No Banana but Crazy Heart Tour – 31 Tage im Südwesten

  • Tag 8 (17.05.2018): Devils Bridge Trail (Sedona)


    Bis zu unserem ersten Ziel heute haben wir es wirklich nicht weit und wir müssen nur ein ganz kleines Stückchen aus Sedona raus fahren. Daher kommen wir auch bereits um 7:20 Uhr am Parkplatz "Mescal Parking" an, einem Alternativtrailhead für die Devils Bridge. Wie immer zahlt sich die intensive Planung vor der Reise zu 100% aus, denn unvorbereitet wäre ich vermutlich zum richtigen Devils Bridge Trailhead gefahren, bzw. nein... Wäre ich nicht. Ich hätte es versucht und wäre dabei definitiv kläglich gescheitert, denn es ist nahezu unmöglich die Stelle mit einem gewöhnlichen Straßen SUV zu erreichen.


    Es ist schon erstaunlich viel los für die Uhrzeit und wir finden eine der letzten Parklücken an der Straße. Es wundert mich nicht groß, ich habe schon vorher gelesen, das die Devils Bridge zu den beliebtesten und überfülltesten Wanderungen im Gebiet von Sedona gehört. Das passt mir eigentlich überhaupt nicht in den Kram, andererseits sind wir das erste Mal hier und beim ersten Mal tut man normalerweise was? Riiiiichtig, die Highlights, die alle eben beim ersten Mal machen.



    Um den eigentlichen Trailhead zu erreichen, müssen wir über den Chuckwagon Trail über eine dicht bewachsene Ebene laufen. Was ein Kontrast zu den letzten Tagen... Rote Felsen, richtige Bäume und eine herrliche frisch duftende Luft, die aber bereits einen heißen Sommertag erahnen lässt.









    Anhand der Anzahl der Autos am Trailhead wundert es mich doch sehr, aber wir begegnen bisher keiner Menschenseele. Entweder wir haben eine gute Zeit erwischt und die Leute sind schon alle am Ziel, oder einige davon laufen einen der anderen Trails hier auf der Ebene.






    Wir erreichen den richtigen Trailhead und ich bin auch überzeugt, ein Bild von der Straße hier gemacht zu haben, kann es aber nirgendwo mehr finden. Jedenfalls ist es ein schmaler Pfad, voller riesiger Absätze und Steinplatten, die wir mit dem Rav4 im Leben nicht hätten überwinden können, also alles richtig gemacht. Hier stehen auch nur zwei Autos und zwar ein gigantischer Pick Up und einer der berühmten pinken Jeeps der Touranbieter aus Sedona. Alles richtig gemacht würde ich mal sagen.





    Wir sind nun also auf dem Devils Bridge Trail und der Weg ist weiterhin sehr angenehm und einfach zu laufen, allerdings beginnt jetzt allmähliche eine sanfte, aber konstante Steigung.





    Der Weg wird unebener!




    Wir betreten nun eine Wilderness Area und laufen direkt auf eine große Gruppe Felsen zu, von unserem Ziel, der Devils Bridge, ist allerdings noch überhaupt nichts zu sehen.






    Es kommen uns die ersten Gruppen entgegen und plötzlich ist es relativ voll. Wo kommen die denn alle her?! Offenbar sind doch alle Besitzer der Autos am Chuckwagon Trailhead hier oben und beschließen genau JETZT, den Rückweg anzutreten. Und zwar gefühlt alle davon. Ausgerechnet hier, wo der Weg jetzt steil nach oben geht und ein wenig in Kletterei ausartet. Endlich passiert hier mal was spannendes, so langsam war der breite, ebene Weg mir doch etwas zu eintönig.




    Nach den steilen Stufen befinden wir uns auf einer Art Zwischenebene, auf der ausreichend Platz ist, sich in Ruhe umzusehen. Von hier hat man einen wundervollen Blick auf die traumhafte Umgebung und man sieht, wie viele Höhenmeter wir mal wieder fast unbemerkt hinter uns gebracht haben.




