Rundreise Namibia 2019

  • Dann fange ich auch direkt mal an.


    Freitag, 17.05.2019: Anreise


    Dieses Jahr starten wir ganz besonders relaxed in unseren Urlaub: obwohl der Flug erst am Abend von Frankfurt geht, haben wir beide heute bereits frei und können so alles in Ruhe angehen. Den Vormittag verbringen wir mit einem gemütlichen Frühstück, einem kurzen Spaziergang und letzten Kofferkontrollen und gegen 13:00 Uhr kommt unser Freund Stan vorbei, um uns nach Vaihingen zum Bahnhof zu bringen.


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    Der Zug kommt zwar mit etwas Verspätung an, aber da (nicht ganz unerwartet bei der Deutschen Bahn) auch der Anschlusszug in Karlsruhe unpünktlich ist, klappt am Ende alles perfekt.


    In Frankfurt suchen wir zunächst eine Weile nach dem gut versteckten Condor-Schalter, den wir schließlich noch ziemlich verwaist am letzten Ende der Halle finden. Ohne große Hoffnung fragen wir nach Exitplätzen, aber wie zu erwarten, gibt es keine mehr. Dafür versucht die verkaufstüchtige Dame am Schalter, uns ein Upgrade in die Premiumklasse schmackhaft zu machen. Sie bietet uns 25 Prozent Discount an und wir überlegen eine Weile. Schließlich entscheiden wir, das mal auszuprobieren und uns ein bisschen mehr Komfort für den Nachtflug zu gönnen.


    Durch die Security dauert es dann eine Weile, aber wir haben immer noch reichlich Zeit und gehen daher im Deli Bros. noch eine Kleinigkeit essen.


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    Am Gate zieht sich die Zeit endlos. Condor bewirbt immer noch die Upgrades in die Premium- und in die Business-Class und wir hoffen, dass sich der Start nicht solange verzögert, bis sie diese alle an den Mann gebracht haben...


    Als es dann endlich losgeht, begutachten wir sogleich unsere Plätze und sind damit ganz zufrieden: Ausreichend Beinfreiheit und die Sitze kann man auch recht weit zurückklappen. Da werden wir sicher ein paar Stündchen schlafen können.


    Aber erst einmal gibt es noch das Abendessen, was durchaus essbar ist. Wir nehmen zweimal die Pasta und einen Schlummertrunk und als das Licht ausgeht, lassen wir uns in die Kissen sinken.


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    Gefahrene Kilometer: 0

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    Übernachtung: Flugzeug

  • und direkt weiter mit dem nächsten Tag...


    Samstag, 18.05.2019: Windhoek


    Die Nacht war recht kurz, aber wir haben verhältnismäßig gut geschlafen -- zumindest deuten die Geräusche, die von Andreas' Seite immer wieder zu mir herüber kommen, sehr daraufhin ;)


    Gegen 4:30 Uhr gibt es Frühstück und 90 Minuten später landen wir pünktlich bei recht frischen 16 Grad und wolkenlosem Himmel in Windhoek. Der größte Flughafen Namibias ist winzig und wir spazieren vom Flugzeug direkt quer über das Rollfeld bis in's Abfertigungsgebäude...


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    Dort durchlaufen wir die Einreiseformalitäten, die trotz träge agierender Angestellter recht fix erledigt sind und finden am Kofferband auch irgendwann unsere Taschen.


    Dann decken wir uns erst einmal mit etwas Bargeld ein. Im Vorfeld hatten wir gelesen, dass man am Automaten nur sehr geringe Beträge abheben könne und die Gebühren recht hoch seien. Aber direkt neben den Gepäckbändern bekommen wir am ATM der Bank of Windhoek problemlos 3000 NAD - und mit der DKB Visa zu einem wirklich guten Kurs völlig gebührenfrei.


    Nun brauchen wir nur noch unseren Mietwagen. Kein Problem, denken wir: als Goldmember bei Hertz sollte ja eigentlich alles fix und fertig für uns gerichtet sein...


