Mexiko 2021: Von der Karibikküste über Yucatan bis Chiapas - Weiße Traumstrände, wilder Regenwald und uralte Ruinen

  • Tolle Bilder, :love: wunderschöne Ruine :!: , süße Affen <3 und ich mag Fledermäuse! :love::love:


    Ein rundherum gelungener Besuch :)


    Faszinierend, auch wie die Natur sich viel der alten Stätten zurückgeholt hat :clap1:


    Tolle Affenbilder :daumen1:

    Haben die auch gebrüllt? Waren es überhaupt Brüllaffen?


    Die Sachen sind ja alle ausgegraben. Hätte man nichts daran gemacht wären das alles einfach nur bewachsene Hügel, wie es in weiten Teilen des Landes auch der Fall ist. Auf der flachen Yucatán Halbinsel ist jeder Hügel zu 90% eine nicht ausgegrabene Maya Ruine. Heftig, oder?


    Die haben nicht gebrüllt, sollten aber Brüllaffen gewesen sein. Gebrüllt wird übermorgen!


    Der Tag gefällt mir ausgesprochen gut. :daumen1:

    Die Affen sind toll, genauso die Fledermäuse. Die alten Tempel haben auch ihren Reiz. :clap1::clap1:


    Mir hat der Tag auch sehr gut gefallen :)


    Das war echt ein tolles Erlebnis.

    Der Tempel, die Affen, die Bootsfahrt zu dem abgelegenen Ort im Dschungel - alles perfekt. :)


    Allerdings, der Tag war auf jeden Fall eines meiner Highlights!

  • Die Ruinen sind sehr interessant. Das würde ich mir auch gerne mal anschauen, ist bestimmt sehr beeindruckend.


    Waren sie auch! Der Besuch hat sich mehr als gelohnt.


    Megatolle Eindrücke!


    Danke :)


    Ohne viele Worte, magisch!


    Das trifft es gut!


    Die Bilder muss ich mir später noch anschauen.

    Hier im Hotel ist das wlan zu langsam und bringt die Bilder nicht auf mein iPad.

    Aber das hole ich zuhause nach.


    Das kannst du ja auch nach dem Urlaub machen, es gibt wichtigeres :) :)

  • Tag 8 (27.02.2021) - "Wann sind wie endlich daaaaa?"




    Zurück in Frontera Corozal sind wir scheinbar das letzte Boot, das am Ufer sehnsüchtig erwartet wird und zwar von einem jugendlichen Kokosnuss Verkäufer. Als wir wieder im Auto sitzen ärgere ich mich ein wenig keine genommen zu haben, denn unsere Gruppenmitglieder hatten es offenbar nicht so eilig wie wir und haben sich eine genehmigt. Wir wollten eben nicht trödeln und die Abfahrt verzögern, aber von solchen Gedanken sollte man sich vielleicht mal frei machen, sonst juckt es ja auch niemanden. Naja, dann eben keine Kokosnuss!

    Weit fahren müssen wir nicht, denn das Restaurant, bei dem wir bereits vorbestellt haben ist ja im gleichen Dorf. Als Vorspeise bekommen wir alle eine Nudelsuppe serviert, bei der ich eher skeptisch bin. Generell finde ich Suppen schwierig, wenn ich die nicht selbst gemacht habe oder nicht genau weiß, was alles drin ist. Sie schmeckt dann auch ein bisschen eigenartig, aber ganz okay.


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    Die Getränke müssen wir bezahlen, aber die Preise sind moderat und die Menge einfach der Wahnsinn. Da reicht sogar mir als Vieltrinker ein Glas beim Essen :eek:

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    Das Fleisch ist eine einzige Katastrophe, total zäh und voller Knorpel <X Das erinnert mich irgendwie mehr an Fleischabfälle und viel kann ich davon nicht essen und auch den Nachtisch übergebe ich komplett an Marc. Ich weiß gar nicht mehr was es war. Nach gestern und heute sollte ich nun aber mal dazu gelernt haben und etwas anderes bestellen als Beef. Spoiler: Ich lerne nicht dazu.

