Südgeorgien und Chilenische Anden - Pinguine und Pumas

  • 13. - 15.11.18


    Die nächsten drei Tage sind schnell erzählt. Wir dampften mit voller Kraft voraus zurück in RIchtung Falkland Inseln..... Die See war etwas rauer als auf dem Hinweg und vor allem spürte man es mehr, weil wir gegen die Strömung und seitlich zum WInd fuhren. Das führte dazu, dass einige Telbehmer (unter anderem mein Kabinengenosse) 3 Tage lang kaum außerhalb ihrer Kabine zu sehen waren.

    Der Rest von uns vertrieb sich die Zeit mit quatschen. ein paar Vorträgen, Bilder bearbeiten, Vögle knipsen (das habe ich mir geschenkt, war zu windig und nass draußen). Ansonsten habe ich mich mit allen möglichen Filmen und Serien beschäftigt, die ich auf der Festplatte hatte bzw. die ich mir von andererleuts Festplatte "geliehen" hatte.


    Ein Highlight war der Besuch eine Gruppe Delphine, die eine Weile das Schiff begleiteten. Meine Fotoausrüstung lag natürlich warm und trocken in der Kabine, so dass ich ohne Jacke und auf Socken auf Deck bin, um schnell ein Video zu machen.


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    Danach war ich dermaßen durchgefroren, dass ich mich eine halbe Stunde unter der Decke in meiner Koje verkrochen habe. Als ich Zehen und Finger wieder bewegen konnte, waren die Delphine längst weg. Fotos gibt es also keine.


    Täglich gab es zum Frühstück das medizinische Bulletin. Richard ging es den Umständen entsprechend gut und die Wunden schienen sich dank unseres Schiffsarztes nicht entzündet zu haben


    Am Nachmittag des 15.11. erreichten wir Port Stanley und Richard wurde auf der Trage in ein Schlauchboot gepackt und dann per Kran auf das abholende kleine Schiff herabgelassen, dass ihn dann in den Hafen brachte. War einfacher und ging schneller als mit der Polar Pioneer komplett in den Hafen einzulaufen und festzumachen.

    Für alle anderen ging es anschließend weiter halb um die Inselgruppe herum nach West Point Island ganz im Nordwesten der Falklands, wo wir am nächsten Tag eine Albatross- und Rockhopper-Pinguin Kolonie besuchen sollten.


    Über Funk bekamen wir abends die Mitteilung, dass Richard inzwischen in Port Stanley operiert worden war (Reinigung der Wunden und Entfernung abgestorbenen Materials) und die Ärzte sehr zufrieden waren und schwer beeindruckt davon, wie gut unser Schiffsdoc ihn versorgt hatte. Der wurde daraufhin gezwungen, die eine oder andere Runde zu akzeptieren, Sein Widerstand dagegen hielt sich in engen Grenzen :smile:



    Die ganze Geschichte mit Richard und seinen Verletzungen hat mir noch einmal sehr eindringlich vor Augen geführt, dass es sich bei solchen Trips tatsächlich um Expeditionen im eigentlichen Sinne handelt, bei denen eine mehr oder weniger simple Verletzung oder Erkrankung ganz schnell lebensbedrohliche Formen annehmen kann, weil man Minimum 3-4 Tage vom nächsten Krankenhaus entfernt ist und es keinerlei Möglichkeiten gibt, diese Frist wesentlich zu verkürzen. Das vergisst man schnell, wenn man sicher und komfortabel von Hotel zu Flugzeug zu Schiffskabine wechselt und bei allen Zodiac-Fahrten und Landgängen von fähigen und verantwortungsvollen Guides begleitet und bewacht wird.

  • 16.11.18

    Nach dem Frühstück erreichten wir West Point Island, wo wir in einem natürlich Hafen vor Anker gingen und per Zodiac an Land verfrachtet wurden. die ganze Insel ist eine einzige Farm. Das Leben hier ist also schon recht einsam.


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    Im Bild sieht man alle Gebäude, die es auf der Insel gibt.


    Von Hafen aus ging es zu Fuß weiter über einen mit Ginster bewachsenen langgestreckten Hügel auf die andere Seite der Insel, wo oberhalb einer steilen Klippe Hunderte von Albatrossen und Felsenpinguinen (Rockhopper Penguins) auf uns warteten.


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    Das Licht war zwar etwas hart aber die Tatsache, dass die Vögle keinerlei Notiz von uns nahmen und uns bis auf Armeslänge an sich heran ließen, entschädigte für vieles.


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    Die Fotografenschar hatte sich bald rund um die Vogelkolonie verteilt, so dass man aufpassen musste, neben den schönen Vöglen nicht auch ein paar komische Vögle ins Bild zu kriegen :D


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    Es war toll zu sehen, wie hier so unterschiedliche Vögel ohne ersichtliche Konflikte auf engstem Raum zusammen lebten.


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    Ein paar Portraits:


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    So schön ich die Albatrosse auch finde, meine Favoriten sind und bleiben die Felsenpinguine.


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    Wenn einmal jemand den Minimalisierend nicht einhielt, wurde es oder sie diskret darauf hingewiesen ;-))


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    Wenn es dagegen der oder die richtige war, begrüßte man sich ausführlich.