    Aber nun merken wir zum ersten Mal, dass hier in Namibia die Uhren völlig anders ticken. Obwohl wir quasi die einzigen Kunden am Schalter sind und alle Daten in unserem Account bereits hinterlegt sind, dauert es eine geschlagene Stunde, bis die zwei Angestellten in Teamarbeit alles manuell zweimal in's System eingetragen haben und wir unsere Schlüssel bekommen. Nicht auszudenken, wenn am Schalter eine Schlange von 4-5 Leuten stehen würde.


    Aber mit unserem Auto sind wir dann dafür sehr zufrieden:


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    Ein weißer Toyota Hilux, ziemlich gut in Schuss mit erst 26.000 Kilometern auf dem Buckel. Die Reifen sehen super aus, ebenso die zwei Ersatzreifen und an Werkzeug ist alles vorhanden, was wir brauchen (Kompressor, Wagenheber etc.) Wir begutachten noch alle kleinsten Lackschäden, da wir gehört haben, dass Hertz bei der Autorückgabe sehr pingelig sein soll. Auch wenn der Mitarbeiter meint, solche kleinen Steinschläge wären egal - besser, wir haben das dokumentiert.


    Gegen 8:15 Uhr fahren wir schließlich vom Hof. Das Linksfahren ist erst einmal etwas gewöhnungsbedürftig, und auch dass man mit dem Scheibenwischer nicht wirklich blinken kann, muss sich erstmal wieder im Kopf verfestigen...


    Nach einer Dreiviertelstunde Fahrt kommen wir in unserer ersten Unterkunft in Windhoek an - im Maison Ambre Guesthouse. Eigentlich wollen wir hier nur unsere Koffer deponieren, da wir nicht damit rechnen, so früh bereits einchecken zu können. Aber ein Zimmer ist bereits bezugsfertig, so dass wir uns direkt erst mal frisch machen können und wir bekommen von Gesa sogar noch ein tolles Frühstück gerichtet.


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    Danach fahren wir erst einmal zum Einkaufen.


    Im Maerua Superspar bekommen wir Getränke, Obst und Snacks für die nächsten Tage und zwei Angestellte des Marktes tragen uns ungefragt alle Einkäufe zum Auto. Dort erwarten Sie dann offenbar ein Trinkgeld - dumm nur, dass wir seit dem Abheben am ATM noch nichts gewechselt und nur große Scheine haben. Außerdem haben wir überhaupt keine Ahnung, wieviel Trinkgeld hier angemessen ist.


    Bei Gesa im B&B informieren wir uns später: einem Träger solle man etwa 5 NAD geben, im Restaurant seien 10 Prozent Trinkgeld üblich und in den Lodges etwa 40-50 NAD pro Paar und Tag, die dann typischerweise unter allen Angestellten aufgeteilt werden.


    In der Maerua Mall nebenan kaufen wir noch eine SIM-Karte bei MTC mit einem extrem günstigen Tarif. Für nur 40 NAD bekommen wir für eine Woche 1 GB Daten, 600 MB WhatsApp Daten und nationale Telefonie. Wir kaufen vier Aktivierungscodes für vier Wochen und stecken die Karte in unseren mobilen WLAN-Router, so dass wir beide Netz haben und unsere eigenen Telefonnummern behalten können.


    Zurück am B&B stellen wir das Auto ab und machen uns gegen 12:30 Uhr zu Fuß auf, um auf einem Stadtrundgang noch ein bisschen was von Windhoek zu erkunden.


    Als erstes wollen wir die hübsche Christuskirche anschauen. Leider hat diese an Samstagen aber geschlossen und so können wir nur ein Foto von außen machen.


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    Hier machen wir dann auch gleich die erste Bekanntschaft mit den Makalani-Nuss-Verkäufern, die ihre filigran geschnitzten Nüsse an den Mann bringen wollen. Aber wir sind bezüglich dieser Nüsse vorgewarnt worden und lehnen dankend ab.


