Alles rund ums Carcamping – Tipps&Tricks

  • Nachdem in meinem Kanadathread einige Nachfragen zum Thema „Übernachten im Auto“ kamen, hab ich gedacht warum nicht einen Thread eröffnen, um meine Erfahrungen mal übersichtlich zusammenzufassen.

    Das Auto

    Wenn es bequem sein soll, dann braucht man ein Auto, das bei umgeklappten Rücksitzen genug Ladelänge mitbringt, dass eine handelsübliche Luftmatratze und man selbst ausgestreckt liegen können, im Fußraum der zweiten Reihe genug Platz ist um dort Kühlbox/Nahrungsmittel/Getränke auf der einen Seite und den Koffer + Rucksack auf der anderen Seite bequem abstellen zu können ohne die vorderen Sitze verstellen zu müssen. So kann man sich das Setup einmal einrichten und muss es die ganze Reise über nicht mehr anfassen.

    Ich empfehle daher mindestens:

    • FRAR (Standard SUV, 7-Sitzer) wie den Ford Explorer, Dodge Durango, GMC Acadia, Chevrolet Traverse, Jeep Grand Cherokee L, Nissan Pathfinder oder Toyota Highlander

    Ähnlichen Platz bietet:

    • FFAR (Fullsize SUV) wie den Chevrolet Tahoe, GMC Yukon, Ford Expedition, Nissan Armada oder Jeep Grand Wagoneer (kurzer Radstand)

    Fürstliche Platzverhältnisse bietet:

    • PFAR (Premium SUV) wie den Chevrolet Suburban, GMC Yukon XL, Ford Expedition Max, Jeep Grand Wagoneer (langer Radstand)

    Wer keine Offroadstrecken plant kann auch buchen:

    • MVAR (Minivan), hierbei insbesondere der Chrysler Pacifica, dessen Sitze sich mittels Stow&Go flach im Boden versenken lassen


    Wenn man nun ein Auto mit ausreichenden Platzverhältnissen gebucht hat , geht es an die Feinabstimmung, mir sind hierbei folgende Dinge sehr wichtig:

    1. durchgehende Dreiersitzbank statt Einzelsitzen in Reihe 2, bei den Captains Chairs entsteht ein Loch auf Kopfhöhe, in das die Matratze nachrutscht, man kann natürlich mit dem Kopf an der Kofferraumklappe schlafen, aber ich präferiere eine überall plan aufsitzende Matratze
    2. Wo wir bei diesem Thema sind, achtet darauf, dass beim umklappen der Sitze keine Kante entsteht und beide Sitzreihen vollkommen flach liegen, das erhöht den Schlafkomfort
    3. Achtet auf ausreichende Ladeanschlüsse, wenn man kein Hotelzimmer hat muss man sämtliche Geräte im Fahrzeug laden und braucht daher viele USB-Ports. Zur Sicherheit kann man einen Zigarettenanzünder-USB-Adapter mitnehmen. Viele Modelle haben zudem eine 120V Haushaltssteckdose mit amerikanischem Steckeranschluss, die mit Adapter z.B. die Kamera lädt.

    Das Equipment

    Ich habe mittlerweile ein bequemes Schlafsetup gefunden, das für mich im Komfort manche Betten in europäischen Hotelzimmern sogar übertrumpft. Man braucht dafür auch nur fünf Artikel:

    Luftmatratze

    Ich als Einzelperson entscheide mich aus Platzgründen für ein Twin-Modell (ca. 1,90m x 1,00m), die passt gut in einen FRAR mit ca. 20-25cm Platz zur Kofferraumseitenwand.

    Dieses Jahr hatte ich ein Modell von Ozark Trail, das ich bedenkenlos weiterempfehlen kann

    https://www.walmart.ca/en/ip/Ozark-Trail-Twin-Single-High-Air-Mattress/6000203600576

    Kostenpunkt: ca. 15€


    Schaumstoffmatratzentopper

    Den hatte ich dieses Jahr testweise zum ersten Mal und er hat die Schlafqualität deutlich verbessert, weshalb ich ihn hier mit aufführe.

    Es handelte sich dabei um ein günstiges Modell von MainStays, ich glaube eine Walmart Eigenmarke.

    https://www.walmart.ca/en/ip/Mainstays-Mattress-Topper-Twin/6DB5U2FUU79E

    Kostenpunkt: ca. 19€


    „Bed in a Bag“

    Man kann auch im Schlafsack übernachten, aber ich sage immer solange ich das Auto nicht verlasse, kann ich es mir auch so bequem wie zu Hause machen (meine Beine fühlen sich im Schlafsack immer so eingeengt). Im Set gibt es ein Bettlaken, Bettdecke samt Bezug, Kissenbezug und ein paar dekorative weiße Schals deren Sinn sich mir nicht erschlossen hat. Was hingegen fehlt ist ein Kopfkissen!

    Auch hier, Mainstays, Walmart Eigenmarke, hat wunderbar warmgehalten auch in Nächten mit einstelligen Temperaturen.

    https://www.walmart.ca/en/ip/Mainstays-7-Piece-Bed-in-a-Bag-Comforter-Set-with-Sheets-Navy-Plaid-Queen-Unisex/273M6ATJFUYE

    Kostenpunkt: ca. 30€


    Kopfkissen

    Musste ich noch mal nachkaufen nachdem ich festgestellt habe, dass es in meinem Bed in a Bag fehlte. Hab das günstigste Seitenschläferkissen genommen, das ich im Provinzwalmart finden konnte.

    https://www.walmart.ca/en/ip/Mainstays-Extra-Firm-Support-Bed-Pillow-S-Q-Cotton-Cover-Side-Sleeper/6000206056182

    Kostenpunkt: ca. 6,50€


    Luftpumpe

    Es gibt auch Luftmatratzen mit Pumpe zu kaufen, man kann auch eine Billige da holen, aber da ich das mit dem Carcamping ja doch öfter mache, hab ich mich für eine sehr kleine und ultraleichte Pumpe mit USB-C Anschluss entschieden, die ich nun einfach von zu Hause mitbringen. Ich habe die Intex Quickfill USB150 und kann sie sehr empfehlen. Das kleine Ding macht auch ordentlich Betrieb und die Matratze war in weniger als einer Minute voll aufgepumpt. Noch dazu kann man sie sowohl an USB-Anschlüssen im Auto als auch an Powerbanks betreiben.

    Intex Quickfill USB150 Air Pump, Size: 8cm x 7cm x 7cm (66616)
    • Elektropumpe QuickFill USB150 • Funktioniert mit einer USB-A-Stromquelle mit mehr als 2 A • Die elektrische Pumpe bläst und entleert • Leicht und kompakt •…
    www.amazon.de

    Kostenpunkt: ca. 15€

    Gesamtkosten: Für knapp 85€ hat man sich sein Gemach für die Nächte in der Natur also bequem und funktional ausgestattet.


    Wie sieht das aus?

    Für die visuellen Typen unter euch, habe ich das einmal bebildert. Hier in meiner „Minimalempfehlung“, dem Ford Explorer.

    Schritt 1: Luftmatratze aufpumpen

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    Schritt 2: Matratzentopper ausrollen und auflegen

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    Schritt 3: Mit dem Spannbettlaken kämpfen

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    Schritt 4: Kissen und Bettdecke beziehen und auflegen

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    Jetzt soll das hier auch kein Monolog werden, also wenn ihr auch hin und wieder im Auto übernachtet und noch den entscheidenden Tipp habt, dann lasst ihn doch gern hier, am Ende bekommen wir dadurch alle den optimalen Schlaf.

    Ihr habt neulich erst im Auto übernachtet und wollt mit der Welt teilen wie gut oder schlecht ebenjenes Fahrzeug geeignet war? Auch hierfür gibt es den entsprechenden Platz in diesem Thread.

    Wenn noch Fragen bestehen oder ihr euch bestens geholfen fühlt? You name it, rein damit in diesen Thread.

    USA: 2011|2012|2013|2015|2017|2019 x2|2021|2022|2023|2024

    Kanada: 2019|2026

    2025: Kroatien/Slowenien | Irland | Südafrika/Namibia

  • Carcampingcheck: 2026 Ford Explorer Active 4WD

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    In diesem Urlaub habe ich 11 Nächte in einem Ford Explorer übernachtet, ist der gut geeignet fürs Carcampen?

    Anschlussmöglichkeiten

    • 1x 12V Ladedose, 1x USB-A, 1x USB-C in der Ablage vor dem Wahlhebel
    • 2x USB-C in der Mittelarmlehne
    • 2x USB-C auf der Rückseite der Mittelarmlehne
    • 2x USB-C rechtsseitig im Kofferraum

    Positiv

    • das Auto ist innen sehr geräumig, ich hatte genug Platz für mein Schlafgemach und Koffer, Rucksack, Fotoequipment, Kühlbox, Lebensmittel, Campingstuhl und alles was man so dabei hat ohne, dass ich Platzprobleme bekam
    • die zweite und dritte Sitzreihe lassen sich ohne Spalt ebenerdig umlegen
    • der Wagen ist hervorragend gedämmt, noch kein anderes Auto (bisher RAM 1500, Jeep Cherokee und Jeep Wrangler) hat bei vergleichbaren Nachttemperaturen so gut die Wärme im Fahrzeug behalten
    • Sollte es dennoch kalt werden heizt das Auto super schnell hoch, schon lang bevor der Motor Temperatur hat kommt warme Luft aus den Düsen
    • Die Sitzheizung wird nicht warm, sie wird heiß, auf Stufe drei ist man innerhalb von Sekunden wieder aufgetaut

    Negativ

    • Das Batteriemanagementsystem schaltet schon nach kurzer Zeit (ca. 15 Minuten) nach Ausschalten der Zündung alle USB-Anschlüsse ab, was das Laden von Geräten über Nacht unmöglich macht, das sollte man im Explorer schon während der Fahrt erledigen
    • Das „Welcome Light“ beim Türöffnen ist nicht vollständig abschaltbar und nervt daher andere Camper auf den umliegenden Plätzen
    • schnelles Nachheizen aus dem Bett ist unmöglich, da der Remote Start beim „Active“-Modell nicht über einen Knopf auf dem Schlüssel funktioniert, sondern über die FordPass App auf die man als Mieter keinen Zugriff hat
    • Das „Active“-Modell hat im Gegensatz zu den höheren Ausstattungslinien leider keine Haushaltssteckdose an Bord


    Fazit:

    Hervorragendes Auto zum Übernachten, leider mit eklatanten Schwächen beim nächtlichen Geräteladen.

    USA: 2011|2012|2013|2015|2017|2019 x2|2021|2022|2023|2024

    Kanada: 2019|2026

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  • Für eine Nacht diesen Aufwand plus die Kosten fürs Equipment, da kannst du gleich ins Hotel.

    Für 80 Euro in ein Hotel? Das wird schwierig werden,

    Aber im Auto übernachten, da sind wir allerdings raus.
    Finde aber die Info sehr interessant.

    :sheep: Gruß Gabriele

  • Für eine Nacht diesen Aufwand plus die Kosten fürs Equipment, da kannst du gleich ins Hotel.

    Ich denke da eher an entlegene Gegenden, an denen man einfach keine Übernachtung hat/findet

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  • Tolles Thema! Habe ich auch schon ein paar Mal hier in Deutschland ausprobiert und für nächstes Jahr für eine Woche in Island geplant.

    Drei Ergänzungen hätte ich noch:

    1. Die Lücke zwischen Lehne Vordersitz und Rücksitz habe ich mit der Kühlbox geschlossen.Damit hatte ich eine ebene Fläche. Muss man natürlich etwas kramen, um dann dranzukommen aber mein Auto ist kein Riese.
    2. Für das Laden von Geräten hat sich bei mir ein Spannungswandler für den Zigarettenanzünder bewährt. Der bringt für Akkus usw mehr Power als USB, löst aber das nächtliche Problem auch nicht.
    3. Fenster auf oder zu? Bei geschlossenem Fenster sammelt sich viel Feuchtigkeit im Inneren, bei geöffnetem Fenster bekommt man eventuell summenden und stechenden Besuch. Deswegen habe ich Fliegengaze dabei, die ich in die Tür klemme. Dann kann das Fenster aufbleiben.
  • ich habe frueher haeufig im Auto uebernachtet, war einfach billig. Luftmatratze und Schlafsack raus und fertig.