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    Joyce fährt mit uns zur Post der Stadt, weil er noch ein Paket abhole wollte, die hat allerdings schon geschlossen. Ich bin immer noch fasziniert von den unbefestigten Straßen mitten in den Orten.

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    Nun fahren wir noch mal kurz zurück nach Bonampak um unsere beiden Mitreisenden abzugeben. Die beiden Frauen übernachten hier im Dschungel um morgen eine längere Wanderung zu machen. Das hätte mir auch gefallen! Erst als die beiden Frauen weg sind erzählt Joyce uns, dass es sich um ein Ehepaar handelt und das sie nichts gesagt haben, weil sie nicht wussten wie wir darauf reagieren. Das wäre natürlich komplett überflüssig gewesen, ätzend das man da so drüber nachdenken muss was man tut und sagt.

    Man, bin ich müde... Jetzt haben wir allerdings noch den schlimmsten Teil des Tages vor uns: 3 Stunden Rückfahrt nach Palenque.


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    Am Anfang unterhalten wir uns noch über alle möglichen Dinge mit Joyce. Unter anderem sprechen wir ihn auf diese komischen Kiosks an, die wirklich JEDES Kaff hat, auch wenn es insgesamt aus 3 Häusern besteht. Er erklärt uns, dass jeder hier das für eine sensationelle Geschäftsidee hält, es aber einfach nicht so ist. Sehr kurios das Ganze. Oft sind wir in den letzten beiden Tagen Gruppen begegnet, die über die Straße latschen, meistens mit Wasserkanistern in der Hand. Bis jetzt haben wir sie einfach für Einheimische gehalten, die lange Wege haben oder von Feldarbeiten kommen. Jetzt lernen wir, dass es sich dabei IMMER um illegale Immigranten handelt, die grad über die Grenze geschmuggelt wurden und jetzt hoffen, nicht erwischt zu werden :eek::eek::eek: Davon haben wir alleine auf der Rückfahrt nach Palenque locker 10 Gruppen gesehen. Diese Menschen sind seit Wochen zu Fuß unterwegs und kommen meistens aus den südlicheren Ländern, oft aus Honduras. Das Ziel ist manchmal Mexiko, viel öfter aber die USA und die übt einen immensen Druck auf die mexikanische Regierung aus, die Grenze zu Guatemala zu kontrollieren, damit diese Menschen gar nicht erst bis zur US Grenze kommen. Das ist auch der Grund für die vielen Police Checkpoints und Streifen in Chiapas. Oft sind die illegalen Immigranten in den Händen von diversen Drogenkartellen, die sie in verschiedene Ecken des Landes verfrachten. Für die Kartelle steht die Sicherheit der Touristen an allererster Stelle, denn sobald ein Tourist zu Schaden kommt wird eine Menge Aufsehen erregt, andere Länder mischen sich ein und die Regierung muss etwas tun. Die mexikanische Regierung hat grundsätzlich aber gar kein Interesse etwas zu tun, sondern schließt lieber Abkommen mit den Kartellen. Die wiederum haben ihre Ruhe, wenn kein Aufsehen erregt wird... Ergo: Als Tourist bewegt man sich in Chiapas am sichersten und ungehindersten.

    Die Sonne geht auf halber Strecke unter und wir fahren erstmals im dunklen in Mexiko. Spätestens jetzt sind wir froh, dass wir nicht selbst gefahren sind und einfach nur dösen können.


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    Die Kirmes ist sogar beleuchtet, auch wenn genau so viel los ist wie heute morgen... Gar nichts :D

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    Diesmal werden wir am Polizei Checkpoint kurz vor Palenque angehalten und Joyce ist sichtlich genervt. Er soll die hinteren Scheiben runter machen, damit der junge Officer uns begutachten und fragen kann, wie uns der Tag gefallen hat. Als wir vorbei sind erklärt Joyce uns, dass der Polizist wohl sehr unerfahren sein muss, ein älterer Kollege hätte sofort erkannt das wir Touristen sind und das es Zeitverschwendung ist, uns anzuhalten. Um die Uhrzeit ist die Wahrscheinlichkeit aber grundsätzlich groß komplett gefilzt zu werden, denn niemand fährt Nachts durch den Dschungel. Die Uhrzeit jetzt ist noch im Rahmen für Tourenrückkehrer, aber ein, zwei Stunden später würde das schon ganz anders aussehen.

