Südgeorgien und Chilenische Anden - Pinguine und Pumas

  • Einleitung


    Ich sitze hier bei grauem Novemberwetter vor dem Rechner statt wie geplant Robbenbabies auf Helgoland zu knipsen und bin doppelt gefrustet, weil ich zum ersten mal seit ichweißnichtwieviel Jahren auch für das nächste Jahr noch nicht eine einzige Reise geplant habe und trotz Impfung am Horizont auch nicht sicher bin, ob ich nächstes Jahr überhaupt eine längere Reise machen werde.


    Da tut es vielleicht ganz gut in Erinnerungen zu schwelgen,. Und wenn ich schon schwelge, sollte ihr auch mitschwelgen.


    Da aktuell ja Südafrika und die USA RB-mäßig bereits vertreten sind im Forum, nehme ich euch mit ans andere Ende der Welt.


    Fast genau 2 Jahre ist die Tour nach Südgeorgien jetzt her. Und es bleibt die wahrscheinlich spektakulärste Tour, die ich je gemacht habe.


    Südgeorgien (die Insel South Georgia Island, nicht der südliche Teil des US-Staats oder der Heimat Stalins) ist ein Ziel, das mich schon lange gereizt hat. Jeder, der dort war, sagt es wäre eins der Top-Ziele für Wildlife auf der ganzen Welt. Leider liegt es etwas „ab vom Schuss“ und es gibt selten Touren, die sich Zeit genug für diese Insel nehmen. Meist ist es nur ein Ziel einer kombinierten Südgeorgien und Antarktis Tour. Diese Touren haben aber den Nachteil, dass man nicht genug Zeit auf Südgeorgien verbringt und dafür viele Tage auf See (Zwischen den Falkland und Südgeorgien, zwischen Sügeorgien und der Antarktischen Halbinsel und auf dem Rückweg nach Ushuaia.


    Aber dieses Jahr hatte die Jungs von Wild Photo, einer norwegischen Agentur, die sonst vor allem Touren in Svalbard (Spitzbergen) organisiert, eine Südgeogientour im Programm. Mit Ole, der diese Tour leiten würde, hatte ich 3 Jahre vorher schon Eisbären auf Spitzbergen geknipst und mich gut mit ihm verstanden. Da die kleineren Schiffe für deutlich unter 100 Passagiere außerdem immer mehr durch deutlich größere ersetzt werden, wo dann nicht mehr alle Gäste binnen kürzester Zeit in den Zodiacs sitzen könne, um jede Fotogelegenheit zu nutzen, und auch die Polar Pioneer, das Schiff für diese Tour (mit der ich auch schon 2013 in der Antarktis war) seinen Dienst einstellen sollte, schien das so eine Art Opportunity of a lifetime zu sein, so dass ich trotz der erheblichen Kosten sofort gebucht habe.


    Blieb die Frage, ob ich wie bei der Antarktis-Tour noch ein paar Tage in den Anden dranhängen sollte. Es gab ja noch einen weiteren Wildlife-Wunsch, den ich mir gerne erfüllt hätte. Pumas stehen auf meiner persönlichen Wunschliste gaaaaanz weit oben. Und der Torres del Paine NP und seine Umgebung sollten das beste Gebiet für Pumasichtungen überhaupt sein. 2013 hatte ich auf mich alleine gestellt keinen einzigen Puma gesehen, vielleicht wäre eine organisierte Tour doch erfolgversprechender.


    Eine interessant klingende Tour hatte ich im Netz schnell gefunden aber leider begann diese Tour an dem Samstag, an dem ich gerade erst wieder auf den Falklands landen würde. Nach einem längeren Mailwechsel war klar, dass auf eigene Faust hinterher zu reisen und einen Tag später zu der Gruppe zu stoßen, nicht funktionieren würde. Ich habe dann mal nach einer individuellen Tour nur für mich alleine gefragt und war überrascht, dass diese „nur“ ca. 30% teurer war als die Gruppentour mit 5-6 Teilnehmern (allerdings auch einen Tag kürzer). Hm, wer weiß, ob ich noch mal in diese Ecke der Welt komme … Nach ein paar Tagen Bedenkzeit bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass ich mich über die verpasste Gelegenheit später viel mehr ärgern würde als über das verprasste Geld. Also habe ich gebucht. Auch das war wieder ein Abenteuer. Ich habe schließlich Geld auf ein Konto einer Firma in Chile überwiesen, von der ich bis auf die Webseite und den Namen der Dame, mit der ich im Mailkontakt war, nichts hatte. Ein bisschen Gottvertrauen braucht es da schon.