    Aber ich kann das vom Ruecken nicht mehr, selbst im normalen Zelt auf einer Luftmatratze geht kaum noch.

    Zelt mit Queensize-Bett ist okay. Wahrscheinlich in Zukunft nur noch Zelt und Sleeping Cot oder Queensize Bed

    E Aloha Kekahi i Kekahi

    Love One Another


    Gruss, Yvonne

  • Dein Setup sieht gemütlich und bequem aus. Hätte ich nicht gedacht, dass man das alles zum Preis einer Hotel-Nacht bekommt. ;-))
    Ich hatte bisher immer meine Thermarest und Schlafsack dabei, weil ich eventuell auch die eine oder andere Nacht im Zelt plane.
    Jedoch habe ich auch dann immer ein Kopfkissen beim Walmart gekauft, erhöht den Schlafkomfort immens. ;like;

    Viele Grüße
    Rosi
    _


    2026 kein Nord-Amerika - aber Hongkong ruft. Und Paris.
    Und Wandern in der Hardangervidda.

  • Klasse! Danke für die detaillierte Beschreibung.

    Als Ersatz für die Steckdose kann ich einen Wechselrichter empfehlen.

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    IMG_0404.jpg


    Dieser bietet neben einer Steckdose noch USB. Hilft bei nächtlicher "Stromabschaltung" natürlich auch nicht.

  • Danke für die Tipps Tobi.:clap1:

    Dein Setup schaut richtig geräumig aus.:daumen1:

    Werde dann auch berichten, in knapp zwei Wochen geht's los.😀

    SFAR ist gebucht, mal schauen was aus meiner Liste bei Alamo raumsteht.

    Werde wie Rosi, meinen Daunenschlafsack von Cumulus und die Thermorest Matte mitnehmen, da es um die Jahreszeit doch schon etwas frischer ist.;-))

  • Genau den gleichen habe ich auch ;-))

  • Deswegen habe ich Fliegengaze dabei, die ich in die Tür klemme.

    not bad. Haben wir am Torowheap Point auch gemacht. Die Maus, die uns gefunden hat, hat an dem Ducktape so lange gezuppelt, bis sie die Schwachstelle zwischen Tape und Gaze gefunden hat und so ins Auto rein kam. Wir haben das gar nicht gehört. Erst als auf dem Armaturenbrett langspazierte 🤣

  • Ich möchte noch etwas zum praktischen Equipment zufügen.

    Vor unserer Reise nach Südamerika, als wir schon ahnten, dass wir auch mal im Auto übernachten müssen, haben wir uns noch diesen Campingkocher zugelegt. Den haben wir bei Decathlon gekauft. Der ist zwar etwas teurer als vielleicht die, die im Nebenregal liegen, aber er hat einen verlängerten, seitlichen Zugang zur Kartusche. Das war damals ein Tipp von Nirschi - die ja absolute CampingQueen war. Tatsächlich gibt es die ein oder andere Situation, wo der Untergrund nicht eben oder der Wind etwas stärker ist. So steht das Gestell unten und die Kartusche daneben und nicht drunter.

    Die Gaskartuschen kaufen wir (in den USA) bei Walmart für knapp 5USD

    Dazu haben wir uns diesen 1L-Campingtopf zugelegt. Hier war es uns wichtig, dass es leicht ist und die Griffe abklappbar sind, das Ganze sehr platzsparend für den Transport ist. In den Topf passt dann super der Campingkocher rein.

    Dieses Equipment gehört seit dem immer zu unserem Gepäck. Im Auto übernachten wir seit dem nicht mehr. Aber es ist mittlerweile zur Tradition geworden, wenn wir unterwegs ne Stulle essen oder einfach nur die Landschaft genießen, dass wir uns einen Tee kochen :)

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