    Es ist bereits kurz vor 21 Uhr als Joyce uns vor dem Hotel absetzt. Wir bedanken uns 1000x für den tollen Tag und geben ihm 500 Pesos Trinkgeld, über die er sich sichtlich sehr freut.

    In der Lobby stellen wir dann fest, dass unser Wlan nicht mehr geht. Klar, wir haben auch nur einen Code für zwei Tage bekommen. An der Rezeption versteht man mal wieder kein Wort von dem was wir wollen und es entsteht eine riesige Verwirrung. Nach fünf Minuten kommt der Manager und will uns irgendwie einchecken. Als der rafft, dass ich einfach nur einen blöden Zettel mit einem WLAN Code haben möchte, brechen alle drei Männer hinter dem Tresen in Gelächter aus und schlagen sich Gegenseitig für deren Dummheit :biggrin: Super witzig! Ausgerüstet mit frischem WLAN Code machen wir uns auf dem Weg zu unserem Zimmer, doch die Tür geht nicht auf. Och nö. Also wieder zurück, diesmal versteht man uns aber direkt und aktiviert die Karte wieder.

    Wir machen heute gar nichts mehr, ich schreibe nur schnell die letzten Postkarten fertig und dann geht auch schon das Licht aus.


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    Morgen haben wir wieder einen sehr langen Fahrtag vor uns, denn so lange wie es NACH Chiapas gedauert hat, dauert es jetzt auch zurück nach Campeche. Gute Nacht!

  • Wow, ein Urlaubstag voller Erlebnisse. Ich kann mich auch noch sehr gut an die Tour erinnern. Wir hatten das Pech von einer Polizeistreife gefilzt zu werden, und das zog sich ziemlich. War kein schönes Gefühl, die Polizisten mit Maschinengewehr im Anschlag face to face. Aber da kennen die dort gar nichts.

  • Interessante Infos, vielen Dank dafür


    Bitte gerne :smile:


    Es ist immer gut, mit Einheimischen zu sprechen - man erfahrt so viel über Land und Leute.


    Da hast du recht, ich find das auch immer wieder spannend


    Ein Stück Reiseabenteuer, serviert in kleinen Häppchen. Macht Riesenspaß!


    Das freut mich doch :)


    Interessant mal die Postkarten zu sehen von denen eine vielleicht sogar vor dem einjährigen Jubiläum in meinem Briefkasten landet :smile:


    Ja, oder?? Ich hoffe echt die kommen irgendwann noch an, wäre doch eine schöne Überraschung.


    Viele und interessante Infos! War ein langer, aber schöner Tag! :daumen1:


    Freut mich! Lang war der Tag wirklich.


    Wow, ein Urlaubstag voller Erlebnisse. Ich kann mich auch noch sehr gut an die Tour erinnern. Wir hatten das Pech von einer Polizeistreife gefilzt zu werden, und das zog sich ziemlich. War kein schönes Gefühl, die Polizisten mit Maschinengewehr im Anschlag face to face. Aber da kennen die dort gar nichts.


    Stimmt, so muss ein Tag im Urlaub für mich auch sein :D


    Das kann ich mir vorstellen, darauf kann man sicher sehr gut verzichten.


    Echt schade, dass man drüber nachdenken muss, ob man verheiratete Frauen erwähnen darf :(


    Die Rückfahrt war ja dann doch noch recht informativ


    Fand ich allerdings auch :(

  • Tag 9 (28.02.2021) - Lange Fahrt von Chiapas nach Campeche




    Der Tag beginnt wieder früh, wir haben eine lange Fahrstrecke vor uns, denn unsere Zeit im wunderschönen und wilden Chiapas ist heute vorbei und wir beginnen etappenweise mit der Rückfahrt nach Cancún. Ursprünglich hatten wir ja vor, heute morgen noch zu den Cascadas de Roberto Barrios zu fahren, das klemmen wir uns aber schweren Herzens. Wir hätte um 7 Uhr auf der Straße sein müssen, wenn wir um 8 da sein wollen, danach hätte man noch duschen müssen und dann noch die lange Fahrt... Nee. Wir sitzen heute noch genug im Auto, auch wenn es mir schwer fällt das Ziel aufzugeben.