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    Was mich an den kleinen Pinguinen so fasziniert hat, war die Tatsache wie zäh und hart sie sind. Während die großen Albatrosse hier dank des anhaltenden kräftigen Windes elegant einschweben und landen konnten, mussten die kleinen Pinguine jedes mal wenn sie zum fischen wollten oder zurück kamen den ganzen Hang hinauf bzw. hinunter. Besonders das letzte Stücke die steile Klippe hinunter war nicht ohne.


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    Auf dem nächsten Bild kann man glaube ich in etwa beurteilen, was das für eine Leistung für einen so kleinen Pinguin ist.


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    Hier noch mal ein Pano mit den Pinguin-Paparazzi:

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    Nach ein paar Stunden hatten alle ihre Bilder im Lasten und wir machten uns langsam auf den Rückweg. Im Farmhaus gab es Tea und Bisquits (und zum Glück auch Kaffee!) und dann ging es zurück zu unserem schwimmenden Domizil.

    Als alle an Bord waren , wurden die Anker gelichtet und wir machten uns auf den Rückweg nach Port Stanley. Es war ein schöner Abschluss der Reise und ein nettes kleines Trostpflaster für die entgangenen Landgänge in Südgeorgien.

  • 17.11.18


    Am nächsten Morgen liefen wir nach dem Frühstück im Hafen von Port Stanley ein und gingen von Bord. Bevor die Busse zum Flughafen fuhren hatten wir noch ein bisschen Zeit, uns in Port Stanley umzusehen und Souvenirs zu kaufen.


    Zum Abschied habe ich versucht, unsere Luxuskabine im Bild festzuhalten


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    Pano mit Mitbewohner:

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    Ich habe in Port Stanley ein paar T-Shirts ergattert und noch einen Happen gegessen. Auf dem Weg zum Hafen zurück lief und Wendy über den Weg, Richards Frau, die berichtete, dass bisher alles ohne Komplikationen abgelaufen wäre und man überlegt, ihn bald aufs Festland zu fliegen. Sehr erfreulich!


    Am Hafen trafen wir auf eine ganze Gruooe Reisender, die gerade mit einem anderen Schiff angekommen waren, Von ihnen erfuhren wir, dass wir in Südgeorgien tatsächlich nichts versäumt hatten. Sie hatten unsere geplanten Landungsslots in St. Andrews Bay und bei den Salisbury Plains "geerbt", hatten aber wegen ständiger heftiger Winde nur einmal an Land gehen können und dass bei Dauerregen und fiesem Wind. Da hatten wir mit unserem Sonnentag auf den Falklands wohl das bessere Ende für uns.


    Der Flug nach Punta Arenas ging erfreulicherweise ohne jegliches Drama über die Bühne. Diesmal hatte ich das Hotel Cabo de Hornos direkt am zentralen Platz gebucht.


    Nach einem sehr leckeren Abendessen in einem kleinen Restaurant dass ich aufgrund seiner Google-Bewertungen ausgesucht hatte, freute ich mich darauf, mal wieder in einem Bett zu schlafen, das nicht schwankt.


    Außerdem war ich gespannt darauf, ob mich denn am nächsten Morgen wirklich jemand zu meiner gebuchten und teuer bezahlten Puma-Tour abholen würde. So ein bisschen mulmig war mir schon. Der Mailkontakt war zwar sehr nett gewesen aber letztlich hatte ich in blindem Vertrauen in die Ehrlichkeit der Menschen ein paar Tausend Euro auf ein Konto irgendwo in Chile überwiesen und musste nun hoffen, dass ich auch was dafür bekommen würde.


    No risk, no fun! ;-))

  • Jetzt hast du aber Gas gegeben :daumen: . Und ich musste feststellen, dass es keine gute Idee war, dich zum Weitermachen zu animieren. Jetzt hab ich Fernweh :cry:;-)) .


    Tolle Bilder aus einer wirklich unwirtlichen Region! Die Pinguine sind klasse, aber meine Favoriten sind die Sturmvögel. Das möchte ich auch gern sehen. Im Flug sind die so majestätisch, finde ich.


    Und gut, dass ihr eurem Mitreisenden so gut helfen konntet, die Attacke zu überstehen. Man darf nie vergessen, dass die Gefahr immer mitreist, egal wo und wie.


    Nun freue ich mich auf Pumas und die Torres!

  • So wie ich das von anderen hier verstanden habe zeigen alle Browser außer Chrome die Bilder an.


    Das ist ja unpraktisch, muss ich mir jetzt echt dafür was anderes runterladen? :D Ach ne, ich lese es einfach auf dem Handy.

  • Coole Bilder! Leider konnten wir, als wir auf den Falklands waren, diese Kolonie wegen Sturm nicht besuchen. Bei uns blieb es bei den Königspinguinen.


    Südgeorgien war wirklich der Hammer, aber irgendwie sagt mir mein Bauchgefühl, dass wir dort nicht hinkommen. Die Fahrt dorthin ist extrem lang, gerade in Verbindung mit der Antarktis.


    Auf die Puma-Tour freue ich mich riesig, das könnte ich mir beim nächsten Mal in Chile auch vorstellen.

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