Kurztrip in den Westen

  • Im September hatte United Airlines unglaublich günstige Angebote für Businessflüge, kleiner Haken war, dass der günstige Tarif nur ab Barcelona verfügbar war und weder mein Lebensgefährte noch sonst jemand Zeit hatte mich zu begleiten. Aber es juckte mir in den Fingern, schließlich mussten dieses Jahr noch ein paar Meilen her um den Goldstatus bei Mileage Plus zu erhalten. Also Kreditkarte gezückt und gebucht. Folgendes Routing kam dabei raus (zugeben, etwas hin- und her, aber es war die günstigste Möglichkeit):


    DUS - MUC - BCN am 12. November

    BCN - FRA - SFO - LAS am 13. November

    LAS - EWR - BCN - FRA - DUS am 22. / 23. November


    Einige werden jetzt sicher denken, voll durchgeknallt, aber so kosteten alle Flüge gerade mal 1.284 EUR, alles in Business, oder dem, was Lufthansa auf Kurzstrecke dafür hält. Dafür gab es rd. 34.000 Meilen, mit dem was schon auf dem Konto war sichert mir das bis Ende Mai 2020 den Goldstatus in der Starallianz. Der wiederum erspart mir bei zukünftigen Flügen Extrakosten für Gepäck, Sitzplatzreservierung oder Essen und Trinken an Flughäfen, denn dafür geht's in die Lounge.


    Der schnellere und kürzere Flug mit Condor hätte übrigens mehr als das doppelte gekostet...


    Nun musste ich mir überlegen, was ich in der kurzen Zeit vor Ort machen wollte, Lust auf Stadt hatte ich nicht, aber eure Reiseberichte über die roten Steine hatten mich inspiriert mal ein wenig wandern zu gehen. Ab Vegas lagen natürlich der Zion und Bryce nahe, das Wetter im November sollte stabil und nicht zu warm sein, Menschenmassen wie im Sommer sollten wohl auch nicht zu erwarten sein.


    Mein bevorzugtes Fortbewegungsmittel im Urlaub ist ja das Womo, aber für diesen kurzen Zeitraum und zudem alleine lohnt sich das nicht. Somit musste ich seit vielen Jahren mal wieder den Koffer rein- und rausschleppen. Soviel vorweg, ich kann dem nichts abgewinnen, finde es lästig und mir fehlt im Hotel die Nähe zur Natur. Aber da musste ich jetzt durch.

  • 12. November


    Heute geht's los und alles hat sich gegen mich verschworen. Mein Flug nach MUC geht um 9:45, um 7:30 sitzen wir im Auto und fahren los. Ich brauche morgens von zu Hause zum Flughafen immer ca. 20 Minuten, allerdings um 5:30. Zwei Stunden später rechne ich natürlich mit etwas mehr, aber das was heute los habe ich in 20 Jahren nicht erlebt. Bereits am Ortsausgang standen wir, im Schritttempo ging es auf die Autobahn, die Uhr rückte unbarmherzig vor. Im Verkehrsfunk kam dann die Auflösung, Unfall in Höhe der Abfahrt nach Lank. Na bravo! Der Umweg über Büderich war auch dicht. Im Schrittempo ging es auch weiter, um 8:50 fuhren wir endlich von der Autobahn runter, mein Lebensgefährte setzte mich am Abflug A ab und ich rannte im Laufschritt zur Gepäckaufgabe. Zum Glück konnte ich meinen Koffer direkt abgeben, eingecheckt hatte ich per APP, das ging fix.


    Aber an der Security war es mega voll, auch die Fastlane war voll. Mist, also was gemacht was man nicht darf :nix1: und ich war gerade noch rechtzeitig am Gate. Dass es Busboarding gibt wußte ich ja aufgrund des Flugzeugtyps schon vorher. Erst mal durchatmen und noch ein Schwätzchen mit einem Kollegen, dann standen wir vorm Flieger und es hieß wieder warten, das Cleaning war noch nicht fertig. Ich hatte in MUC nur 70 Minuten zum Umsteigen, die schmolzen zusammen. Denn auch dort würde es ein kleine Rundfahrt mit dem Bus geben. Mit 20 Minuten Verspätung ging es schließlich nach Bayern.