    Auch ohne die Wasserfälle sind wir früh auf den Beinen, wir müssen noch packen, frühstücken, auschecken, einkaufen und tanken. Wir alle wissen: Das dauert länger als man denkt und am Ende ist gefühlt schon Mittag. Nachdem die Taschen abfahrbereit gepackt sind wollen wir erst einmal was essen. Aufgrund der eher mittelmäßigen Erfahrung vom Abendessen entscheiden wir uns gegen das Hotelfrühstück und schauen stattdessen, was draußen auf der Straße schon auf hat. Dabei laufen wir durch die nette Lobby, an deren Tresen noch nichts los ist, ist ja auch grad mal 7:15 Uhr.


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    Hach ist das schön hier, da fühlt man sich direkt wie im Urlaub :biggrin:

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    Auch hier bekommen wir im Cafe nebenan wieder ein sehr gutes Frühstück mit der typischen Eierspeise, Tacos und frittierter Banane. Mein bestellter Ananas Saft hat allerdings nicht viel mit Ananas Saft zu tun, sondern ist wohl auch eher Kiwi, so wie Marcs. Ich beschwere mich nicht, man kann ja auch mal was Neues probieren, mein Ding ist es aber nicht. Insgesamt ist es trotzdem schön hier und mehr als satt werden wir auch.

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    Nach dem Check Out gebe ich die Postkarten noch an der Lobby ab, Briefmarken sind bereits drauf und die müssen nur noch eingeworfen werden. Man scheint mich zu verstehen und ich gehe davon aus, dass alles reibungslos funktioniert. Leider ist keine der Karten bis heute angekommen, allerdings haben in einer Mexiko Facebook Gruppe auch viele berichtet, dass es bei ihnen 10-12 Monate gedauert hat. Ich dachte halt ein Stempel aus Chiapas wär cooler als aus Playa del Carmen, hätte ich mal nicht so exotisch gedacht :rolleyes: Naja, vielleicht kommt ja noch was.

    Irgendwie ist es jetzt schon wieder voll spät :rolleyes: Wie befürchtet :rolleyes:

    Als wir im ersten größeren Supermarkt auf dem Weg aus Palenque heraus ankommen ist es bereits kurz vor 9 Uhr.


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    Wir brauchen eigentlich nicht viel, vor allem Eis und... Tampons. Männer können jetzt gerne den Rest des Absatzes überspringen, bei den mitreisenden Damen muss ich mich nun aber kurz aufregen. Mein vorsorglich gekaufter Vorrat liegt nämlich besonders praktisch zuhause, anstatt den Weg in den Koffer gefunden zu haben. Warum ich das extra erwähne? Weil das Kaufen solcher Produkte hier genau so nervig ist, wie in den USA. Es gibt nichts in vernünftiger Anzahl und nichts ohne diese komischen Plastik Applikatoren, die ich nicht haben will... Und bei denen ich keine Ahnung habe, wie die funktionieren. Ich werde es wohl oder übel herausfinden müssen und kaufe gezwungenermaßen ein riesen großes Paket mit sage und schreibe 8 Stück. Wahnsinn. Gut, dass ich nicht mehr brauche, sonst könnte ich direkt mehrere Pakete von diesem Unsinn kaufen :rolleyes:

    Zeitlich passend schreibt eine Freundin aus dem anderen Forum mich noch an, als wir grad den Laden betreten. Ob ich ihr etwas mitbringen könnte, wenn ich das nächste mal in einem Walmart bin. Das hier ist zwar keiner, das gewünschte Produkt gibt es aber trotzdem. Zusammen mit 3 Liter Flaschen Fanta. DREI! LITER!


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    Die Form der Wassermelonen ist auch eher ungewohnt.

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    Im Supermarkt befindet sich praktischerweise noch ein Geldautomat, ansonsten hätten wir noch einen suchen müssen. Die Unterkunft heute Abend ist zwar fest gebucht, aber noch nicht bezahlt, außerdem wird dort nur Bargeld akzeptiert.

