Rundreise Namibia 2019

  • Als wir dabei an den anderen Chalets vorbeikommen, wundern wir uns einmal mehr, wieviele davon leer stehen. Nur etwa ein Drittel aller Häuschen ist belegt - ein Eindruck, der sich bei uns in den meisten Lodges bisher bestätigt hat.

    Da erkennt man den Unterschied. Zu unserer Reisezeit war jede Unterkunft ausgebucht, auch die Chalets waren alle 4 Tage, die wir dort waren, jeden Tag alle voll

    Wir bekommen einen besonders schönen Platz direkt neben dem Kamin

    Wir haben extra den Tisch getauscht, bei 40°C war es uns in der Nähe des Kamins viel zu heiß;-))


    Sollte ich je nochmal nach Namibia kommen, würde ich Eure Reisezeit unserer vorziehen.

  • Hallo Elke,


    ihr traut euch was, Respekt! Mal schauen, ob ich im Torres del Peine mit euch mithalten kann, aber wird schon werden, wir trainieren ja demnächst erst im Dahner Felsenland und dann quasi bei euch vor der Haustür.

    Nein, Scherz beiseite, die 20 km würde ich wohl auch noch schaffen, zumindest habe ich das noch 2014 geschafft8).

    Die Wanderung durch den Fish River halte ich für sehr ambitioniert. Ich bin sehr gespannt, wie das so abgelaufen ist. Wie hoch waren denn die Temperaturen? Bei uns war es Ende Mai noch sehr heiß.

    Schmunzeln musste ich übrigens über euer Erlebnis mit dem Baboon :lach3:. Man lernt nie aus :smile2: .Bei uns hat mal einer ganz dreist im Augrabies NP an unser Fenster geklopft . Ich war gerade dabei Bratkartoffeln zu braten und hatte Gott sei Dank die Tür zu, denn auf dem Tisch in der Küche standen die Schüssel mit von mir mariniertem Springbock und ein leckerer Salat. Vor denen habe ich richtig Schiss.


    Herzliche Grüße

    Beate

  • sehe gerade, das ist die falsche lodge. Wir werden auf der anderen Canyon Seite übernachten

    Ja, laut Eurer Planung seid Ihr wohl an der Ostseite des Canyons.

    Ich komme kaum nach. Ich muss mir das alles noch mal in Ruhe durchlesen

    Der Bericht läuft ja nicht weg...

    war aber schon weit mit 20 km, Respekt

    Wir hatten ja den ganzen Tag Zeit dafür - da war das gar nicht so viel.

    Sollte ich je nochmal nach Namibia kommen, würde ich Eure Reisezeit unserer vorziehen.

    Ich habe auch den Eindruck, dass zum Wandern unsere Jahreszeit besser geeignet war.

    Die Wanderung am Eagles nest wäre nix für mich gewesen....

    Siehe oben - über den Tag verteilt war das sehr gemütlich.

    Mal schauen, ob ich im Torres del Peine mit euch mithalten kann

    Da bin ich optimistisch :)

    Die Wanderung durch den Fish River halte ich für sehr ambitioniert ... Wie hoch waren denn die Temperaturen? Bei uns war es Ende Mai noch sehr heiß

    Wir hatten die Tour deswegen extra entgegen dem Uhrzeigersinn geplant, damit der Fish River Canyon erst gegen Ende der Reise kommt - da waren die Temperaturen recht angenehm.

    Bei uns hat mal einer ganz dreist im Augrabies NP an unser Fenster geklopft

    Und Ihr habt ihn nicht reingelassen? :grima:

  • Montag, 10.06.2019: Fish River Canyon

    Der Wecker klingelt um 5:45 Uhr und dabei ist es doch noch so schön warm im Bett... Aber es hilft alles nichts: Aufstehen ist angesagt, denn das Abenteuer Fish River Canyon wartet auf uns.

    Wir räumen unser Zimmer leer und sämtliches Gepäck in’s Auto, bis auf die Tasche, die mit ins Camp kommt. Dann gehen wir zum Frühstück.

    Es gibt ein kaltes Buffet mit sehr guter Auswahl und eine Karte für warme Speisen auf Bestellung.

    2019-Namibia-25-01.jpg

    2019-Namibia-25-02.jpg

    Wir nehmen einmal Full House und einmal Omelett mit Lachs und stärken uns ordentlich für den anstehenden Marsch.

    Dann geben wir unsere Tasche für das Camp ab und bekommen von Daniel unsere Lunchpakete und das Wasser für die heutige Wanderung - 2.5 Liter gibt es pro Person.