    Wie sollte es auch anders sein, der kleine Canadairjet parkte am äußersten Ende, der Bus kurvte 10 Minuten übers Vorfeld und dann hieß es natürlich noch ab in die Bahn und in den Sateliten, das Gate für den Flug nach BCN war selbstverständlich das am weitesten entfernte und als ich am Gate an kam war das Boarding bereits im Gange.


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    Puh, geschafft, durchatmen. Nach zwei ruhigen Stunden stand ich am Gepäckband und war gespannt, ob mein Koffer es auch geschafft hatte. Er hatte es geschafft, tolle Leistung der Kollegen in MUC :clap1:


    Nun ging es erst mal für die Nacht ins Tryp Barcelona Airport, denn morgen früh um 7:00 geht es weiter.


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  • was immer BCN ist, das waere mir zu viel umsteigen und zu lange um nach Las Vegas zu kommen.


    Bin gespannt wo im Suedwesten es hinging

  • [quote='YvonneB','https://www.unsernordamerika.de/forum/index.php?thread/9729-kurztrip-in-den-westen/&postID=752127#post752127']

    was immer BCN ist, das waere mir zu viel umsteigen und zu lange um nach Las Vegas zu kommen.


    Bin gespannt wo im Suedwesten es hinging

    [/quote]

    BCN - Barcelona


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  • BCN ist Barcelona.


    Klar, ist etwas umständlich, aber der Preis war extrem gut und ich habe so den Status gesichert. Der kürzere Weg wäre wesentlich teurer gewesen und es hätte nicht genügend Meilen gebracht.
    Da ich nächstes Jahr ein paar Flüge geplant habe, spare ich mir allein an Gepäckgebühren ca. 350 EUR. Dazu die weiteren Vorteile, deshalb lohnte sich der Aufwand.


    Ich verstehe aber, dass das vielen zu umständlich ist.


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  • waere irgendwie schoener wenn das fuer Unwissende ausgeschrieben wird.

    Als Nichtflieger kenne ich mit mit solchen Abkuerzungen leider nicht aus

  • Da bin ich auch mal gespannt, wie es weitergeht.

    Der Flug wäre mir auch zu umständlich gewesen aber der Preis war natürlich wirklich unschlagbar gut und in Business auch recht komfortabel.

  • Wie sollte es auch anders sein, der kleine Canadairjet parkte am äußersten Ende, der Bus kurvte 10 Minuten übers Vorfeld und dann hieß es natürlich noch ab in die Bahn

    Das liebe ich total... wie Busfahren am Airport.

    Trotzdem gut, dass alles geklapppt hat

  • Busfahren am Airport ist immer gut, wenn man strategisch gut im Bus steht ist man als erster im Flieger und hat Platz fürs Gepäck. 😄


    Ich bin gespannt wie es weitergeht.

  • Der Wecker klingelte bereits um 4:45, am Vorabend hatte ich mich für den ersten Shuttle zum Flughafen um 5:30 eingetragen. In der Hotellobby konnte man sich an einem kleinen Buffett mit Kaffee, O-Saft und Gebäck bedienen, netter Service um diese Uhrzeit. Der Fahrer des Shuttles mußte ein verkappter Rennfahrer sein, der heizte in einem Affenzahn über die noch leere Autobahn zum Terminal. Dort angekommen war bereits erstaunlich viel Betrieb, trotzdem konnte ich sofort einchecken und war innerhalb weniger Minuten durch die Security. Da noch Zeit bis zum boarden war, ging ich erstmal in die Lounge, Emails checken und eine Kleinigkeit essen.


    Das Boarding des LH-Zubringers nach Frankfurt startete pünktlich, Abflug ebenfalls pünktlich.


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    5-Sterne-Frühstück?


    In Frankfurt angekommen ging es ohne weitere Kontrolle an die Z-Gates, ich hatte noch drei Stunden Zeit und machte es mir gemütlich und sah, dass mein Flieger nach San Francisco schon da war.


    20181113_112918.jpg.