    Den Flug von Düsseldorf über London nach Santiago de Chile habe ich bei BA gebucht und hatte das Glück, ein Meilenupgrade von Busi auf First zu bekommen – bei 141/2 Stunden Flugzeit war das die Meilen sicher wert!


    Fehlte nur noch der Flug auf die Falklands, wo die Schiffstour beginnen sollte. Der war aber erst ein paar Monate vorher buchbar. Um den Termin nicht zu verpassen (es geht ja nur ein Flieger pro Woche dorthin), habe ich damit und mit den Inlandsflügen in Chile ein Reisebüro beauftragt.


    Dann war alles organisiert und das große Warten begann.





    Wenn ich so darüber nachdenke, kommt mir die Erinnerung an diese Reise ein bisschen so vor wie die Erinnerung an eine andere Zeit, die mit unserer heutigen Realität nur bedingt etwas zu tun hat.


    Eine Zeit als die größte Sorge in einem vollen Flieger war, ob meine wie immer viel zu schwere Fototasche als Handgepäck durchgeht und nicht, ob der Passagier neben mir seine Maske richtig trägt oder vielleicht gerade 1x gehustet hat. Eine Zeit, in der social distancing allenfalls im Hinblick auf die Flugklasse ein Thema war und den Platz, den man im Flieger hatte. Eine Zeit, als man den Gesundheitsrisiken einer solchen Tour mit Verbandszeug, Antibiotikum und Medis gegen Durchfall und Übelkeit vorbeugen konnte und sich gut geschützt fühlte, wenn man Sonnencreme Faktor 50 trug.


    Und vor allem: Eine Zeit, in der reisen für mich einfach selbstverständlich war.

  • 30/31.10.18


    Los ging es diesmal an einem Dienstag, weil ich ein bisschen Zeit für Santiago haben wollte und schon Freitag weiter nach Punta Arenas fliegen musste.


    Morgens war ich noch ganz normal arbeiten. Zurück zuhause habe ich das letzte Mal mein Gepäck und insbesondere die Fotoausrüstung gecheckt. War ja die erste große Tour, die ich nur mit meiner Olympus-Ausrüstung machen würde.


    Dann fuhr auch schon das Taxis auf den Hof, das mich zum Flughafen bringen sollte.


    In Heathrow hatte ich genug Zeit, den Concorde Room zu genießen – na ja letztlich auch nur ein aufgemotzter Wartesaal. Aber immerhin mit Jahrgangschampagner und Single Malt 😉 Gegessen habe ich dort nicht, ich musste ja 141/2 Stunden im Flieger rumbringen. Aber ein bisschen an der Bettschwere habe ich schon mal gearbeitet.


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    Glenlivet 18 Jahre


    In der 787 teilen sich bei BA max. 8 Passagiere die First-Kabine.


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    Die Kabine ist nicht sehr großzügig aber der Platz in den einzelnen so genannten Suites ist schon o.k.


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    Mit essen und trinken und ein paar Filmen habe ich die Flugzeit irgendwie herum bekommen.

    Ein bisschen Aussicht gab es zum Frühstück kostenlos dazu.


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    Die Einreise nach Santiago war problemlos und bald saß ich im Taxi in die Stadt. Gewohnt habe ich im Hotel Cumbres Lastarria im Stadteilt zentral gelegenen Stadtteil Lastarria.


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    Im Hotel fiel mit dann auf, dass ich ein Ladekabel vergessen hatte. Also habe ich den Rest des Tages damit verbracht, einen Laden zu finden, der so etwas führt und bin dabei mehr oder weniger planlos durch die Stadt gelaufen.