    Und weiter geht es, wir müssen noch zwei Etagen höher.



    Hier kommt uns mal wieder eine der größerem Gruppen entgegen. Wir haben mit unseren Wanderschuhen und dem tollen Grip auf dem Sandstein mal wieder keine Probleme, die Flip Flop Fraktion, die uns grad begegnet, allerdings schon. Die gibt es wohl wirklich überall. Meine Mutter ist allerdings auch noch sehr vorsichtig und skeptisch, denn in Südarizona waren die Felsen lange nicht so griffig wie hier... Aber dieser geniale Sandstein ist einfach toll für die Schuhe, man kann quasi senkrecht bergauf gehen und daran muss man sich erstmal gewöhnen und ein wenig Vertrauen in die Schuhe fassen.



    Oben angekommen genießen wir zuerst ein weiteres Mal die tolle Aussicht.



    Was fotografiere ich denn da?!



    Tadaaaaaaaaaaaaaaa, es ist natürlich die Devils Bridge, die man hier oben das allererste mal sehen kann und sie macht ihrem Namen alle Ehre. Wow! In der Position ist es kein Wunder, das man sie von unten nicht sehen kann und ich bin schon schwer beeindruckt.



    Die Devils Bridge ist die größte natürliche Sandstein Brücke in der Gegend von Sedona und berüchtigt für die Möglichkeit, oben drüber laufen zu können. Anlässlich der aktuellen hitzigen Diskussion in einem anderen Forum, wo jemand verbotenerweise über einen Arch gelaufen ist und darüber berichtet hat, möchte ich noch darauf hinweisen, das es hier offiziell erlaubt ist, die Seite des Coconino National Forest sagt folgendes:


    "If you have the nerve, you can walk across the top; once you're on it you'll find it's not such a tough walk. But use caution and exercise some common sense; it's a long way down."


    Quelle


    So viel zum Thema, was ist offiziell erlaubt und was nicht. Das ist ja immer die eine Sache. Ein ganz anderes Hindernis ist es jedoch, wenn man mit der eigenen Mutter unterwegs ist, die auch noch ein Problem mit Höhenangst hat. Die ist nämlich so gar nicht begeistert davon, als ich eröffne, das ich natürlich auch da drauf will. Ich kann's verstehen, aber jetzt bin ich so weit hier hoch gelatscht, jetzt will ich auch das Finale! Ich drücke ihr meine Kamera in die Hand und kann sie überzeugen, das ich sehr vorsichtig bin und mich NICHT an die Kante setze, so wie der Typ auf dem Bild oben. Ich muss zugeben, das würde ich mich vermutlich sowieso nicht trauen und ich hätte es auch nicht versucht, ich bin ja grundsätzlich vernünftig bei solchen Dingen.



    Ein wenig skeptisch bin ich schon und ich bewege mich sehr vorsichtig. Einmal auf der Brücke muss ich aber sagen, es ist absolut nichts dabei! Es sieht von außen einfach vieeeel schlimmer aus, als es in Wirklichkeit ist, wie so oft. Die Brücke ist so breit, wenn man in der Mitte geht, dann kann man auf keiner der beiden Seiten runter gucken und man merkt nicht einmal, worauf man grad läuft. Klar... Saltos würde ich persönlich hier jetzt auch nicht machen, aber wenn man ganz normal geht, dann passiert hier nichts.



    Geschafft!



    Und hier einmal ein Handy Bild, aufgenommen auf der Brücke!



    Schnell das Handy wieder sicher verstauen und runter da! Ich möchte die Qualen des Zusehens für meine Mutter dann doch so kurz wie möglich halten.



    Als nächstes in der kurzen Warteschlange steht dann auch direkt das Klischee Mädel, das jetzt bestimmt wunderschöne Bilder für Instagram hat... Das ist genau das, was ich eben meinte, das ich NICHT tun würde. Aber ich wollte mich über sowas ja nicht mehr so viel aufregen, jeder Erwachsene ist selbst für sein Leben verantwortlich.



    Es wird dann für uns auch Zeit den Rückweg anzutreten, nachdem wir dem Wahnsinn ein wenig zugesehen haben.



    "Stell dich mal dahin" - "Aber da sieht man doch gar nichts, außer einen Felsen" - "Ist doch egal, stell dich mal dahin" - "Bist du fertig?" - "Jetzt lächel doch mal!!!"


    Wer kennt es nicht? :smile: Ich wette 90% der Kinderfotos in den Fotoalben der Familien sind genau so entstanden.



    Einen wesentlichen Unterschied zu damals gibt es allerdings. Ich kann mich wehren! So folgt meine Rache sofort!



    So steil wie es eben hoch ging, geht es jetzt auch wieder runter. Das dauert ein wenig länger, denn jetzt sind offenbar wirklich ALLE Menschen fertig mit dem Frühstück und es kommen uns die Pilger scharenweise entgegen gestürmt. Andauernd müssen wir an den schmalen Stufen warten, denn vorbeiquetschen wollen wir uns hier nicht und außer uns kommt ja niemand auf die Idee mal kurz anzuhalten.




    Bald haben wir schon wieder den angenehmen Weg unter den Füßen und so sind die vielen Menschen nur noch nervig, aber keine wirkliche Behinderung mehr. Zwar ist das jetzt etwas ätzend, allerdings haben wir zeitlich alles richtig gemacht. Oben an der Bridge waren insgesamt mit uns vielleicht 5-6 Leute, alle anderen sind vor unserer Ankunft abgehauen und der nächste Schwall kommt erst jetzt an - perfektes Timing.



    Der Trailhead der Devils Bridge ist nun auch etwas voller, aber noch immer stehen hier keine Midsize Mietwagen, sondern nur wirklich geeignete Fahrzeuge.




    Wer findet den kleinen, gut getarnten Kerl?



    Wir sind jetzt wieder auf dem flachen Verbindungstrail und kommen gut voran.







    Um 9:30 sind wir zurück am Auto, also nach 2:10h. Das ist mal wieder fast 1,5h schneller, als geplant war, aber das Phänomen kenne ich bei Wanderungen ja bereits zu gut.



    Wir trinken etwas Kaltes, befreien die Füße von den Wanderschuhen und -Socken und wechseln zu den Sandalen. Wir laufen zwar nachher noch was, aber erst nach dem Check In und dann können wir uns in Ruhe nochmal umziehen, bis dahin wird noch etwas Zeit vergehen.


    Trailfakten:


    Länge: 3.2 Meilen / 5,2 km (Ab Mescal Parking)
    Dauer: Ca. 2,5 Stunden, wenn man sich ein bisschen länger bei der Bridge aufhält
    Einstufung Schwierigkeit: Moderat, der Trail geht super einfach los und bleibt auch die meiste Zeit so. Am Ende geht es steil über einige Steinstufen hoch, allerdings wirklich nur das allerletzte Stück vom Trail.
    Erreichbarkeit: befestigt, PKW (Mescal Parking, der richtige Devils Bridge Trailhead ist mit einem normalen Mietwagen nicht erreichbar, auch nicht mit SUVs)
    Kosten: Gratis
    Fazit: Für mich hat es sich in jedem Fall gelohnt. Der Verbindungstrail ist nicht sehr spektakulär, aber bietet dennoch schöne Aussichten. Der letzte Teil, bei dem es an's Klettern geht, hat mir sehr gut gefallen und die Bridge selber ist absolut toll. Wenn man sich dann noch drauf traut, dann hat sich die relativ entspannte Wanderung definitiv gelohnt. Leider ist es hier wohl immer sehr voll, daher sollte man sehr zeitig morgens aufbrechen.

  • Tolle Wanderung, schöne Fotos ...insgesamt ein toller Tag. Würde mir sehr gut gefallen, hätten wir vielleicht auch gemacht - denn eigentlich wollten wir auch nach Sedona. :aug: Aber mußten wir ja streichen...


