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lunchen

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Heute, 10:57

Tag 4 (13.05.2018): Organ Pipe Cactus National Monument - Desert View Trail


Bevor wir jetzt zum ersten Trail fahren, möchte ich euch noch ein bisschen über das Organ Pipe Cactus National Monument erzählen.

Der Park, der unmittelbar an der mexikanischen Grenze liegt und im Jahre 1937 zum National Monument erklärt wurde, schützt den markanten Organ Pipe Cactus (Orgelpfeifen Kaktus), der in den USA nur noch in diesem Park wild wächst und existiert. Neben der namens gebenden Spezies leben hier noch der riesige Saguaro Kaktus und 25 weitere Kakteen Arten. In der näheren Umgebung befinden sich die 1500 Meter hohen Ajo Mountains, durch die der 38 km lange, unbefestigte Ajo Mountain Drive führt. Ein weiterer unbefestigter Rundkurs, der Puerto Blanco Drive, ist sogar 85 km lang. Fast alle Trails des Parks liegen an diesen beiden Straßen, wer also nur auf Asphalt unterwegs sein möchte, der wird hier nicht sonderlich viel Freude haben.

Am 09. August 2002 wurde der Ranger Kris Eggle bei einer Border Patrol Operation von einem mexikanischen Drogenschmuggler erschossen, woraufhin das Visitor Center nach ihm benannt wurde. