Eisberge und Pinguine - Antarktis und Anden

  • Und weil Ihr alle so brav wart (wart Ihr?), gibt es gleich noch einen Tag hinterher.



    26.11.13


    Morgens klingelte wieder deutlich vor 5 Uhr der Handywecer. Wenigstesn einen braucbaren Sonnenauf- oder -untergang muss ich doch wohl hinbekommen!
    Also schnell fertig gemacht und ab ins Auto. Das war auch von innen noch trocken und die Regenjacke noch da - alles gut!
    Mit kaltem Fahrtwind zum wach werden, ging es wieder im Eiltempo zur Laguna Amargo. Heute sah das Wetter zumindest am Hotel besser aus und es schien auch nicht ganz so windig zu sein. Ja, das sah schon etwas besser aus. Immerhin konnte man die Türmchen sehen und auch ein paar Reflektionen im Wasser.


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    Mit den ersten Sonnenstrahlen nahm leider der Wind wieder zu aber insgesamt war ich mit dem Sonnenaufgang ganz zufrieden.


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    Auch kurz vorm Hotel hatte man noch einmal einen schönen Blick
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    Der Hase von gestern posierte wieder brav für mich.
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    Übrigens war auch das Stinktier wieder da und auch dieses mal wieder zu schnell für mich ;)


    Am Frühstücksbuffet habe ich mir in aller Ruhe den Bauch voll geschlagen. Dann habe ich langsam meine Klamotten zusammen gepackt und ausgecheckt. Dabei bekam ich mit, dass neben mir ein jüngeres holländisches Pärchen nach eine, Transport nach Puerto Natales suchten. Als ich mein Auto beladen hatte und den Schlüssel abgeben wollte, standen sie immer noch hilflos in der Lobby herum. Also habe ich meine gute Tat des Tages getan und gefragt, ob sie Hilfe bzw. eine Mitfahrgelegenheit brauchten. Sie brauchten! Wie sich herausstellte hatten die beiden das "W" wandern wollen, einen der beiden mehrtägigen Backpacking-Trails im Torres del Paine NP. Aber schon am zweiten Tag war sie morgens krank mit Fieber aufgewacht. Sie hatten es erst noch versucht aber als es ihr immer schlechter ging abgebrochen und waren zum Hotel abgestiegen. Jetzt saß sie wie ein blasses Häufchen Elend in der Lobby. Ich habe ihnen angeboten, dass sie mit mir nach Puerto Natales fahren könnten, wenn sie nichts dagegen hätten, erst noch einen Abstecher zur Laguna Azul zu machen. Ich hatte inzwischen beschlossen, dass der Sprit für diesen Ausflug noch reichen müsste.Und falls nicht, hatte ich ja jetzt jemanden zum schieben :D:D
    Sie wollten und Anna (die kranke Holländerin) war gleich sichtlich besser zurecht, nachdem sie wusste, dass sie nicht mehr laufen musste und an dem Abend in einem warmen Hotelbett liegen würde. Selbst der kalte Wind im Auto durch das kaputte Fenster hat da nicht mehr gestört.
    Kurz hinter der Rangerstation zweigte die Piste zur Laguna Azul ab. Am Anfang noch recht breit, wurde sie immer schmaler, war aber problemlos fahrbar und Gegenverkehr hatten wir glücklicherweise auch keinen.


    Den ersten Fotostop haben wir an einem Wasserfall eingelegt.


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    Schimpft sich wohl Cascada del Paine oder Salto del Paine. Hat mir gut gefallen auch wenn das Wetter nicht gerade optimal war.


    Die Laguna Azul selber - na ja.
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    Ganz nett aber nichts wirklich aufregendes. Allerdings wäre das wohl auch eine gute Location für ein Sonnenaufgangsfoto.
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    Auf dem Rückweg kreist ein großer Raubvogel über uns, den ich im ersten Moment für einen Condor hielt. Es war aber keiner sondern ein Adler, welche Art genau weiß ich nicht. Ich bin ihm noch ein bisschen ins Gestrüpp gefolgt, um wenigstens ein brauchbares Foto hin zu bekommen.


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    Näher wollte er mich nicht an sich herankommen lassen.