    Gegen 7:30 Uhr treffen sich alle Gäste vor der Lodge, wo zwei offene Landrover bereitstehen:

    Einer für die gemütlicheren Touristen, die sich auf einer Ganztages-Fahrt entlang des Rims ein paar schöne Ausblicke in den Canyon holen und einer für die Wanderer - wobei das zweite Auto nicht halb so voll besetzt ist wie das erste wink.gif

    Mit uns fahren nur noch drei Französinnen, die auf einer Halbtages-Tour ein Stück in den Canyon hinunter und wieder herausklettern. Zu unserer 3-Tages-Tour ist wie erwartet niemand mehr dazu gestoßen.

    2019-Namibia-25-03.jpg

    Wir fahren etwa 15 Minuten bis zum Einstieg in den Canyon.

    Dort lassen wir den drei Mädels mit ihrem Guide ein bisschen Vorsprung und Daniel versichert sich ein letztes Mal, dass wir auch wirklich fit genug sind - offenbar hat er es wohl schon öfters erlebt, dass sich Gäste spontan umentschieden haben, sobald sie den Einstieg in den Canyon erst einmal zu Gesicht bekommen haben.

    Dieser ist am Anfang recht steil und man muss sich an ein paar Seilen entlang hangeln.

    Das mag vielleicht spektakulär aussehen, ist aber für uns kein Problem: so etwas machen wir nicht zum ersten Mal.

    2019-Namibia-25-04.jpg

    2019-Namibia-25-05.jpg

    Gegen 8:00 Uhr beginnen wir mit dem Abstieg. Auf dem ersten Stück liegt recht viel loses Geröll, aber hier geben die Seile ausreichend Sicherheit, so dass es wirklich völlig unproblematisch ist. Und nach einer Viertelstunde ist das steilste Stück auch schon geschafft.

    Es folgen ein paar hundert gemütliche Meter zum Luft holen, auf denen wir Daniels Erklärungen zu Fauna und Flora lauschen.

    2019-Namibia-25-06.jpg

    2019-Namibia-25-07.jpg

    Dann geht es auf die zweite Hälfte der "Jelly-Leg"-Passage (der Name kommt wohl daher, dass hier der ein oder andere Gummibeine bekommt wink.gif)

    Diese ist zwar auch nicht wirklich schwierig, da es über große griffige Steine und Felsen geht, an denen man gut Halt findet - aber man braucht schon Trittsicherheit und halbwegs gesunde Knie, um die 400 Höhenmeter über teilweise recht hohe Stufen zu überwinden.

    2019-Namibia-25-10.jpg

    2019-Namibia-25-08.jpg

    2019-Namibia-25-11.jpg

    Unterwegs sehen wir zwei Adler, die sich am frühen Morgen auf die Jagd nach Rock Dassies machen.

    2019-Namibia-25-13.jpg

    2019-Namibia-25-14.jpg

    Nach zwei Stunden stetigem Bergab machen wir eine kurze Pause und mir graut es schon ein bisschen davor, dieses Stück am letzten Tag wieder hinauf klettern zu müssen.

    Als Daniel uns dann in der Pause noch die weitere Tour genauer erklärt - insbesondere, dass wir am dritten Tag etwa 20 Kilometer zu laufen haben - kommen erste Zweifel bei mir auf, ob das für uns in der zur Verfügung stehenden Zeit überhaupt machbar ist.

    In der Tour-Beschreibung auf der Webseite der Lodge steht nämlich, dass man am letzten Tag entweder laufen oder alternativ mit dem Auto wieder nach oben fahren kann und dass man bei beiden Varianten gegen 12:00 Uhr wieder in der Lodge zurück ist.

    Mit diesen Zeiten hatte ich geplant, so dass für den letzten Wandertag im Anschluss noch eine Fahrt nach Keetmanshoop zu unserer nächsten Übernachtung auf dem Programm steht.

    So wie sich das im Moment darstellt, ist das aber mit diesen Höhenmetern zumindest für mich nicht annähernd bis mittags zu schaffen, wenn wir die Hiking-Variante wählen. Daniel erklärt uns, dass das zweite Camp im letzten Jahr wegen diverser Ausspülungen verlegt wurde, so dass der Rückmarsch jetzt deutlich länger dauert. Leider wurde aber offenbar vergessen, die Trail-Beschreibung auf der Webseite entsprechend anzupassen.

    Nunja - wir haben noch zwei Nächte, um darüber zu schlafen, wie wir das am Ende lösen werden...

    Weiter geht es nun auf dem zweiten Canyon-Level und wir bekommen das erste Wasser des Fish Rivers zu sehen - auch wenn es noch nicht so viel ist, dass der Name "River" gerechtfertigt erscheint.

    2019-Namibia-25-15.jpg

    2019-Namibia-25-18.jpg

    2019-Namibia-25-17.jpg

    2019-Namibia-25-16.jpg

    Es muss hier im Canyon eine große Vielfalt an Tieren geben - wir entdecken Fußspuren und Droppings von Leoparden, Zebras, afrikanischen Wildkatzen, Pavianen, einem Leguan und sogar von einem Nashorn. Allerdings sind die Verursacher weit und breit nicht zu sehen.

    Die besten Chancen, Tiere zu entdecken, wäre sicher am Wasser - aber davon gibt es halt im Moment leider nicht wirklich viel. Daniel meint, in normalen Jahren würde hier immer Wasser fließen, daran wäre aber jetzt bei der anhaltenden Dürre nicht zu denken. Große Teile des Flussbettes sind total trocken. Selbst am sogenannten „Fountain“ gibt es kaum Wasser und anstatt der erhofften Zebras finden wir nur noch das vor, was ein Leopard von einem von ihnen übrig gelassen hat.

    2019-Namibia-25-19.jpg

    Aber nichtsdestotrotz gefällt es uns hier unten im Canyon ausnehmend gut:

    2019-Namibia-25-20.jpg

    2019-Namibia-25-23.jpg

    2019-Namibia-25-22.jpg

    2019-Namibia-25-21.jpg

    2019-Namibia-25-26.jpg

    2019-Namibia-25-24.jpg

    2019-Namibia-25-25.jpg

    2019-Namibia-25-27.jpg

    Später entdecken wir zumindest ein hübsches Pärchen Rock Agamas und einen Graureiher, der majestätisch über uns hinwegschwebt.

    2019-Namibia-25-29.jpg

    2019-Namibia-25-28.jpg

    2019-Namibia-25-30.jpg

    Gegen 12:00 Uhr machen wir eine halbe Stunde Mittagspause. In unseren reichlich gefüllten Lunch-Paketen finden wir Sandwiches, Bratwürste, Eier, Obst, Chips und Nüsse - soviel, dass wir es gar nicht aufessen können.

    Wir plaudern mit Daniel und erfahren ziemlich viel von ihm über das Leben und die Arbeit eines Guides auf einer Lodge hier in Namibia.

    Dann brechen wir auf zum nächsten Teilstück. Ziel ist eine besonders enge Stelle im Flussbett, wo auch bei der aktuellen Trockenheit das Wasser noch so tief steht, dass man eine Runde schwimmen kann.

    Wir erreichen den „Pool“ gegen 14:00 Uhr. Eine echt schöne Stelle und als Daniel glaubhaft versichert, dass es hier nur vegetarische Krokodile gibt, lässt Andreas die Hüllen fallen und begibt sich in‘s erfrischende Nass. Über gefährliche Strömungen muss er sich hier ja schließlich auch keine Gedanken machen wink.gif

    Daniel und ich dagegen kühlen uns nur ein wenig unsere Füße.

    2019-Namibia-25-09.jpg

    2019-Namibia-25-12.jpg

    2019-Namibia-25-31.jpg

    2019-Namibia-25-32.jpg

    Nach 20 Minuten nehmen wir dann das letzte Stück bis zum heutigen Camp in Angriff. Unterwegs sehen wir jetzt immer mal wieder Wasser, aber unser Eindruck vom Fish River verfestigt sich:

    Man kann ihn aktuell hier im Canyon nicht wirklich als River bezeichnen. Durch die lang andauernde Trockenheit in den letzten Jahren ist er vielmehr nur noch eine Aneinanderreihung von Pfützen und ein Rafting-Veranstalter hätte hier wahrscheinlich einen echt schweren Stand wink.gif

    2019-Namibia-25-33.jpg

    2019-Namibia-25-34.jpg

    2019-Namibia-25-35.jpg

    2019-Namibia-25-36.jpg

    So ist es auch überhaupt kein Problem, dass unser Camp, welches wir schließlich gegen 15:30 Uhr erreichen, quasi mitten im Fluss steht. Die Zelte sind schon aufgebaut - wir haben eins zum schlafen mit zwei Feldbetten und unserem Gepäck darin, außerdem ein Toiletten-Zelt und ein Dusch-Zelt. Drei fleißige Helfer haben hier alles für uns eingerichtet: Chefkoch Sophia mit den beiden Assistenten Armando und Dimitri.

    2019-Namibia-25-37.jpg

    2019-Namibia-25-38.jpg

    2019-Namibia-25-39.jpg

    Ein Tisch mit Kaffee, Keksen und Snacks steht für uns bereit, aber irgendwie muss sich da jemand bei der Gruppengröße verzählt haben, denn für uns beide würde das eine ganze Woche reichen...

    Wir haben keine Chance das auch nur annähernd aufzuessen, zumal ja auch noch ein dreigängiges Dinner auf uns wartet. Deshalb bitten wir Daniel und die Helfer dazu, aber nur Daniel kommt und meint, die anderen „wären schon okay“ - wir bekommen den Eindruck, dass es unter den Angestellten eine gewisse Rangordnung gibt...

    Wir chillen eine Weile und Andreas bringt das Support-Team etwas in’s Schwitzen, als er sich ein Bier nach dem anderen aus der Kühltasche holt und versucht den Biervorrat leerzutrinken beer.gif

    Dann genehmigen wir uns eine gemeinsame Eimerdusche - darin sind wir ja mittlerweile geübt - und machen es uns anschließend am Lagerfeuer gemütlich. Wir wärmen uns die Füße und beobachten, wie ein Stern nach dem anderen am Firmament auftaucht.

    2019-Namibia-25-40.jpg

    2019-Namibia-25-41.jpg

    Derweil bereiten vier Helfer für uns zwei Touri’s das Abendessen zu. Schon ein bisschen dekadent...

    Um 18:30 Uhr gibt es Dinner. Der Tisch ist nur für uns zwei eingedeckt, aber wir bitten Daniel dazu, mit uns zu essen. Es gibt einen Salat mit Räucherlachs, Hühnchen mit Kartoffeln, Karotten, Blumenkohl und Champignonsauce und als Nachtisch eine Rotweinbirne mit Sahne.

    2019-Namibia-25-42.jpg

    2019-Namibia-25-43.jpg

    Nach dem Essen sitzen wir dann alle zusammen am Lagerfeuer und diesmal gesellen sich auch Sophia und Armando dazu. Wir plaudern über Gott und die Welt, über das Leben in Deutschland und in Namibia und die Zeit verfliegt im Nu.

    Um 21:00 Uhr fängt dann der Erste an zu gähnen, was ziemlich schnell die Runde macht. Wir sagen Gute Nacht und schlüpfen in unser Zelt - mal schauen wie kalt es heute Nacht noch so wird...



    Gefahrene Kilometer: 0
    Wetter: sunny.png
    Übernachtung: Zelt

  • vegetarische Krokodile

    :lach3:


    Ich habe so einige Tage nachgelesen.


    Ich weiss gar nicht ob ich das schon gefragt habe: Ist denn Namibia auch eine Juli-Destination?

  • Schon irre, was Euch da unten im Canyon so aufgetischt wurde. Das können sie in Afrika, das muss man ihnen lassen

    Vor allem wenn man man bedenkt, mit was für einfachen Mitteln das da alles zubereitet wird.

    Über den Aufstieg muss man ja jetzt noch nicht nachdenken

    Stimmt ;)

    Ist denn Namibia auch eine Juli-Destination

    Also ich fand unsere Reisezeit Mitte Mai bis Mitte Juni super, vor allem für die Wanderungen.

    Im Juli ist es nachts sicher nochmal ein Stück kälter, aber ich denke dass es tagsüber trotzdem noch angenehm ist.

    Also diese Tour gefällt mir richtig gut

    Na das freut mich aber, dass ich auch mal Deinen Geschmack getroffen habe ;)

  • aber ich denke dass es tagsüber trotzdem noch angenehm ist.

    Die Kälte wäre ok. Aber wie ist das mit Regentagen?

    Ich meine, ich kann auch in Statistiken gucken. Aber Leute die vor Ort waren, können es besser beschreiben.

  • aber ich denke dass es tagsüber trotzdem noch angenehm ist.

    Die Kälte wäre ok. Aber wie ist das mit Regentagen?

    Ich meine, ich kann auch in Statistiken gucken. Aber Leute die vor Ort waren, können es besser beschreiben.

    Im Juli regnet es normalerweise überhaupt nicht. Es ist aber der kälteste Monat im Jahr, sprich tiefster Winter;-)) Was sich nachts auch durch Nachtfrost bemerkbar machen kann.

  • Der Winter ist die Trockenzeit. Regnen tut es im Sommer (Januar bis März).


    Im Juli regnet es normalerweise überhaupt nicht. Es ist aber der kälteste Monat im Jahr, sprich tiefster Winter ;-)) Was sich nachts auch durch Nachtfrost bemerkbar machen kann.

    Danke. Das klingt sehr gut.

    Und sorry Elke für diese Unterbrechung

  • Danke Elke, dass ihr für uns gewandert seid.

    Das haben wir doch gerne gemacht :D

    Hier flascht mich die Landschaft eher von oben vom Rim aus.

    Von oben wirkt es für mich meistens so trüb - aber das hatten wir hier ja schon öfters, dass die Geschmäcker verschieden sind ;)