    Kurze Zeit später werden wir von einem Schwarzen angesprochen, der ungefragt anfängt, uns seine Lebensgeschichte als ehemaliges DDR-Kind zu erzählen. Er spricht perfekt deutsch und erzählt und erzählt und eigentlich ist sofort klar, dass er irgend etwas von uns will. Will er natürlich auch. Am Ende seines Redeschwalls holt er einen Wisch von Zettel hervor und meint, wenn wir wollen, könnten wir etwas spenden für eine Ausstellung, die sie in Kürze planen würden. Wollen wir aber nicht und endlich verschwindet er.


    Gesa erklärt uns später im B&B, dass es diese Gruppe ehemaliger DDR-Kinder mit ihrer traurigen Geschichte hier in Windhoek tatsächlich gäbe. Die Leute, von denen man auf der Straße angesprochen wird, seien aber Betrüger und wir hätten gut daran getan, nichts zu geben.


    Dann schauen wir uns noch das Independence Denkmal an - ein imposantes Gebäude, vor dem eine Statue von Sam Nujoma steht, dem ersten Präsidenten nach der Unabhängigkeit mit der Verfassung in der Hand.


    Dahinter befindet sich die alte Feste, die 1890 von den deutschen Schutztruppen errichtet wurde. Auch hier ist leider gerade geschlossen, so dass wir das berühmte Reiterdenkmal nicht anschauen können.


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    Wir schlendern durch die Independence Avenue und weiter bis zur Marienkirche. Auch hier jedoch Fehlanzeige mit einer Besichtigung, denn in der Kirche findet gerade eine Hochzeit statt.

    So laufen wir weiter zum Namibia Craft Center - ein Design-Markt mit vielen einzelnen Shops, in dem hübsche Souvenirs verkauft werden. Das Angebot ist riesig und es lohnt sich auch, wenn man nichts kaufen möchte, denn es gibt viel zu sehen und zu bestaunen.

    Wir trinken noch ein Bierchen im Craft Center und steuern dann das letzte Ziel an: den Tintenpalast mit seiner schönen Parkanlage, der offenbar auch bei vielen Einheimischen ein beliebter Spot für Fotoshootings ist.


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    Viel mehr gibt es für uns in Windhoek dann auch nicht mehr anzuschauen und wir machen uns auf den Rückweg zum B&B. Eigentlich wollen wir durch den National Botanical Garden laufen, aber auch dieser hat leider am Wochenende geschlossen. Offenbar ist Samstag für einen Besuch von Windhoek nicht der allerbeste Tag der Woche...


    Gegen 16:30 Uhr sind wir wieder im Guesthouse zurück. Wir halten ein Weilchen Siesta und schmökern noch ein bisschen in der Reiseliteratur von Gesa.


    Abends geht es dann mit dem Taxi in’s Stellenbosch Wine & Bistro. Wir teilen uns das Taxi mit einem holländischen Pärchen, das auch im Maison Ambre übernachtet und zufälligerweise zur gleichen Zeit im gleichen Restaurant einem Tisch reserviert hat.


    Spontan legen wir dann auch vor Ort unsere beiden Reservierungen zusammen und nehmen einen Vierertisch, an dem wir gemeinsam einen sehr netten Abend verbringen. Zum Essen gibt es Oxtail für mich und ein Steak für Andreas - beides ist sehr gut.


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    Zurück in der Unterkunft macht sich dann doch die kurze Nacht etwas bemerkbar: bereits um halb zehn liegen wir in der Falle und befinden uns nach nur wenigen Minuten im Tiefschlaf.



    Gefahrene Kilometer: 47, Strecke

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    Übernachtung: Maison Ambre Guesthouse

  • Sonntag, 19.05.2019: Windhoek - Okahandja - Waterberg


    Die erste Nacht im afrikanischen Winter war deutlich wärmer als erwartet - wir hätten nicht damit gerechnet, dass wir eine Klimaanlage brauchen würden. Aber wir haben trotzdem relativ gut geschlafen und als um 6:45 Uhr der Wecker klingelt, sind wir sofort auf den Beinen.


    Wir springen unter die Dusche und packen dann unsere Sachen abfahrtbereit in's Auto, bevor wir zum Früstück gehen.


    Dieses ist wie gestern reichhaltig und lecker: am Buffet gibt es selbst gebackenes Brot, verschiedene hausgemachte Marmeladen, Schinken und Käse, Obstsalat und Joghurt. Dazu bereitet uns Gesa Eierspeisen nach Wunsch.


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    Wir plaudern noch eine Weile mit ihr, bis die anderen Gäste eintrudeln. Dann verabschieden wir uns und brechen gegen 8:00 Uhr schließlich auf in Richtung Norden.


    Am Stadtrand von Windhoek kommen wir kurz vor der B1 an einigen extremst ärmlichen Behausungen vorbei und uns wird wieder einmal deutlich, wie privilegiert wir doch eigentlich sind. Fotos gibt es bewusst keine.


    In Okahandja halten wir an für einen Besuch des Wood Craft Market. Hier stehen an die fünfzig Verkaufsbuden und eigentlich wollen wir einfach nur gemütlich hindurch schlendern und uns ein bisschen umschauen. Aber wir sind sofort von etlichen Verkäufern umringt, die auf uns einreden und uns recht eindringlich in ihren jeweiligen Stand bitten.


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    Am Anfang ist das ja noch ganz nett: wir sehen uns etwas um und erkundigen uns nach ein paar Preisen, denn wir haben noch nicht wirklich ein Gefühl für das Preisniveau und wollen ein bisschen vergleichen.

    Alle Preise sind natürlich extra heute und natürlich nur für uns reduziert "special price, only for you today"


    Dabei sind sie teilweise absonderlich hoch - Feilschen wird ganz offenbar erwartet. Aber wir lernen schnell, dass nach dem Preis zu fragen, sofort bedeutet, dass man Interesse hat und es wird im Gegenzug hartnäckig gefordert, dass wir ein eigenes Angebot abgeben.


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    Nachdem wir bei einem Stand dann tatsächlich etwas gekauft haben, wird es noch viel schlimmer. Wir werden umzingelt von sehr aufdringlichen, fast schon aggressiven Verkäufern und jeder versucht, uns in seinen Stand zu zerren. Es macht keinen Spaß mehr und nach einer halben Stunde ergreifen wir die Flucht und fahren weiter gen Norden.


    Unterwegs sehen wir immer wieder riesige Termitenhügel am Straßenrand und entdecken auch die ersten Tiere: viele gemütlich futternde Warzenschweine, ein paar Impalas, eine große Gruppe Paviane.


    Zum spontanen Anhalten und Fotografieren ist die Strecke entlang der Schnellstraße B1 natürlich nicht sonderlich gut geeignet. Aber am Abzweig zum Waterberg verlassen wir dann den Asphalt und es geht auf die erste Pad! Ab hier schlingern wir gemütlich über die Sandpiste, immer das markante Waterberg-Plateau im Blick, und können jetzt auch mal für das ein oder andere Foto stoppen:


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    Gegen 12:30 Uhr kommen wir schließlich in der Waterberg Wilderness an. Wir beziehen unser Chalet in der Plateau Lodge und sind zunächst restlos begeistert: Traumhaft gelegen auf einer Felsterrasse unterhalb der Steilwände des Waterbergs, mit einem schier endlosen Blick über die Kalahari.


    Wir beziehen unser Häuschen, legen uns erst einmal für eine Runde in die Liegestühle am privaten Mini-Pool, trinken ein Bierchen und genießen einfach nur die tolle Aussicht.


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    Dann schnüren wir unsere Wanderschuhe, um die Gegend hier ein bisschen zu erkunden. In der Lodge melden wir uns noch eben für die morgigen Aktivitäten an und gegen 14:00 Uhr marschieren wir los auf dem Andersson Trail.


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    Der Weg geht ordentlich auf und ab und es ist ziemlich heiß, so dass wir direkt ein bisschen in’s Schwitzen kommen. Außerdem umschwirren uns ziemlich lästige Fliegen. Ansonsten lässt sich aber kaum Wildlife sehen - einzig zwei Kudu-Weibchen werden von uns aufgeschreckt und ein paar Perlhühner kreuzen unseren Weg.


    Dafür werden wir aber mit grandiosen Ausblicken belohnt.


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    In der Wilderness Lodge im Tal machen wir eine kurze Pause. Andreas trinkt ein Bier und ich probiere einen Rock Shandy - ein namibisches Mixgetränk aus Sprudelwasser, Zitronenlimonade und einem Schuss Angostura. Sehr erfrischend bei der Wärme!


    Für den Rückweg laufen wir dann auf dem Dassie Trail. Auch bei diesem geht es auf und ab, aber auf der anderen Seite vom Tal laufen wir jetzt im Schatten, was deutlich angenehmer ist.


    Wir treffen unterwegs einige Rock Dassies - die Namensgeber des Trails - und haben einen tollen Blick auf das Waterberg Plateau auf der anderen Seite des Tales.


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    Gegen 17:30 Uhr sind wir wieder an unserem Häuschen zurück. Im Außenkamin hat schon jemand das Holzfeuer angezündet, damit wir warmes Wasser haben - riecht das gut...


    Andreas springt zur Abkühlung noch kurz in unseren eiskalten Mini-Pool, dann gehen wir zum Sundowner in die Plateau Lodge. Mit einem Amarula sitzen wir draußen auf der Plattform und genießen die Aussicht, bis es dunkel wird und es in der Lodge Abendessen gibt.


    Dieses wird als Menü serviert und besteht heute aus einer Kürbissuppe mit Knoblauchbrot, einem griechischen Salat, einem Oryx-Steak mit Kartoffelgratin und Auberginen und als Nachtisch gibt es ein Tiramisu.

    Leider nichts, was auch nur annähernd Begeisterungsstürme bei uns auslöst. Im Gegenteil: alles schmeckt sehr durchschnittlich, um es mal positiv zu formulieren. Für das Preisniveau dieser Lodge hätten wir doch deutlich mehr erwartet. Wir haben es nicht mal fotografiert...


    Ein kleines Highlight gibt es allerdings doch noch während des Essens: In der Küche springen plötzlich zwei Stachelschweine herum und wir machen alle unsere Späße darüber, dass das wahrscheinlich schon das frisch angelieferte Fleisch für morgen Abend ist...


    Leider gibt es nur ein grottiges Bild davon:


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    Gegen 20:30 Uhr sind wir wieder zurück in unserem Chalet. Wir bewundern noch eine Weile den tollen Sternenhimmel, genießen die himmlische Ruhe und lassen uns dann in unser Himmelbett fallen.



    Gefahrene Kilometer: 294, Strecke
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    Übernachtung: Waterberg Plateau Lodge

  • Bin dabei.

    Ich schau rein....

    Freut mich.

    Eine sehr entspannte Anreise! Und ein gemütlicher erster Tag

    Viel mehr gibt es glaube ich in Windhoek nicht zu sehen - beim nächsten Mal würden wir eher auch schon ein Stück fahren am ersten Tag.

    Und die Blinker Wischer Problematik kennt wohl jeder

    Ja, das hatten wir in Südafrika auch schon - aber es ist doch jedes Mal wieder eine neue Herausforderung.

  • So ein Toyota hillux würde ich auch gern mieten, wenn wir nach Namibia kommen.

    Wir waren mit dem Auto voll zufrieden - und ich glaube, so eins hat da auch fast jeder.

    Wir haben zumindest bei Touristen kaum andere gesehen.

    ob Du es glaubst oder nicht - wir haben dort auch ein Stachelschwein gesehen

    Das glaube ich Dir auf's Wort.

    Das liest man ja auch öfters in Reiseberichten.

    Ist wohl so wie das Erdmännchen aus Hummeldumm ^^

    Gehört die Lodge noch der Familie Rust?

    Als wir da waren, haben wir die Familie nicht kennengelernt. Ich meine, dass uns jemand erzählt hat, sie hätten jetzt noch eine zweite Lodge und wären gerade dort vor Ort.

    Aber auf TripAdvisor kann man es noch an den Antworten auf die Bewertungen sehen:


    "Antwort von Caroline R, Inhaber im Waterberg Plateau Lodge" - ich nehme an, R steht für Rust?


    Die Waterberg Plateau Lodge haben wir auch überlegt gehabt, wegen des kleinen Pools.

    Der Pool war schon arg winzig - wir haben ihn hauptsächlich zum Getränke kühlen verwendet ;)

    Das war ganz praktisch, weil direkt so ein Netz zum herausfischen der Dosen vorhanden war (auch wenn das sicher nicht der eigentlich angedachte Nutzungszweck war...)

    Schade, dass das Essen nichts war. Aber die Lage und Landschaft sind schon atemberaubend!

    Mit Essen und Service waren wir leider überhaupt nicht zufrieden - vor allem angesichts des Preises.

    Aber die Lage war in der Tat traumhaft - und die zahlt man da halt vor allem.


    Aber das Preisniveau in den Lodges in Namibia ist ja generell sehr hoch - mit Südafrika überhaupt nicht zu vergleichen. Und auch kulinarisch kann unserer Meinung nach Namibia mit Südafrika nicht mithalten - dafür landschaftlich umso mehr...

  • Aber das Preisniveau in den Lodges in Namibia ist ja generell sehr hoch - mit Südafrika überhaupt nicht zu vergleichen. Und auch kulinarisch kann unserer Meinung nach Namibia mit Südafrika nicht mithalten - dafür landschaftlich umso mehr...

    Volle Zustimmung!


    In Südafrika ist die Landschaft dafür vielfältiger auf das ganze Land gesehen

  • Montag, 20.05.2019: Waterberg


    Um 6:30 Uhr klingelt der Wecker.


    Wir räkeln uns noch eine Weile in unserem Himmelbett und bewundern dabei aus dem Panoramafenster unseres Häuschens den beeindruckenden Himmel kurz vor dem Sonnenaufgang. Ein tolles Schauspiel, das wir gerne noch ein bisschen länger angeschaut hätten. Aber wir sind heute zum Plateau Hike angemeldet und so müssen wir uns schließlich losreißen und das warme Bett verlassen.


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    Eine halbe Stunde später gehen wir in die Lodge zum Frühstück. Da die Tische noch nicht fertig eingedeckt sind, haben wir noch ein bisschen mehr Zeit, um auf der Plattform das Schauspiel des erwachenden Tages zu genießen und zu beobachten, wie die Dächer der kleinen Chalets langsam in ein warmes Licht getaucht werden.


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    Das Frühstück ist dann leider ähnlich durchschnittlich wie das gestrige Abendessen - es gibt Obstsalat aus der Dose, O-Saft zum Abgewöhnen und ansonsten eine recht mäßige Auswahl. Aber die Aussicht reißt dafür alles heraus..


    Um 8:00 Uhr treffen wir uns am Pool zum Plateau Hike. Es gibt im privaten Gelände der Waterberg Wilderness zwar einige Nature Trails, über die man das Tal auf eigene Faust erkunden kann, aber auf das Plateau hinauf darf man nur mit einem Guide, da sich dieses im Nationalpark befindet.


    Insgesamt sind wir elf Teilnehmer bei der Wanderung - eine bunte Mischung aus Holländern, Franzosen und Engländern - und zusammen mit unserem Guide Franz laufen wir eine Viertelstunde später los.


    Der Weg beginnt direkt mit dem steilen Aufstieg. Zum Glück ist es um diese Uhrzeit noch nicht so heiß. Wir kraxeln im Gänsemarsch über die großen Steine und haben bereits nach 20 Minuten den höchsten Punkt erreicht.


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    Hier bietet sich uns ein toller Ausblick über die endlose Kalahari - wir sind begeistert.


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    Oben laufen wir dann eine große Runde auf dem Plateau, während wir die Aussicht genießen und Franz gespannt bei seinen interessanten Erklärungen zu Flora und Fauna zuhören.


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    Auf dem Plateau leben unter anderem Nashörner, Leoparden und Giraffen, was uns doch etwas erstaunt. Aber wie wir erfahren, wurden diese Tiere von den Menschen hier oben angesiedelt - es handelt sich also nicht um ein natürliches Habitat.


    An diesem Rhino Haufen erklärt uns Franz die Unterschiede zwischen den heimischen Spitzmaulnashörnern und den aus Südafrika eingesiedelten Breitmaulnashörnern, die wir hoffentlich auf unserem Game Drive am Nachmittag noch zu Gesicht bekommen werden.


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    Bemerkenswert: Nashörner benutzen offenbar immer wieder die selben Plätze für ihr großes Geschäft, so dass hier durchaus der Begriff "Rhino-Toilette" angebracht ist.


    Wir erfahren auch viel über die traditionelle Nutzung der verschiedenen Pflanzenarten, die von Moskitoschutz, über Kopfschmerzmittel und Parfüm bis zu natürlichem Klopapier reicht.


    Hier kommen wir an einem natürlichen Wasserloch vorbei, was zur Zeit jedoch trocken ist. Wenn es sich zur Regenzeit füllt, reicht das Wasser etwa zwei Wochen lang - je nachdem wie intensiv es von den Tieren genutzt wird.


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    Am Kalahari Viewpoint machen wir später noch eine kurze Pause und genießen die tolle Aussicht, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen.


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    Gegen 10:45 Uhr sind wir wieder an der Lodge und halten anschließend zwei Stündchen Siesta an unserem Häuschen mit Aussicht.


    Dann sind wir das Faulenzen leid und machen uns noch zu einem kleinen Mittagsspaziergang auf. Wir fahren mit dem Auto hinunter in's Tal zur Wilderness Lodge, wo wir die kurze Runde bis zur Wasserquelle laufen wollen.

    Hier springen auf dem Lodge-Gelände jede Menge Paviane herum, die wir noch eine Weile beobachten, bevor wir losmarschieren.


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    Auf dem Fountain Trail laufen wir dann bis zur Quelle, die zur Wasserversorgung der Wilderness Area dient. Hier im Tal ist die Landschaft und Vegetation völlig anders als oben auf dem Plateau - alles ist sehr viel grüner - und die Graulärmvögel machen ihrem Name alle Ehre.


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    Über den Porcupine Highway wandern wir wieder zurück zur Wilderness Lodge. Stachelschweine sehen wir allerdings keine unterwegs. Aber kein Wunder - die wohnen ja jetzt offenbar in der Küche der Plateau Lodge;)


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    Die Sonne brennt - eine gute Gelegenheit für noch ein Bierchen und einen Rock Shandy im Schatten unter den Bäumen bevor wir wieder zu unserem Häuschen zurückfahren. Dort sitzen wir noch eine Weile am Pool und genießen die Aussicht, bis es Zeit für den Game Drive zu den Rhinos ist.


    Als der Jeep pünktlich um 16:00 Uhr kommt um uns abzuholen, ist er mit den Gästen der Valley Lodge und der Wilderness Lodge bereits ziemlich voll und die wenigen freien Plätze reichen nicht für alle oben wartenden Gäste der Plateau Lodge.


    Sehr ärgerlich, zumal wir uns alle rechtzeitig angemeldet haben. Wir und drei andere Gäste kommen nicht mehr mit in den Jeep hinein. Man versichert uns zwar, dass noch ein zweites Auto kommen wird, das dauert dann aber fast 20 Minuten und wir sind schon ein bisschen sauer - immerhin wartet die Sonne nicht auf uns mit dem Untergehen und die Zeit geht somit von unserem bezahlten Game Drive ab:wut2:


    Aber letztendlich wird die Fahrt dann doch für alle zu einem tollen Erlebnis. Unser Guide mit dem magischen Namen Magic fährt uns zielsicher zu den Stellen im Reservat, an denen die Rhinos zu finden sind.


    Das ist allerdings nicht besonders schwierig, da die Nashörner hier zu ihrem eigenen Schutz ständig überwacht werden - die Wilderei hat in den letzten Jahren auch in Namibia massiv zugenommen. Außerdem werden die Rhinos bedingt durch die anhaltende Trockenheit aktuell zugefüttert, so dass die Guides ganz sicher wissen, wo sie zu finden sind.


