hotel schaut gut aus. Was zahlt man da so?

    Ich glaube das willst Du nicht wirklich wissen ;)


    Wie schon mehrfach angedeutet, ist der Torres del Paine Park extremst teuer in jeglicher Hinsicht.

    Wir waren 2 Nächte im Hotel las Torres und haben dort 442 EUR pro Nacht gezahlt.

    Die Alternative wäre ein 6-Bett Zimmer mit Gemeinschaftsbad für 350 USD Pro Nacht (mit Vollverpflegung) gewesen oder aber außerhalb des Parks übernachten, was für uns beides nicht in Frage kam.

    In der Hosteria Pehoe - unserem zweiten Übernachtungsort im Park für 3 Nächte - haben wir "nur" 263 EUR pro Nacht gezahlt. Dafür war das dort aber auch nochmal sehr viel einfacher.


    https://www.lastorres.com/wp-c…B-Rates-2020-2021-USD.pdf

    Interessante Gegend

    Für mich ist der Torres del Paine die schönste Gegend der Welt.

    Einfach herrlich!

    Wir fanden den Torres del Paine landschaftlich auch wunderschön - trotzdem blieb El Chalten unser Favorit ;dherz;

    am nächsten und übernächsten Tag hatten wir richtiges Kaiserwetter, kein einziges Wölkchen am Himmel, und in den Tagen bin ich richtig braun geworden.

    Dieses ganz besonders tolle Wetter hatten wir erst am vorletzten Tag als wir uns mit Euch getroffen hatten und dann am Abreisetag aus dem Torres del Paine. Aber auch wir konnten uns insgesamt absolut nicht beklagen. Zum Wandern war es super, nur manchmal etwas arg stürmisch :sturm: