Yellowstone 100 - neun Tage und hundert Wander Meilen in Amerikas ersten National Park

  • 2015 war ich ja schon mal fuer ein paar Tage im Yellowstone gewesen. Allerdings war ich damals alles andere als begeistert gewesen. Es war mehr als voll, die verkehrte Jahreszeit im Juli und Tiere sah ich ausser einem Bison keine.
    Damals sagte ich mir, der Park ist nicht fuer mich gemacht und ich sollte es einfach abhaken.
    Nachdem nun einige Zeit verstrichen war, wollte ich Yellowstone doch noch einmal eine Chance geben.
    Und die Chance kam schneller als gedacht.
    Als ich wieder zurueckzog aufs mainland, nahm ich die Gelegenheit wahr und buchte etliche Campsites im September.
    September klang irgendwie viel vernuenftiger, um den Yellowstone zu erkunden.


    Ein grober Plan war schnell auf die Beine gestellt und ich konnte es kaum erwarten, das der Trip stattfinden wuerde.
    Dieses Mal wollte ich einige der Trails erwandern, das klang fuer mich irgendwie super spannend. Und nachdem ich noch einige warme Sweater und Jacken online geordert hatte, war ich fuer alles geruestet was Yellowstone evtl. aufbieten konnte.


    Vielleicht hat ja jemand Lust, hier mitzulesen und ein paar Ecken vom Yellowstone abseits der Touristenpfade zu sehen

  • Hallo Yvonne,


    da der Yellowstone bei mir ganz oben auf der Wunschliste meiner Ziele steht, werde ich auf alle Fälle mitlesen. Von mir aus kannst du loslegen. :daumen:

  • Ich auch :cap:

    :wink1: Georges
    USA: 1991 92 93 93 94 94 95 95 96 97 98 99 99 2000 02 03 04 05 07 08 09 11 12 13 13 15


  • schoen, das schon ein Mitreisende dabei sind :wink1:

    Hallo Yvonne,


    da der Yellowstone bei mir ganz oben auf der Wunschliste meiner Ziele steht, werde ich auf alle Fälle mitlesen. Von mir aus kannst du loslegen. :daumen:

    Hallo Rolf,


    dann hoffe ich mal, das du noch ein paar Ideen findest fuer deine Yellowstone Reise

  • Komme auch mit auf die Wanderungen! :hike:

    Gruss
    nirschi :camp:


    -------------------------------------------


    I have a dream








  • wow, so viele Mitleser, dann kann ich ja gleich loslegen. :D :smile: :D



    September 5, 2018


    Heute war der grosse Tag gekommen, an dem meine Yellowstone Reise starten wuerde.
    Ich freute mich total. Es war auch die erste Reise ohne richtige Kamera. Da ich all meine Kamera gear verkaufen musste, besass ich nur noch eine einfache Sony Digi Knipse plus meinen Advanced Selfie Stick - ein einfaches $20 Mini Stativ. Aber mir reichte diese Kombination vollkommen aus zum Knipsen. Viele Bilder der letzten Wochen waren ja auch nur mit dieser Kombination gemacht worden.
    Anstatt die Strecke in einem fix durchzufahren, wuerde es noch einen Abstecher geben. Ich wollte mch mit Freunden im Bryce Canyon treffen, die dort als Park Ranger arbeiten und wir wollten am Abend ein wenig den Nachhimmel bestaunen. Emily arbeitete als Astro Ranger im Park, wie praktisch, und Jesse war Geologe. Beide hatte ich im August kennengelernt als ich am Bryce war und viel Spass mit beiden gehabt.
    Mein Auto hatte ich schon am Abend zuvor mit allem gepackt. Zelt, Schlafsack, Lebensmittelkiste, etc. Selbst fuer diese kurze 10 Tages-Tour war das Auto irgendwie richtig vollgepackt. Was mir aber egal war, ich war ja alleine.
    Ich verliess Hurricane im leichten Regen. Die Fahrt durch den Zion war super, dramatische Wolken, aber keine Wasserfaelle, da es nicht genug geregnet hatte. Schade, aber man kann halt nicht alles haben.