    Am Gate dann noch die übliche Sicherheitsbefragung und dann ging das boarden los. Der Flieger war komplett voll und es kamen immer wieder Durchsagen, die Leute mögen doch bitte ihr Handgepäck abgeben und kostenlos einchecken. Es ist aber auch immer wieder erstaunlich, was manche Leute so alles mit sich rumschleppen.


    Die neue Anordnung der Sitze kannte ich noch nicht, aber mit der neuen Polaris Business hat United echt einen Volltreffer gelandet. Der Sitz ist unheimlich bequem, vorallem die Sitze am Fenster in den ungeraden Reihen bieten sehr viel Privatsphäre, man sieht niemanden. Bald nach dem Start ging der herzliche Service los, nach dem leckerem Essen konnte ich sogar ein paar Stunden schlafen, das ist bei mir absolut ungewöhnlich.


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    Beim Anflug auf San Fransicso konnte man leider nicht viel sehen, die Luft war voller Rauch von den schrecklichen Bränden in Paradise. Die Golden Gate Bridge konnte man nur erahnen.


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    Da ich mit neuem Pass und somit auch neuer ESTA einreiste, stand ich eine gute Stunde an der Immigration. Bis zum Weiterflug nach Las Vegas hatte ich aber immer noch genügend Zeit. In Ruhe konnte ich das Terminal wechseln und ging erst mal vor die Tür um frische Luft zu schnappen, das war keine gute Idee, es roch sehr stark nach Rauch. Dann eben wieder rein und die Wartezeit mit einem Capucino im United Club verbringen.


    Auf dem kurzen Hüpfer nach Vegas bin ich dann noch mal eingeschlafen und war froh, als ich gegen 21h endlich im Hotel war. Übernachtet hab ich im Hampton Inn Airport. Leider eines der neuen Hamptons bei denen sich die Fenster nicht öffnen lassen und man gezwungen ist die Klimaanlage laufen zu lassen. Für mein Empfinden eine völlige Fehlplanung. Ansonsten ist das Hotel völlig ok.


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  • Jetzt habe ich erst so richtig mitbekommen, dass du um von Düsseldorf nach Frankfurt zu fliegen einen Umweg über München und Barcelona gemacht hast sofern ich das richtg gecheckt habe.


    Ist eigentlich auch eine Idee, aber meine Holde hätte mir wohl den Hals umgedreht. Jetzt muss ich sofort schauen wie ich am 14. Dezember mit dem Flugzeug nach München komme. Vielleicht gibt es ab der Schweiz auch einen günstigen Flug über z.B. Wien oder so was.


    Ernst

  • Jetzt habe ich erst so richtig mitbekommen, dass du um von Düsseldorf nach Frankfurt zu fliegen einen Umweg über München und Barcelona gemacht hast sofern ich das richtg gecheckt habe.


    Ist eigentlich auch eine Idee, aber meine Holde hätte mir wohl den Hals umgedreht. Jetzt muss ich sofort schauen wie ich am 14. Dezember mit dem Flugzeug nach München komme. Vielleicht gibt es ab der Schweiz auch einen günstigen Flug über z.B. Wien oder so was.


    Ernst

    Ja, Ernst,


    das ist ja das verrückte, dass Umsteigeverbindungen meistens günstiger sind als Nonstop Flüge. Die Airlines lassen sich den Komfort der kürzeren Reisezeit natürlich bezahlen. Zudem werden so die Verkehrsströme über die jeweiligen Hubs gelenkt, bei LH alles über Frankfurt und München, KL über Amsterdam, AF über Paris, BA über London usw. Das kann man natürlich gezielt ausnutzen um sein Meilenkonto zu füllen.


    Für mich eine der besten Möglichkeiten aus Europa nach USA und Kanada zu kommen ist Aer Lingus über Dubin. Vorallem weil man bereits in Dublin durch die US Immigration geht und als Inlandsflug ankommt. Das ist ein richtiger Komfortgewinn.

  • Einige werden jetzt sicher denken, voll durchgeknallt, aber so kosteten alle Flüge gerade mal 1.284 EUR, alles in Business, oder dem, was Lufthansa auf Kurzstrecke dafür hält. Dafür gab es rd. 34.000 Meilen, mit dem was schon auf dem Konto war sichert mir das bis Ende Mai 2020 den Goldstatus in der Starallianz.