    Nächster Punkt auf der Agenda des Pflichtprogramms: Tanken. Bis heute bin ich mir nicht sicher ob ich erfolgreich einen weiteren Betrugsversuch vereitelt habe, oder ob ich mich bis auf die Knochen blamiert habe. Ich vermute letzteres... Und ich schäme mich jetzt noch in Grund und Boden wenn ich darüber nachdenke.

    Bezahlen müssen wir etwas um die 520 Pesos und ich gebe dem Tankwart 3 200er Scheine. Plötzlich hat er einen 20er in der Hand und schon bei dem Anblick sehe ich rot und mein Puls steigt gefühlt auf 180, Dampf kommt aus meinen Ohren geschossen! Die Situation ist EXAKT die gleiche, wie bei dem ersten Tankvorgang in Playa del Carmen, wo aus meinem 500er plötzlich ein 50er wurde. Ich versuche ruhig zu bleiben, diesmal lasse ich mir das nicht einfach so gefallen! Ich sage, dass ich ihm 600 gegeben habe. Er scheint mich nicht zu verstehen und sieht verwirrt aus. Er sagt irgendwas und wedelt mit dem 20er. Ich verstehe ihn nicht, gehe aber weiter davon aus, dass ich ihm mehr Geld geben soll. Ich werde energischer und werfe ihm auf Englisch vor uns betrügen zu wollen. Er sieht weiterhin verwirrt aus. Ich eher wütend. Das geht noch ein paar mal hin und her bis irgendwie raus kommt, dass er mir sagen möchte, dass er so große Scheine nicht wechseln kann. Dabei wollte ich gar kein Wechselgeld, wir haben beim Tanken immer recht viel Trinkgeld gegeben, weil es einfach einfacher ist und es umgerechnet nicht sooo viel ist. Aber eben mehr als üblich, daher ging er nicht davon aus, dass er den Rest behalten darf. Als ihm das dann klar wird ist er scheinbar sehr dankbar... Und ich würde am liebsten in einem Erdloch verschwinden und bete, dass er kein Wort von dem verstanden hat, was ich grad gesagt hab :rolleyes::rolleyes::rolleyes::frown::frown::frown:

    Wir verlassen Palenque und ich fühle mich immer noch ein wenig mies... Naja.

    Besonders spannend ist es erstmal nicht, denn am Anfang fahren wir die gleiche Strecke, wie auch schon vor 3 Tagen und es zieht sich extrem. Ein Gefängnis am Straßenrand ist das interessanteste für lange Zeit.


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    Marc fährt heute zuerst, denn er wird im Laufe der Fahrt immer müder als ich, unabhängig davon ob er Fahrer oder Beifahrer ist. Also macht es mehr Sinn wenn er ausgeschlafen beginnt und ich irgendwann einspringe als umgekehrt. Die Grenze nach Tabasco und nach Campeche können wir einmal mehr passieren, ohne Anhalten zu müssen und bald kommen wir an eine Kreuzung. Von nun an schlagen wir einen neuen Weg ein und steuern nicht mehr die Stadt Campeche an, aus der wir ja ursprünglich kommen.

    An einer Bushaltestelle sehen wir einen Kokosnuss Verkäufer und halten kurzentschlossen an. Da habe ich jetzt Lust drauf! Bei so langen Fahrten kommen ein bisschen Beschäftigung immer gut an und wenn diese nur daraus besteht, an einem Strohhalm herumzunuckeln. Diesmal nehmen wir aber auch noch eine kleine Tüte Kokosnuss Stücke zum Essen mit.


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    Ich überlege die ganze Zeit, ob wir die Ruinen von Calakmul vielleicht sogar heute noch schaffen. Während der Fahrt plane ich sie dauernd ein und verwerfe den Gedanken dann wieder, ähnlich wie bei den Wasserfällen auf dem Weg nach Palenque. Einerseits kommen wir früh am Hotel an, andererseits ist die Stichstraße in den Dschungel zu den Ruinen seeeeehr weit und irgendwie wäre die Unterkunft auch zu Schade nur zum Übernachten. Aber morgen ist auch recht eng... Ich denke, wir versuchen es. Jetzt müssen wir aber mal wieder nachtanken, da rund um Calakmul keine Tankstellen sind.