    Je naeher ich zum Bryce Canyon kam, umso mehr klarte es auf. Passt ja absolut.
    Am Bryce canyon fand ich noch eine der kostenlosen Boondocking Campites nur wenige Meter vom Parkeingang entfernt. Ich hatte diesen Spot auf einer Website ausfindig gemacht und freute mich umso mehr, das noch viele Spots frei waren. Man biegt direkt vor dem Park Eingangsschild auf eine Dirt Road ab und folgt dieser fuer etwa 400m. Da gab es schon die ersten campsites. Naeher am Park dran sein konnte man ja wirklich nicht. Und kostenlos war es auch.
    Ich errichtete mein Zelt, hatte einen lunch snack und fuhr dann in den Park.


    ich wollte noch einmal mein Glueck mit dem Fairyland Trail versuchen. Letzten Monat musste ich 2x wegen Gewitter abbbrechen und fix zum Auto zurueckfluechten.
    Heute sah es eigentlich recht gut aus.
    Der Fairyland Trail ist wirklich schoen und fuehrt so herrlich ins Herz vom Bryce Canyon ohne grosse Menschenmassen.



    Roter Limestone und blauer Himmel - was will man mehr


    Es dauerte nicht lange, und die ersten Wolken tauchten auf. Und dann immer mehr und mehr.





    Hoffentlich waren es nur Wolken und nicht wieder ein Unwetter wie die letzten Male.
    ich lief einfach ein bischen Schneller und machte nur ein paar weitere Photo Stops.



    Immerhin sah es Richtung Osten sonnig aus. Aber das hatte ja nichts zu sagen.
    Die Landschaft war extrem divers. Pinnacles, Hoodoos so weit man blickte. Hier und da ein paar lustige Formationen.



    Als ich dann bei der Tower Bridge ankam, hoerte ich zum ersten Mal Donnergrollen. Irgendwie mochte mich der Trail nicht.
    Die Wettervorhersage war eigentlich gut gewesen, nur 20% Chance of Storms. Soviel dann dazu.



    Ich lief schneller, aber der steile Anstieg hinauf aufs Plateau liess mich nicht schnell vorwaerts kommen. Der Sturm kam schnell als mir lieb war und schon zuckten die ersten Blitze am Himmel. Nicht schon wieder!!! :wut2: :wut2: :wut2:



    Es begann kraeftigr zu hageln, dann zu schuetten. Blitze ueberall um mich herum. Es war sicherer hier weiter unten im Canyon als oben am Rim, wo es ueberall Spuren von Blitzeinschlaegen an den Ponderosa Pines gab. Ich fand einen kleinen Felsueberhang und kroch darunter. Mal wieder musste ich ein Unwetter aussitzen. Es schuettete ohne Ende, und Wasser schoss in Massen den Trail herunter.
    Mein kleiner Felsueberhang war nicht sonderlich bequem, aber immerhin blieb ich halbwegs trocken und von den Blitzen verschont, die nach wie vor ueberall runterkrachten.
    Leider wurde es auch extrem kalt. Die Temperatur stuerzte von 75F auf 50F ab.
    Ich sass fast zwei Stunden in meinen kleinen Shelter. Dann sah gut genug aus um den Aufstieg zum Rim zu wagen.
    Jetzt brauchte ich erst mal was Trockenes zum Anziehen. Zurueck am Camp gab es erst mal warme Klamotten, Fleece Pulli und eine heisse Schokolade.
    Es regnete zwischendrin noch ein paar Mal, so beschloss ich, etwas zu lesen.


    Spaeter gegen Abend wurde es dann doch endlich wieder richtig schoen und ich fuhr zum Canyon Rim. Hier wollte ich mich dann in Kuerze sowieso mit meinen Freunden treffen. Die beiden waren auf dem Rueckweg von Escalante, da sie heute ihren freien Tag hatten.
    Ich lief den Canyon Rim entlang und genoss die dramatischen Wolken. Es gab noch immer etwas Gewitter in der Ferne.



    Spaeter wurde es dann richtig schoen.





    Mit meinen Freunden warte ich dann das es dunkel wurde.
    Emily erklaerte viel vom Nachthimmel und hatte auch ein ganz tolles Fernglas mit, mit dem man super etliche Galaxien sehen konnte. Und ich erklaerte Jesse, der neu zur Fotografie gekommen war, wie man Bilder von der Milky Way macht. Wir hatten richtig viel Spass und es wurde ein langer Abend.



    Mit meiner kleinen Sony war es nicht sehr einfach, Milky Way Bilder zu machen. Da musste ich in Zukunft noch etwas ueben.
    Aber egal, es war ein netter Abend gewesen.

  • danke euch


    Es war eigentlich ein toller Tag, nur das doofe Aussitzen vom Gewitter haette mal wieder nicht sein muessen

  • Das mit dem Gewitter war ja schade, aber trotzdem ist es ja noch ein schöner Tag geworden.

    dieses Jahr ziehe ich sowas irgendwie magisch an. Es war bereits das Vierte Mal, das ich wegen einem Gewitter Unterschlupf suchen musste und es nicht mhr zurueck zum Auto oder Trailhead schaffte.
    Sollte auch nicht das letzte Mal sein