No Banana but Crazy Heart Tour – 31 Tage im Südwesten

  • So, ich bin jetzt auch hinterher gewandert.....das kommt mir ja alles sehr bekannt vor.
    Schöne Bilder wieder.... :daumen1::clap1::clap1:


    Da ich bekanntermaßen nicht so ein Freund der "One Way" Tour bin, bin ich sehr gespannt wie ihr das bewältigt. Besonders deine Mutter.
    Obwohl wir damals 18 Jahre jünger waren und bei der Phantom Ranch übernachtet haben, waren wir doch ziemlich kaputt als wir wieder am Rim waren. Martina hatte zuletzt sogar richtige Probleme mit dem Kreislauf. (Und große Probleme mit ihren Zehen ....)
    Ich sage immer, dass man den Canyon besser wahr nimmt, wenn man 2 Tage Zeit hat....sportlich hätte ich es mir schon zugetraut, damals. Für Martina wäre es wohl schwierig geworden.


    Eine Erklärung kann aber auch sein, dass wir mitten im Hochsommer diese Tour gemacht haben - im Juli :) . Das hatte aber besondere Gründe. ;)



    Hier ist der Reisebericht von dieser Tour....

  • Wunderschöne Bilder! :love:


    :clap1::clap1::clap1::clap1::clap1:


    sehr schoen :daumen:


    Herrlich :clap1::clap1:


    Danke euch allen :) :love:


    Ups, jetzt sind wir ja schon am Skeleton Point, da ist mir glatt ein Bericht durchgerutscht.


    Tolle Beschreibung :daumen1:


    Hehe, ja, so schnell kann es gehen!


    Danke!!


    Ein toller Berich über diese Wanderung. Für mich leider nicht mehr machbar und so genieße ich die schönen Bilder besonders.


    Vielen Dank, freut mich das es dir gefällt!


    Also wenn ich den Ausblick vergleiche, dann reicht mir die Wanderung zum Oh Ah Point aus.


    Das ist Ansichtssache, mir haben die Aussichten weiter unten noch sehr viel besser gefallen. Auch wenn der Ooh Aah Point schon seeehr schön ist.



    Danke :)


    Ich mag One Way Strecken auch nicht sehr gerne, daher nehmen wir für den Aufstieg natürlich auch nicht den gleichen Trail, das wäre ja langweilig. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht ob die Übernachtung an der Phantom Ranch SOOO viel Unterschied macht von der Anstrengung her, wenn man mal von der Tageszeit absieht. Der Weg nach unten hat mich zum Beispiel überhaupt nicht angestrengt, geht ja nur bergab, das hätte ich noch stundenlang machen können. Anstrengend wurde es für mich erst, als ich nach oben musste. Ob ich jetzt also oben fitter gewesen wäre, wenn ich vorher nicht runter gelaufen wäre... Keine Ahnung. Wir sind halt in der Nachmittagshitze nach oben gekraxelt, während man bei einer Übernachtung vor Sonnenaufgang aufbricht.

  • Tag 9 (18.05.2018): Rim2River2Rim - South Kaibab Trail: Skeleton Point to Tip Off


    Am Skeleton Point machen wir keine Pause, wir halten nicht einmal an. Wir liegen zwar gut in der Zeit, aber je schneller wir nach unten kommen, desto besser und die erste größere Pause ist erst am nächsten Etappenziel geplant. Folglich sehen wir auch hier noch nichts vom Colorado, denn dafür muss man am Skeleton Point noch einen winzigen Umweg laufen, dort, wo der Mann links im Bild zu sehen ist.



    Das lassen wir sein, denn wir sehen den Fluss ja gleich ohnehin noch aus allen möglichen Entfernungen. Für die Leute, die hier umdrehen, macht das aber durchaus Sinn.


    Dieser Teilabschnitt des Trails ist jetzt wieder mit einer ganzen Menge Steigung verbunden, die Pause für die Knie ist also offiziell beendet. Das war aber klar, denn wir sind noch ganz schön hoch und irgendwann müssen wir die restlichen Höhenmeter ja überwinden. Hier beginnt nun also in zahlreichen Switchbacks der Abstieg auf das Tonto Plateau.




    Dort liegt der glitzernd unter uns, der gewaltige Colorado River! Ich freue mich riesig über die grüne Farbe, denn die ist nicht selbstverständlich. Nach starken Regenfällen wird so viel brauner Schlimm in den Fluss gespült, das er auch gerne mal kackbraun sein kann und sich kaum von der Umgebung abhebt.



    Wenn man genau hinsieht, kann man ihn hier sogar an zwei Stellen sehen.



    Die Aussichten bleiben einfach atemberaubend. Auch wenn wir nun schon seit einiger Zeit auf diesem Trail unterwegs sind, es wird niemals langweilig, es verändert sich andauernd und man kann sich einfach nicht daran satt sehen.









    Von oben nach unten betrachtet sehen die Switchbacks gar nicht so steil aus, wenn man sie aber überwunden hat und nach oben sieht... Dann weiß man, wie viele Höhenmeter man auf kürzester Distanz hinter sich gelassen hat.



    Das gewaltige Tonto Plateau liegt nun genau vor uns und den Colorado können wir aus diesem Grund auch schon lange wieder nicht mehr sehen. Die Ebene ist einfach zu groß!








    Um 7:54 Uhr erreichen wir also nach ca. 2,5 Stunden Gesamtlaufzeit den Tip Off.



    Am Tip Off gibt es mal wieder eine Toilette, ein Notfall Telefon und eine Anbindestation für die Maultiere, von denen wir bisher allerdings noch kein einziges gesehen haben. Dieser Punkt liegt auf dem Tonto Plateau, kurz vor dem finalen Abstieg zum Fluss. Hier zweigt auch der Tonto Trail sowohl nach Osten, als auch nach Westen ab. Würden wir diesem folgen, so würden wir nach einiger Zeit auf dem Bright Angel Trail im Indian Garden auskommen.


    Zunächst geht es zu den Restrooms, man muss ja jede Gelegenheit nutzen, die sich einem bietet. Schon hier werden wir von extrem aufdringlichen Hörnchen belagert.



    Wir setzen uns auf einen der Wegbehrenzungssteine und essen erst einmal einen Riegel, denn ein richtiges Frühstück hatten wir noch nicht und wir sind jetzt schon einige Zeit unterwegs.



    Hier beobachten wir jetzt auch etwas, das mich wirklich extrem wütend macht und ich bin immernoch fassungslos, wenn ich daran denke. In einiger Entfernung machen noch zwei schweizer Jungs pause, die offensichtlich auch einiges zu essen dabei haben und auch sie werden von den Hörnchen belästigt. So schlimm wie hier habe ich das wirklich noch nirgendwo erlebt. Jedenfalls unternehmen die beiden absolut nichts dagegen, während wir die Tiere permanent am verscheuchen sind. Im Gegenteil, die beiden finden das lustig und locken sie auch noch an und laden sie ein, auf ihnen rumzuklettern. Das geht so weit, bis eines der Hörnchen aggressiv wird und einen der Jungs mit Anlauf anspringt und sich in den Klamotten festbeißt, woraufhin er wie ein Irrer nach dem Tier schlägt. Das Squirrel lässt los, packt sich eine ganze Plastiktüte mit Essen und verschwindet damit hinter dem nächsten Absatz, auch das wird mit viel Applaus gebührend gefeiert. In dem Moment hätte ich mir einfach nur gewünscht, das das Hörnchen ganz andere Stellen erwischt als die Klamotten...

  • Wir hatten erst die Kombi South Kaibab — tonto Trail — bright Angel Trail geplant.


    Aber dann doch verworfen, da die körperliche Konstitution dieses dann wohl doch nicht hergibt. Daher waren wir nur bis zum skeleton Point und dann wieder retour.


    Bis zum Skeleton Point ist es schon toll, aber die letzte Etappe bis zum Fluss fand ich am Ende am beeindruckensten. Der Tonto Trail würde mich aber auch noch reizen, der soll auch sehr schön sein.. Mal sehen ob es dazu noch eine Gelegenheit gibt, Rim to Rim kommt auch in Frage.


    Bis auf die schweizer Idioten wieder eine tolle Etappe.


    Auf jeden Fall :)



    Ist immer eine tolle Erinnerung wenn man sowas selber gemacht hat, ich kenn das :)


    Welchen Bericht meinst du? Den aktuellen oder den mit dem Canyon Abstieg? Ist aber eigentlich egal was du meinst, denn ja, ich habe beides gelesen :) Der Aufstieg klang bei euch ja schon heftig und die Zehen deiner Frau erst... :huch3:



    Oh ja, das hätten sie sich verdient


    EIne tolle Etappe mit vielen schönen Ausblicken :clap1:


    Ja, solche Menschen haben das wirklich verdient, da habe ich dann auch kein Mitleid. Vielleicht haben die jetzt wenigstens Flöhe, denn davor wird ja auch gewarnt :lach3:


    So weit kann man sich von den üblichen Touri-Routen gar nicht entfernen, dass man nicht doch auf Idioten trifft


    Da hast du wohl leider recht.


    tztztzt ......mögen die Hörnchen denn auch Nüßchen???? :schaem2:


    :lach3::lach3::lach3:

  • Tag 9 (18.05.2018): Rim2River2Rim - South Kaibab Trail: Tip Off to Phantom Ranch


    Seid ihr alle bereit für den finalen Abstieg zum Fluss? Dieses Teilstück hat mir mit am besten gefallen und deshalb gibt es hier auch ein paar mehr Bilder von.


    Der Tip Off liegt nahe an der Kante des Canyons, in dem der Colorado fließt, der Canyon im Canyon sozusagen.