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    Laut Navi fahren wir am Hotel vorbei ohne auch nur ansatzweise eins gesehen zu haben. Ca. 2 km dahinter befindet sich ein riesiger Schotterparkplatz mit einer Art Visitor Center. Hinter einer verschlossenen Schranke befindet sich die 60km lange Sackgasse nach Calakmul und in den gleichnamigen National Park. Wir steigen aus (ist das heiß und schwül hier!) und werden prompt von einem Mann angesprochen, der die Schranke bewacht. Er sagt, er könne uns zwar hier durchlassen, bezweifelt es aber, dass wir es noch zu den Ruinen schaffen und noch reingelassen werden, denn für die 60km braucht man ca. 2 Stunden und wir haben "schon" kurz vor 14 Uhr. Wir wollen natürlich nicht riskieren den Weg umsonst auf uns zu nehmen und eigentlich saßen wir ja auch heute schon genug im Auto. Wir beschließen heute einfach einen ruhigen Nachmittag zu machen und die Ruinen - wie geplant - morgen zu besichtigen. Ich frage noch ab wann die Schranke hier besetzt ist und bekomme eine erfreuliche Antwort: 6 Uhr. Na, dann hoffen wir mal, dass die Info diesmal stimmt, nicht so wie in Palenque.

    Aber wo ist nun die Unterkunft? Wir fahren zurück zu dem Punkt wo unser Navi erwähnte, wir hätten das Ziel erreicht: Nichts. Keine unscheinbare Stichstraße, einfach gar nichts. Wir fahren ein weiteres mal auf den Parkplatz und fragen einfach mal nach. Aha. Wir kommen sogar hier über den Parkplatz zum Hotel, als wir etwas weiter durchfahren sehen wir den unscheinbaren Weg auch schon. Sehr abenteuerlich.


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    Der Dschungelpfad endet in einem kleinen Parkplatz und einer Freiluft Rezeption. Ich bin echt gespannt, was uns hier erwartet!



  • Irgendwie aufregend mit dir zu reisen, da wirds nicht langweilig :)


    Auf euer Hotel bin ich jetzt mal gespannt, interessante Anfahrt


    Das freut mich sehr :)


    ;Plus1; Mach's nicht so spannend! :tipp:


    Soooooorry :D

  • Tag 9 (28.02.2021) - Ein entspannter Nachmittag im Hotel Puerta Calakmul




    Lange habe ich nach einer Unterkunft in der Gegend gesucht. An der Stichstraße zu den Ruinen gibt es in einem sehr großen Radius keinen einzigen Ort, nur vereinzelte Hütten im Urwald, die aber alle ziemlich schlecht bewertet sind. Alle, bis auf das Hotel Puerta Calakmul, das dafür aber viel teurer ist als alles andere in der Umgebung. Es soll auch nicht immer warmes Wasser und nicht immer Strom geben, aber das ist eben der Preis den man zahlt, wenn man am Ende der Welt Urlaub macht. Die Bilder haben mich jedenfalls überzeugt, also sind wir jetzt hier!