    Zuerst treffen wir auf eine Gruppe mit drei Rhinos - zwei Weibchen und einem Männchen...


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    ... und später nochmal auf eine Kuh mit Baby.


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    Wir dürfen sogar das Auto verlassen und um die Tiere in respektvoller Distanz herumlaufen. Ganz geheuer ist uns das anfangs nicht, denn insbesondere der Bulle schaut schon recht bedrohlich aus. Aber es ist ein ganz tolles Erlebnis, die Rhinos in ihrer natürlichen Umgebung so hautnah zu beobachten.


    Auf der weiteren Fahrt sehen wir dann noch ein paar Impalas, Warzenschweine, Strauße und Zebras, die aber alle schnell das Weite suchen, als wir mit unserem Jeep vorbei kommen.


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    Eine große Gruppe Giraffen jedoch lässt sich von uns in keinster Weise stören und wir können die eleganten Tiere lange beobachten, wie sie sich kauend und schmatzend an den Bäumen gütlich tun.


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    Zum Schluss bringt uns Magic noch zu einem netten Platz für den Sundowner, bevor es im Dunkeln schließlich zurück zur Lodge geht.


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    Gegen 19:00 Uhr sind wir wieder zurück - gerade rechtzeitig zum Dinner.


    Auch heute gibt es ein Menu, welches diesmal aus Karottensuppe, Salat, Spaghetti mit Kudu-Schnitzel und Bohnen und einem Mousse au Chocolate besteht.


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    Wir erwarten kein kulinarisches Highlight und sehen uns bestätigt. Echt schade bei dem Preis dieser Lodge...

    Aber zumindest ist das Essen heute in die Kategorie „ganz ok“ einzuordnen.


    Und wie schon gestern bewundern wir nach der Rückkehr in unser Häuschen noch kurz den Sternenhimmel und fallen dann direkt ins Bett und horchen an der Matratze.


    Gefahrene Kilometer: 7
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    Übernachtung: Waterberg Plateau Lodge

  • wie USA Southwest

    Das haben wir in dem Urlaub öfters unterwegs gedacht - da hat uns doch landschaftlich einiges an bekannte Gebiete in den USA erinnert. Es gab rote Steine satt und wenn man an der Spitzkoppe noch ein paar Joshua Trees pflanzen würde, wäre die Verwechslung perfekt.

  • So ein Toyota hillux würde ich auch gern mieten, wenn wir nach Namibia kommen.

    Wir waren mit dem Auto voll zufrieden - und ich glaube, so eins hat da auch fast jeder.

    Wir haben zumindest bei Touristen kaum andere gesehen.

    Habt Ihr den Wagen über einen der üblichen Verdächtigen gemietet oder ein besonderer Vermieter?

  • Das ging jetzt aber fix hier :jogg:


    Die Anreise war ja schön entspannt, das Auto sieht auch nett aus :daumen1:


    In dieser Lodge am Waterberg waren wir auch, so schön, da abends auf der Terrasse zu sitzen :love:


    Die Wanderung aufs Plateau haben wir nicht gemacht, sind nur unten ein wenig unterwegs gewesen.

    Dass es dort Rhinos gibt, wusste ich gar nicht, ich mag diese Riesen :love:

  • Habt Ihr den Wagen über einen der üblichen Verdächtigen gemietet oder ein besonderer Vermieter?

    Wir hatten unser Auto bei Hertz gemietet - die meisten gehen aber zu anderen Vermietern, wie ich das so mitbekommen habe.

    Das Abendessen ist ja wieder naja. Trockene Spaghetti zum Schnitzel

    Genau - "Naja" trifft es auf den Punkt. Dann kannst Du sicher nachvollziehen, dass das keine Begeisterungsstürme ausgelöst hat, zumal bei dem Preis...

    In dieser Lodge am Waterberg waren wir auch, so schön, da abends auf der Terrasse zu sitzen. Dass es dort Rhinos gibt, wusste ich gar nicht, ich mag diese Riesen

    In welchem Jahr wart Ihr dort? Das Rhino-Programm gibt es da eigentlich schon eine ganze Weile.