    Und deinen Exkurs über bestimmte Fotos teile ich voll und ganz. Von uns gibt es selten Selbstbildnisse ....eventuell beim nächsten Reisetag, wenn Martina ihr O.K. gibt :D

  • Und es hat etwas gedauert, bis ich auf dem Foto von der Bridge begriffen hab, dass das grüne in der Mitte nicht vor der Bridge ist sondern dahinter


    dito!

  • Wir waren 2011 dort und sind diese Dirtroad eine ganz Weile gefahren bis wir auch parken mussten, mehr wollten wir dem Santa Fe nicht zumuten.
    Ein toller Hike. Hat Spaß gemacht. bei uns war es relativ leer. Aber ist ja auch schon lange her.

  • Tolle Wanderung, schöne Fotos ...insgesamt ein toller Tag. Würde mir sehr gut gefallen, hätten wir vielleicht auch gemacht - denn eigentlich wollten wir auch nach Sedona. :aug: Aber mußten wir ja streichen...


    Und deinen Exkurs über bestimmte Fotos teile ich voll und ganz. Von uns gibt es selten Selbstbildnisse ....eventuell beim nächsten Reisetag, wenn Martina ihr O.K. gibt :D


    Echt ärgerlich mit dem Streichen... :( Aber "Toller Tag"? Da muss ich mal kurz Einwände erheben, wir haben jetzt grad mal 9 Uhr morgens, da ist der Tag alles, aber noch lange nicht vorbei :smile: Ich würde mich über Fotos von euch freuen :)



    Haha stimmt, da sieht man einen Unterschied!


    Eine sehr schöne Wanderung :daumen1:


    Fanden wir auch :)


    Die Wanderung gefällt mir.


    Und es hat etwas gedauert, bis ich auf dem Foto von der Bridge begriffen hab, dass das grüne in der Mitte nicht vor der Bridge ist sondern dahinter :D



    dito!


    Ja, das ist echt doof! Das ist aus der Perspektive total schwierig und sieht wirklich so aus, als ob da halt ein bisschen Fels im Gebüsch steht. Man muss sich echt konzentrieren um es richtig zu sehen :D


    Sehr schöne Wanderung :clap1: und den Tipp mit dem Alternativ-Weg werde ich mir sofort notieren :note:


    :dk3:


    Sehr gerne :)


    ;like;


    :)


    Wir waren 2011 dort und sind diese Dirtroad eine ganz Weile gefahren bis wir auch parken mussten, mehr wollten wir dem Santa Fe nicht zumuten.
    Ein toller Hike. Hat Spaß gemacht. bei uns war es relativ leer. Aber ist ja auch schon lange her.


    Das kann ich verstehen... Wobei die Zustände sich ja auch in den 7 Jahren nochmal verändert haben können. Die Stellen, die ich vom Trailhead aus sehen konnte, die wären auch wirklich nicht möglich gewesen, auch nicht mit viel gutem Willen und Optimismus, dafür fehlte es einfach an Bodenfreiheit.


    2011... Langer her... 7 Jahre :huch3: Kommt mir vor wie gestern...

  • Tag 8 (17.05.2018): Über Jerome und Prescott zum Watson Lake


    Für den weiteren Verlauf gibt es zwei mögliche Routen und ich habe wirklich lange gebraucht, um mich endgültig für eine davon zu entscheiden. Kürzer und lange Zeit von mir favorisiert wäre der direkte Weg Richtung Norden nach Flagstaff, dann wäre ein zweistündiger Stop im Slide Rock State Park geplant gewesen... Aber der soll immer so richtig schön überfüllt sein und habe ich da Lust zu? Eigentlich nicht. Am Ende ist es also der weitaus längere Weg in Richtung Südwesten geworden, also zunächst in die falsche Richtung, aber ohne den State Park haben wir ja mehr Zeit.


    Die roten Steine verschwinden so schnell wieder, wie sie gestern gekommen sind und kurz vor Jerome geht es in steilen Serpentinen die Berge hoch. Der Ort selber ist eine absolute Überraschung, sowas hätte ich hier nie im Leben erwartet... Es ist alles so winzig, verwinkelt und urig, man fühlt sich fast wie in einem kleinen Dorf im letzten Hinterland der Eifel. Und eine wahnsinns Aussicht gibt es hier! Ich bin hoch konzentriert dabei, den eigentlich vergleichsweise kleinen SUV durch die engen Straßen zu manövrieren und plötzlich wirkt das Teil ganz schön gigantisch. Ich kann mir auch gar nicht erklären, wieso wir nicht wenigstens mal kurz gehalten haben und uns umgesehen haben.


    Hinter Jerome schraubt sich die enge Straße noch viel höher in die Berge und an einem Aussichtspunkt halten wir dann doch mal, leider ist die Sicht hier nicht so spektakulär, aber an den tollen Stellen gibt es keine Haltemöglichkeit.



    Kurz darauf erreichen wir den höchsten Punkt und ab jetzt geht es wieder abwärts und zwar verlieren wir die gesamten Höhenmeter wieder, die wir vorhin gesammelt haben. Nach insgesamt 1,5 Stunden Fahrt wird die Vegetation wieder karger, die Temperatur steigt und wir erreichen Prescott Valley. Wir sind weit vor unserem Zeitplan und ich stelle fest, das das geplante Picknick gleich schwierig wird, so ohne Lebensmittel... Wir tun also das einzig sinnvolle und zwar den nächsten Walmart im Navi suchen und der ist auch nicht weit entfernt, also hin da! Das kommt sowieso grad gelegen, denn die nächsten Tage wird es schwierig mit größeren Läden und einkaufen.




    Bei der Gelegenheit können wir auch direkt mal wieder volltanken, wir sind grad eh in einem größeren Ort. Natürlich funktioniert es an der Säule mal wieder nicht und wir zahlen mit der Karte meiner Mutter einen bestimmten Betrag vor. Leider passen 9$ weniger in das Auto als bezahlt, aber das ist ja normalerweise kein Problem. Wir gehen zurück zum Schalter und der Angestellte versichert uns, das die Kohle zurück gebucht wird... Die kam bis heute nicht an. Insgesamt ist uns das während der Reise 4x passiert, 2x meiner Mutter und 2x mir. Ich habe den Restbetrag auch beide male problemlos zurück bekommen, meine Mutter leider beide Male nicht... Unfassbar, aber mit den Touris kann man es ja machen. Wir haben danach immer darauf geachtet, immer ein wenig niedriger zu pokern, so das der Tank halt nicht 100% voll ist.


    Das nächste Ziel ist jetzt nur noch 20 Minuten in Richtung Westen von uns entfernt und das ist der Watson Lake, ein künstlich entstandener See, den ich mir schon immer gerne mal ansehen wollte.


    Es gibt ein Kassenhäuschen, denn man kann hier auch Campen. Die Gebühr für Day Use beträgt nur 2$, die wir bei einer total coolen und netten Frau entrichten dürfen. Sie kommt ursprünglich aus Mainz und ist schon im Baby Alter in die USA ausgewandert und kann sich an ihre Heimat leider nicht erinnern. Ihr größter Traum ist es, einmal zurück zu kehren und eine Bootsfahrt auf dem Rhein zu unternehmen. Ich hoffe sehr für sie, das es eines Tages klappt :)


    Wir parken direkt bei den Picknick Tischen, von denen man leider keinen Blick auf den See hat, irgendwie bin ich vorher davon ausgegangen... Aber egal, dann eben erst essen und dann gucken.




    Und da ist er wieder, der berühmte Zitronenkuchen! Keine Tour mit lunchen ohne Zitronenkuchen! Ich mag Zitronenkuchen!