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    Den Rest der Fahrt habe ich mich mit den beiden Holländern unterhalten. Die hatten beide ein 'sabattical' genommen und waren 3 Monate in Südamerika unterwegs. Nicht übel!
    In Purto Natales trennten sich unsere Wege. Mein Hotel war ihnen zu teuer. Verständlich! Für das Zimmer, das mich übers Reisebüro 130€ gekostet hat, sollten sie als Walk-ins fast 300 Dollar bezahlen. Nachdem ich mein Gepäck verladen hatte, war ich tanken und habe mit einigen Umwegen wegen der Einbahnstraßen schließlich das Hertz-Büro gefunden. Die kaputte Scheibe wurde zum Glück nur achselzuckend zur Kenntnis genommen. Dann habe ich die Polizeistation gesucht. Mir war nämlich beim Checkout im Torres del Paine aufgefallen, dass ich den Einreisezettel aus dem Pass verloren hatte, den man auch bei jedem Hotel braucht. Im Hotel in Puerto Natales hatten sie sich zwar auch mit der Kopie zufrieden gegeben, die ich im letzten Hotel hatte machen lassen. Sie haben mir aber dringend geraten, mir bei der Polizei eine neue Bescheinigung ausstellen zu lassen, weil es sonst Problem an der Grenze geben könnte.
    Die Polizeistation habe ich ohne Problem gefunden. Dort sprach zwar niemand englisch aber nachdem ich mich mit Händen und Füßen verständlich gemacht hatte, gab es problemlos eine neue Bescheinigung. Darauf habe ich mir anschließend in einer kleinen Bar ein Bier gegönnt. Anschließen bin ich langsam ins Hotel zurück. Das Hotel-Restaurant sah eigentlich ganz gut aus, so dass ich dort essen wollte. Vor allem auch weil ich dann meine Kamera-Ausrüstung schnell griffbereit hätte und der Weg zu dem verfallenen Pier, den jeder in Puerto Natales fotografiert, nicht weit gewesen wäre. Diese Vorsorge war überflüssig. Es war grau in grau und später schüttete es sogar.
    Na gut versuchen wir es morgen zum Sonnenaufgang noch einmal. So blieb mit Zeit für ein oder zwei weitere Bierchen und einen Absacker an der Bar.

  • der Handywecer. Wenigstesn einen braucbaren Sonnenauf-


    Ich kaufe ein h ;)


    Mir gefällt die Landschaft sehr gut. Ist da oben irgendwie eine gelungene Mischung von Bergen, Himmel, Wasser und Grün.


    Die Geburt des Guanakos war natürlich ein tolles Erlebnis :daumen1:


    Und dann erst noch eine gute Tat an Holländern vollbracht.... :cap:

  • Wenn schon, dann ein h und ein k! ;)


    und noch einen Pfeil dazu, um die beiden verdrehten auch in die richtige Reihenfolge zu bekommen. ;)



    Das waren jetzt zwei schöne Tage, aber der Wind hätte es nicht gebraucht und die herausgekippte Scheibe auch nicht. Ist dein Auto dort getauscht worden oder hast du es gleich abgegeben?


    Und die Geburt ist ja mal ein wirklich einmaliges Erlebnis. Echt süss die ersten Gehversuche.


    LG
    Carmen

  • Pause beendet. Further goes it (oder wie auch immer das auf spanisch heißt).


    27.11.13 aka Katastrophentag


    Pünktlich um 7:45h war ich per Shuttletransfer am Busbahnhof von Puerto Natales. Der Bus nach El Calafate sah recht komfortabel aus. War er auch, weil ich eine Zweierreihe für mich hatte. Soweit so gut, wir sind sogar fast pünktlich um kurz nach 8 los gefahren. Das war dann aber auch so ungefähr alles, was an diesem Tag funktioniert hat.-


    Nach einer Stunde kamen wir am Grenzübergang an und erfuhren, dass die chilenischen Grenzer an diesem Tag streikten. Abgefertigt wurde nur von 23:00h bis 13:00h und von 16:00h bis 17:00h. Na prima - 3 Stunden Aufenhalt! Das Café an der Ecke hat das Geschäft des Jahres gemacht. Wir waren ja nicht der einzige Reisebus, der dort fest hing.
    Aber irgendwann waren die drei Stunden Wartezeit rum und wir wurden durch die chilenische Passkontrolle gescheucht und bekamen unsere Ausreisestempel. Anschließend fuhren wir 10 Minuten durchs Niemandsland zum argentinischen Grenzhäuschen, wo wir wieder anstehen durften, um den argentinischen Einreisestempel zu bekommen. Als wir dort wieder heraus kamen wartete die nächste Überraschung auf uns.


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    Das war die Windschutzscheibe unseres Busses.
    Was war passiert? Eine Böe des wie immer stürmischen Windes war durch die geöffnete Tür in die nach hinten zuem Fahrgastraum mit einer Glaswand abgeteilte Fahrerkabine gefahren und hatte wohl für so viel Überdruck gesorgt, dass die Windschutzscheibe sich nach drau0en verabschiedete. Nach einigen hektischen Telefonaten war klar, dass ein Ersatzbus aus Puerto Natales geschickt werden würde. Wider 11/2 Stunden Wartezeit!


    Gegen 14:00h (die geplante Ankunftszeit in El Calafate) ging es endlich in einem neuen Bus weiter.
    Jetzt meinte unser etwas bescherter Fahrer, die verlorene Zeit durch halsbrecherisches rasen aufholen zu müssen. Überhöhte Geschwindigkeit und böiger Seitenwind sind aber keine gute Kombination. Mehrfach fanden wir uns mit 2 Rädern auf dem Seitenstreifen oder der Gegenfahrbahn wieder und bei den hektischen Lenkbewegungen schaukelte sich der Bus so auf, dass ich mehrfach davon überzeugt war, dass er jetzt umkippen würde. Ein paar Tage vorher hatte ich noch über mehrere Verletzte aufgrund eines umgekippten Reisbusses gelesen und mich gefragt, wie ein Reisebus umkippen kann. Jetzt wusste ich es.
    Mein Sitznachbar über den Gang, ein junger Schweizer, der fließend spanisch sprach, ging nach vorne zum Busfahrer, um ihm zu sagen, dass seine Fahrgäste Angst hätten wegen seiner Heizerei. Daraufhin hielt der auf offener Strecke an, drohte damit, jeden rauszuschmeißen, der was zu meckern hätte, und riss mit Schmackes die Vorhänge an der Glasabtrennung zwischen Fahrerkabine und Fahrgastraum zu. Wie ein dreijähriger! Aber anschließend fuhr er immerhin 80 bis 90 km/h statt 110 oder was immer der Bus hergab.
    Auf die Art sind wir dann tatsächlich heil gegen 19:00h in El Calafate angekommen. Der Fahrer bekam noch von einigen Mitfahrern ein paar freundliche Worte mit auf den Weg. Ich habe mich sowohl bei der Reiseagentur vor Ort als auch bei dem Reisebüro beschwert, bei dem ich die Reiseanteile in Argentinien und Chile gebucht hatte. Lebensgefährlich, der Typ! :tock::tock:


    Nächstes Problem war, dass niemand am Busbahnhof auf mich wartete. Eigentlich hätte ich hier abgeholt und zu Alamo gebracht werden sollen. Also die Nummer der Agentur vor Ort angerufen. Dort kannte mich aber niemand und sie erwarteten auch keinen Gast mehr. Na super! Meine Laune wurde immer besser! In meinen Reiseunterlagen fand sich aber noch eine Notfallnummer - also dort angerufen. Eine freundliche Stimme in fließendem deutsch versprach zu helfen. Und tatsächlich kam schon nach max. 10 Minuten ein Auto für mich und fuhr mich in den Ort zu Alamo.


    Nächstes Kapitel des Dramas: Mein Auto war für morgens um 10:00h gebucht! Niemand wusste, dass ich erst um 14:00h mit dem verspäteten Bus aus Puerto Natales kommen sollte. Ergebnis: Das für mich vorgesehene Auto war längst anderweitig vermietet. In dem Moment erreichte mein Halsumfang erstmals den vollen Meter und ich musste mich sehr zusammenreißen nicht sehr sehr laut zu werden. Die Jungs bei Alamo waren dann zum Glück sehr hilfsbereit und haben von der Station am Flughafen noch ein Auto für mich besorgt, bzw. mir eines gegeben, dass eigentlich zum Flughafen sollte.


    Gegen 20:30 hatte ich dann glücklich mein Auto und konnte im Hotel einchecken. Diese Buchung hatte wenigstens funktioniert. Ich hatte in einem kleinen Supermarkt in der Nähe des Alamo schon etwas kaltes Bier gekauft und habe mir erst mal eine Frustspülung ion Form eines Liters eiskalten Biers gegönnt. Danach ging es mir schon etwas besser. Also auf in den Ort und ein Restaurant suchen. Genau bis zu dieser Auslage bin ich gekommen.


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    Das Lamm war genau so lecker wie es auf dem Bild aussieht. Und der Rotwein dazu auch.
    War zwar nicht unbedingt billig aber nach diesem Tag hatte ich das verdient. So fiel ich gegen 23:00h nicht unbedingt glücklich aber zumindest satt und mittelmäßig betrunken ins Bettchen. ;)


    Eigentlich sollten damit alle Pannen an einem Tag abgearbeitet sein, oder?