    Bei einem Blick zurück ist vom Rim hier schon lange nichts mehr zu sehen. Die Berge im Hintergrund sind auch alles nur irgendwelche Zwischenebenen.




    Und plötzlich sieht man ihn wieder und er sieht gar nicht mehr so weit entfernt aus, der mächtige Colorado.




    Die kurze Schattenpassage ist eine willkommene Abwechslung, von dem kühlen Morgen am Rim ist nichts mehr zu spüren, es ist brüllend heiß hier unten.




    Dann treffen wir schließlich auch auf die erste Maultier Karawane, ich hätte ja eher damit gerechnet.




    Auf kürzester Distanz müssen jetzt noch einmal richtig viele Höhenmeter bewältigt werden und auch wenn ich normalerweise sehr gerne bergab laufe - langsam reicht's. Schmerzen habe ich zwar noch keine, aber allmählich verliere auch ich die Lust daran. Meiner Mutter tun die Knie schon was länger weh.



    Und dann ist es plötzlich so weit, wir können in weiter Ferne unter uns zum ersten Mal die gewaltige Black Bridge erkennen, die Brücke, die den Colorado überspannt und über die wir den Fluss überqueren müssen. Da steigt die Motivation natürlich wieder ganz gewaltig. Meine Mutter ist nicht ganz so begeistert wie ich, denn sie hängt schon noch ganz schön hoch über dem Wasser und das könnte Probleme mit der Höhenangst geben.



    Schon sehen wir auch die 2. Gruppe Maultiere. Im Gegensatz zu denen vorhin, transportieren die hier keine Menschen, sondern tragen den Müll der Phantom Ranch und Postkarten zurück zum Rim. Der Reiter an der Spitze fragt uns noch sehr freundlich ob alles in Ordnung ist und ob wir die Wanderung genießen.





    Beim folgenden Bild erkennt man gleich beide Brücken! Neben der Black Bridge gibt es nämlich wenige hundert Meter entfernt noch die Silver Bridge, über die wir später zurück müssen. Zwischen den beiden Brücken geht ein dicht bewachsener Canyon ab, dort befindet sich die Phantom Ranch und der Bright Angel Campground.



    Das Ziel ist jetzt nicht mehr weit, aber durch die steilen Serpentinen zieht es sich noch ganz schön in die Länge. Wir überholen eine Frau, die wir immer mal wieder im Laufe der Wanderung gesehen haben und der scheint es gar nicht mehr gut zu gehen.




    Hier zweigt der River Trail vom South Kaibab Trail ab. Hier würde man direkt zum Bright Angel Trail abkürzen, ohne den Colorado 2x zu überqueren. Das kommt natürlich nicht in Frage, denn wenn man schon so weit gekommen ist, dann will man natürlich näher an den Fluss ran und außerdem freue ich mich schon seit einer gefühlten Ewigkeit auf die eiskalte Limo an der Phantom Ranch.



    Gleich ist es so weit!



    Kurz vorher läuft man in einen Tunnel und von dort aus direkt auf die Black Bridge. Was ein gigantisches Teil! Auch wenn es nicht so aussieht, die Brücke ist sehr massiv und schwingt auch kein bisschen, denn hier laufen auch die Maultiere drüber. Auch meine Mutter schlägt sich tapfer und läuft einfach drauf los, ohne lange darüber nachzudenken.






    Der Colorado hat aktuell eine traumhafte Farbe und die Sandstrände hier unten erinnern an ein Paradies. Hier sind schon einige Wanderer angekommen und halten ihre Füße in's kühle Nass.




    Auf der anderen Seite angekommen folgen wir jetzt einem sandigen Weg am Ufer entlang, ist es nicht traumhaft schön hier?







    Wir biegen nach rechts in den Canyon ab und erreichen die ersten Schilder und Gebäude, die auf die Phantom Ranch hindeuten. Wir haben es fast geschafft!





    Touchdown Phantom Ranch: 09:25 Uhr!


    Trailfakten:
    Bezogen einzig und allein auf den South Kaibab Trail abwärts!


    Länge: 7.4 Meilen / 11,9 km / 1400 Höhenmeter
    Dauer: Ca. 4 Stunden mit kurzen Pausen
    Einstufung Schwierigkeit: Strenuous! Es geht auf fast 12 km fast pausenlos bergab, teilweise ziemlich steil. Es gibt keine Wasserversorgung oder Schatten auf dem Trail. Die Temperaturen sind nicht zu unterschätzen, auch wenn es am Rim kühl ist. Die Temperatur steigt um 1°C pro 100 Höhenmetern abwärts, was eine Differenz von 14°C von Rim zu Phantom Ranch bei gleicher Uhrzeit ausmacht.
    Erreichbarkeit: befestigt, Shuttlebus vom Visitor Center aus
    Kosten: 35$ oder National Park Pass
    Fazit: Ein wunderschöner und spektakulärer Trail mit atemberaubenden Weit- und Aussichten in den Canyon