    Während der Pause schaue ich kurz auf mein Handy und witzigerweise hat gerade in diesem Moment Daniel (DDKEY) von takeahike.de ein längeres Video bei Facebook gepostet, der ist ja auch grad ein paar hundert km von uns entfernt unterwegs. Das muss natürlich gleich angesehen werden, ich bin ja neugierig wie es an den anderen Fronten so läuft.


    Wir bringen die Kühlbox zurück ins Auto und schauen uns jetzt endlich mal diesen außergewöhnlichen See an.





    Wir entscheiden uns nicht bis ganz nach unten an's Wasser zu gehen, es ist schon wieder ganz schön heiß hier und die Perspektive wird sich nicht großartig verändern. Meine Mutter setzt sich oben auf eine der Bänke und ich kletter ein wenig auf den Felsen rum und erkunde das nähere Gebiet.









    Wieder oben wollen wir noch ein wenig an der Kante entlang laufen, überall stehen Bänke, in denen verschiedene Sprüche oder Widmungen graviert sind.



    Auf einem der Pfähle finde ich eine Nikon Objektiv Kappe, die da wie auf dem Präsentierteller liegt. Verloren haben kann die da keiner, vielleicht vergessen? Ich lasse sie liegen, nur um wenige Meter weiter auf dem nächsten Pfahl die passende Gegenlichtblende zu der Objektivgröße zu finden. Ob auf dem nächsten Pfahl vielleicht die passende Kamera dazu auf mich wartet? ... Leider nicht.


    Wir bekommen einen ersten Einblick auf das andere Ufer des Watson Lake und entscheiden uns dafür, das es in die Richtung ziemlich unspektakulär wird.



    Es gibt einen Trail, der einmal um den gesamten See führt, aber dafür haben wir weder die Zeit, noch das Interesse. Wir haben genug gesehen und eine schöne Mittagspause hier verbracht, jetzt geht es weiter in Richtung Norden, wir haben noch eine gute und vor allem reichlich öde Strecke vor uns.

  • Ich habe die Brücke auch erst nicht erkennen können. :gru1:
    Eine sehr sehr schöne Wanderung. Ich bin nicht sicher ob ich auf die Brücke gegangen wäre.


    Dass ihr nicht angehalten habt in Jerome kann ich gut nachvollziehen. Nicht weil es der Ort nicht wert wäre aber manchmal schafft man nicht alles, was am Wegesrand liegt oder will einfach vorwärts kommen.

  • Watson Lake, einfach schön dort für einen Stopp. :daumen1:


    Fand ich auch :)


    In Jerome nicht angehalten . Tz Tz. dabei gibt es da doch viel zu entdecken.


    Watson Lake natürlich toll, wenn auch künstlich.


    Jajaaa, ich schäme mich... Beim nächsten mal halte ich an, versprochen!


    Als wir dort durchgefahren sind, haben wir auch nicht angehalten, warum auch immer :zuck:


    Man kann es im nachhinein nicht immer nachvollziehen warum man irgendwas gemacht, oder nicht gemacht hat :D


    Keine Fotos aus Jerome, warum nicht?


    A) Weil wir uns nicht so sehr für Orte interessieren. Ich wenigstens noch ein bisschen, aber meine Mutter hat dafür so gar kein Interesse... und B) es war ziemlich viel los, alles eng, alles steil und ich hatte keine Lust so auch noch nach einem Parkplatz zu suchen, zumal ein Halt ja eh nicht eingeplant war, weil ich nicht wusste wie cool Jerome ist. Aber JA, im nachhinein ärger ich mich auch das wir nicht mal kurz geguckt haben.


    Ich habe die Brücke auch erst nicht erkennen können. :gru1:
    Eine sehr sehr schöne Wanderung. Ich bin nicht sicher ob ich auf die Brücke gegangen wäre.


    Dass ihr nicht angehalten habt in Jerome kann ich gut nachvollziehen. Nicht weil es der Ort nicht wert wäre aber manchmal schafft man nicht alles, was am Wegesrand liegt oder will einfach vorwärts kommen.