    Im Freien steht ein Check In Tresen unter einem Strohdach, weit und breit ist niemand zu sehen. Wir kommen auch zur Mittagszeit an, zu früh eigentlich, aber wir hoffen trotzdem schon ein Zimmer zu bekommen. Auf dem Tisch steht eine goldene Klingel, mal sehen ob uns jemand hört. Schnell kommt ein ziemlich junges Mädel ohne Englisch Kenntnisse, aber das kennen wir mittlerweile ja schon. Jedenfalls ist es nicht schlimm das wir früh dran sind, wir sollen unser Gepäck holen und folgen. Diesmal haben wir aber den richtigen Riecher und wollen die Taschen zunächst mal im Auto lassen und uns in Ruhe die Hütte zeigen lassen. Wir marschieren eine Zeit lang durch den Dschungel, vorbei an einigen Hütten, es fällt auf, dass keine Gäste hier zu sein scheinen. Das wundert mich doch sehr, denn ich hatte kurz vor der Reise geguckt, ob wir eine Nacht verlängern können - Keine Chance, ausgebucht. Aber hier ist niemand?! Wir werden zu einem Doppelhaus mit zwei Etagen geführt und sollen den oberen Teil beziehen. Ohne Hängematte und ohne Terrasse. Das es solche Hütten gibt war bei der Buchung gar nicht ersichtlich und das möchten wir natürlich nicht. Die junge Dame ist bereits weg, aber wir wollen auf jeden Fall nach einem anderen Zimmer fragen. Wir gehen also zurück zur Rezeption und versuchen unser Anliegen klar zu machen. Sie versteht uns diesmal nicht, das ist aber kein Problem. Sie holt sich Hilfe dazu und schon bald werden wir von einer 2. Frau bedient, die diesmal Englisch spricht. Ein anderes Zimmer ist gar kein Problem und schon finden wir einen neuen Schlüssel in unseren Händen. Bevor wir erneut losziehen und die Alternative begutachten fragen wir noch nach der Fledermaushöhle, die sich hier in der Gegend befinden soll. Zum Glück! Eigentlich wollte ich nur wissen, wie genau wir dort hin kommen, da nichts ausgeschildert ist, dabei erfahren wir aber, dass die Location seit einigen Wochen nur noch mit Guide besucht werden darf - och nö. Nicht schon wieder. So richtig wollen wir das nicht, aber sehen wollen wir das Spektakel kurz vor Sonnenuntergang aber dennoch. Das Gute: Sie fragt uns direkt, ob sie uns für 17 Uhr einen Guide für 200 Pesos zur Rezeption bestellen soll, der mit uns hinfährt. Geht klar, machen wir, das ist Service!

    Wir laufen zu unserem neuen Zimmer, erneut ohne Gepäck, aber diesmal entspricht es sowohl den Bildern, als auch meiner Vorstellung. Es sind urige Hütten ohne Schnickschnack im Dschungel mit gemütlicher Hängematte auf der Terrasse. Es gibt keine Fenster, sondern nur Fliegengitter, eines der Dinge, die diesen Ort ausmachen.


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    Wir wollen unser Gepäck aus dem Zimmer holen und wieder ist der Service sehr gut. Es kommt sofort jemand herbei geeilt, der uns die Koffer aus der Hand nimmt und für uns trägt. Die Pfade auf dem Gelände bestehen aus Kieselsteinen, was natürlich nicht besonders rollenfreundlich ist.

    Es ist noch früh und der Pool der Anlage befindet sich direkt neben unserer Hütte. Das Beste: Es ist nach wie vor NIEMAND hier und wir haben komplett unsere Ruhe, das wird ein toller Nachmittag! Ich ziehe mich schon mal um und ziehe alleine einige Bahnen in dem herrlichen Wasser und lege mich etwas in die Sonne. Marc bleibt einige Zeit noch in unserer Hängematte und zockt auf seinem Nintendo DS.


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    Während ich so auf der Liege liege und mir die Sonne auf den Bauch scheinen lasse, fliegt ein großer roter Ara über meinen Kopf hinweg, was für ein wahnsinniges Glück! Aras sind hier nicht sehr verbreitet, die leben eher in den Wäldern Südamerikas und nicht so weit im Norden, laut Google sieht man die hier jedenfalls sehr selten.

    Irgendwann kommt Marc mit seinen Flossen und seiner Taucherbrille, um das Equipment in dem kleinen Pool zu testen :biggrin:

    Um 16 Uhr wird es Zeit unter die Dusche zu springen, zu der Tageszeit gibt es auch warmes Wasser. Nachher wäre das nicht mehr der Fall, also nutzen wir die Zeit lieber jetzt. Die verbleibende Zeit bis 17 Uhr bin ich dran mit der Hängematte und die ist wirklich ultra gemütlich!


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    Pünktlich um 17 Uhr stehen wir frisch mit Mückenschutz eingesprüht an der Rezeption und unser Guide wartet bereits auf uns. Wir erfahren leider jetzt erst, dass wir mit unserem Auto fahren müssen und ihn mitnehmen müssen, da er ansonsten eine teure Lizenz bräuchte. Komische Regelung, aber so ist es eben! Marc läuft schnell noch mal zurück zur Hütte und holt den Autoschlüssel und dann können wir auch schon los.

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