    Fotos habe ich aus irgendwelchen Gründen dabei gar keine gemacht. Nachdem ich gefunden hatte, was ich suchte, habe ich meinen Durst in einer netten kleinen Bar gestillt und war anschließend in der Nähe des Hotels recht lecker essen.

  • Klasse, ich bin dabei.


    Bei Chrome sehe ich übrigens überhaupt keine Fotos mehr, egal in welchem Bericht. Nichtmal mehr in einem Ticker, der Browser ist totales Klump


    Das einem so eine Reise im Nachhinein so vorkommt, wie ein anderes Leben kann ich nachvollziehen

  • Lese auch gerne mit.


    Das Problem mit den Bildern habe ich unter Chrome auch. Da sieht auch die URL etwas merkwürdig aus:


    Code
    <img src="http://docholiday-foto.de/Bilder_Reiseberichte/S%C3%BCdgeorgien/20181030/content/images/large/20181030-IMG_4548.jpg" alt="20181030-IMG_4548.jpg" class="">

    Edit: Die URL ist ok. Wenn man die direkt eingibt, sieht man ein Bild.

  • Oh, da sind ja schon ein paar Mitreisende am Start! Dann wollen wir mal gleich weiter machen.


    1.11.18


    Trotz Jetlag habe ich gut geschlafen und morgens erstmal gut gefrühstückt. Dann habe ich mich daran gemacht, Santiago zu entdecken, Gestern war ich bei der Suche nach dem Kabel schon einmal bei der Plaza de Armas vorbei gekommen,. Heute wollte ich mich dort etwas genauer umschauen.


    Dieser Brunnen steht in der Mitte der Plaza


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    Die meiste Zeit habe ich in der “ Catedral Metropolitana de Santiago de Chile“ verbracht.


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    Recht eindrucksvoll dieser Bau, Allerdings vor allem von innen, von außen fand ich sie nicht so bemerkenswert.


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    Das ist das Naturkundemuseum an der nördlichen Seite des Platzes.


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    Blick zurück auf Naturkundemuseum und Kathedrale.


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    Einkaufsstraße „Monjitas“


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    Kathedralen und Plätze sind ja ganz nett und eindrucksvoll aber mir persönlich ist eine Markthalle, in der das pralle Leben tobt, deutlich lieber. Deshalb war mein Hauptziel für diesen Tag der Mercado Central, eine große Fischmarkthalle.


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    Hier gibt es Fische und Meerestiere aller Art in rauen Mengen. Es ist eng. Voll und laut und von überall her strömen die Gerüche leckerer Fischgerichte, denn zwischen den Ständen kann man auch überall Fisch und Meerestiere in allen Zubereitungsarten essen.


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    In der Nähe des Mercado Central liegen auf der anderen Seite des Flusses noch weitere Märkte für Obst und Gemüse, Blumen und was man sonst noch alles braucht.


    Mercado Tirso de Molina

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    Blumenmarkt

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    Dazwischen wird auch überall alles Mögliche neu und gebraucht auf und an der Straße verkauft


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    Inzwischen war es Zeit für einen „kleinen“ Lunch. Also zurück zum Fischmarkt.

    Da ich mich nicht entscheiden konnte gab es einmal alles ;-))


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    Vorspeise

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    Hauptgericht

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    Anschließend habe ich auf der anderen Seite des Flusses ein Ründchen durch das Viertel Patronato gedreht. Wenn alles geöffnet hat, ist es sicher nett dort aber an diesem Tag war leider alles verschlossen und verrammelt wegen des Feiertages (Allerheiligen).


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    Hier schien es was besonders leckeres zu geben aber ich war noch pappesatt vom Fisch ;)


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    Wunderbar kitschige Murals gab es außerdem zu bewundern.


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    Auch rund um mein Hotel glichen die Straßen einem Flohmarkt. Kaufen und verkaufen scheint das Hobby der Chilenen zu sein.


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    Nach einem kühlen Bierchen in einer Bar, habe ich in der Nähe des Hotels noch eine Kleinigkeit gegessen und bin dann ins Bett gefallen.


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    Mein Hotel von außen

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