    Wie gesagt, man muss das immer vor Ort sehen, die Brücke ist breiter als es von dem Standort aus aussieht... Ich hätte mal ein Bild von der Breite machen sollen, als ich drauf stand, aber auf sowas kommt man ja immer erst wenn es zu spät ist.


    Genau... Wenn man in jedem Ort anhält kommt man ja nie an. Im nachhinein hätten wir aber zumindest dort mal kurz stoppen sollen.

  • Tag 8 (17.05.2018): Ein Hauch Route 66: Ein Abstecher nach Williams


    Wir fahren eine knappe Stunde durch langweiligste Umgebung in Richtung Norden, irgendwie nimmt es kein Ende, obwohl die Fahrzeit vergleichsweise kurz ist. Aber gut... Wir saßen heute ja auch schon wieder ziemlich viel im Auto und gestern auch. Morgen steht der erste Tag der Reise an, an dem das Auto keinen einzigen Meter bewegt wird und das muss auch mal sein.


    Wir fahren bei Ash Fork auf die I40 und erreichen nach weiteren 10 Minuten endlich die Ausfahrt von Williams. Durch den Saguaro Schlenker durch Südarizona fällt der typische Ersttäter Route 66 Tag von Kingman über Hackberry nach Seligman bei uns ja aus, daher wollen wir uns jetzt zumindest Williams ein wenig ansehen. Mit dem erreichen der Route 66 finden wir auch zahlreiche kostenlose Parkplätze am Straßenrand und werden das Auto schnell los, jetzt müssen wir beide erst einmal dringend auf Toilette. Was sonst bisher in den USA nirgendwo ein Problem war entpuppt sich hier als echte Aufgabe, denn die zahlreichen Souveniershops haben sowas nicht und in den Diners ist es immer doof ohne was zu konsumieren. Irgendwann finden wir aber eine riesige Kombination aus Diner und Shop, bei dem offenbar viele Leute einfach nur die Restrooms aufsuchen und wir tun es ihnen gleich.


    Jetzt können wir den Ort befreit genießen, schlendern einfach ein wenig die Straße auf und ab und gehen in den ein oder anderen Shop.










    Eigentlich ist der Plan in dem schicken Diner etwas zu essen und wir hätten sogar Live Musik dabei gehabt, aber durch das unplanmäßige Picknick am Watson Lake haben wir beide natürlich noch keinen Hunger und so fällt dieser Programmpunkt aus. Trotzdem bleiben wir kurz am Straßenrand stehen um uns das Entertainment anzusehen.




    Wir laufen lieber noch etwas rum...









    Ich bin wieder auf der Suche nach Schmuck für den zukünftigen Weihnachtsbaum und in den meisten Läden gibt es sowas auch, allerdings gefällt mir hier wirklich gar nichts davon. Irgendwie sind die meisten Shops ja ziemlich gleich, trotzdem laufe ich immer wieder gerne durch und gucke was es so gibt, auch wenn ich am Ende meistens nichts kaufe.





    Noch ein paar Eindrücke von der Route 66:





    Ja nee, is klar! Hauptsache irgendwas ist World's largest...







    Im letzten Shop werde ich sehr unfreundlich darauf aufmerksam gemacht, das ich keine Fotos machen darf. Daraufhin verlassen wir den Laden auch direkt wieder, denn die grimmig guckende Frau verfolgt uns seitdem auf Schritt und Tritt.



    Wir sind mal wieder eine Stunde früher am Auto, als geplant war. Das ist aber klar, allein schon dadurch, das wir hier doch nichts gegessen haben. Eigentlich wollen wir jetzt auch nur noch am Tagesziel ankommen, denn wir müssen noch immer eine Stunde fahren und für welchen Ersttäter ist die Anziehungskraft nicht gigantisch? Es geht natürlich zum Grand Canyon und auch ich freue mich wahnsinnig darauf.