    Ich dachte MP ist nicht rollend und der Status verfällt analog wie bei LH zum Jahresende ? Kannst du mal bitte eine kurze Info dazu geben. Danke. Ich finde die Route nicht verückt.

  • Wenn ich in der APP nachschaue steht da expiration May 31 2020.

    Selbst wenn es nur bis Ende 2019 gelten sollte, macht das nichts da ich nächstes Jahr einiges fliegen werde und der Erhalt kein Problem ist.


    Das Beste bei MP ist ja die niedrigen Gebühren bei einer Prämienbuchung, Miles & More langt da ja richtig zu.

  • Wenn ich in der APP nachschaue steht da expiration May 31 2020.

    Selbst wenn es nur bis Ende 2019 gelten sollte, macht das nichts da ich nächstes Jahr einiges fliegen werde und der Erhalt kein Problem ist.


    Das Beste bei MP ist ja die niedrigen Gebühren bei einer Prämienbuchung, Miles & More langt da ja richtig zu.

    Das wäre ja genial, wenn die Quali rollend wäre. Dann würde ich eventuell nächstes Jahr einen Statusmatch probieren. Muss mich da mal jetzt damit befassen. Mit den Gebühren bei M&M gebe ich dir recht. Im Prinzip sind die Prämienflüge - außer Meilenschnäppchen - nicht mehr lukrativ.

  • Ich wollte um 8 Uhr das Auto abholen, also stand ich kurz nach 6 auf und ging erst mal frühstücken. Bei den Hampton Inns ist ja das Frühstück immer inklusive und auch gar nicht schlecht, was mich aber wirklich stört ist, dass es alles es weder richtige Teller noch Besteck gibt. Diese Plastikflut muss doch wirklich nicht sein.


    Die Fahrerin des Shuttlebusses setzte mich netterweise am Rental Car Center ab. Wie üblich versuchte man mir alles mögliche zusätzlich anzudrehen, jedoch erfolglos. Choiceline gab's diesmal nicht und so erhielt ich einen Ford Explorer, sogar mit AWD und allerlei Schnickschnack.


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    Eigentlich war der viel zu groß für mich allein, aber es macht schon Spass so eine riesen Kiste zu fahren ;-)). Also Koffer rein und auf die I15 und so schnell wie möglich raus aus der Stadt.


    Nach dem langen sitzen gestern musste ich mich bewegen, deshalb bog ich zuerst ins Valley of Fire ab. Ich war vor ca. 20 Jahren schon mal hier, aber ich konnte mich an nichts erinnern.


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    Die erste kurze Wanderung ging zum Mouse's Tank, es war schon richtig warm, ein T-Shirt genügte. Auf dem Hinweg war ich allein unterwegs und genoss die Stille. An einem Fels konnte man gut erhaltene Petroglyphen sehen. Die roten Steine vor dem tiefblauen Himmel sahen echt klasse aus.


    Zurück allerdings kamen mir Scharen von Franzosen entgegen, normal unterhalten ging bei denen nicht. Die brüllten wie die Irren durch die Gegend, schmissen Kippen weg, vorallem die Frauen waren für den tiefsandigen Trail passend ausgestattet: mit Ballerinas und Sandalen :tock1:


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    Anschließend für ich noch zum Visitor Center und dann weiter nach Mesquite. Ich musste für die nächsten Tage noch etwas einkaufen, Wasser, etwas Obst und ich sollte ein paar Medikamente mitbringen. Dafür bot sich der Walmart an. Zudem gibts da immer wlan und ich konnte zu Hause per whatsapp anrufen ohne dass ich jemanden mitten in der Nacht aus dem Bett schmiss.


    Weiter ging es Richtung Norden, hinter St. George bog ich auf die UT9 ab. Über Huricane und Colorad City ging es schließlich nach Kanab. Hier blieb ich für die nächsten drei Nächte wieder in einem Hampton Inn. Das war ganz neu, schick eingerichtet und man konnte wieder nicht die Fenster öffnen, saublöde :cursing:.


    Abends holte ich mir noch eine Pizza und verschwand früh im Bett.


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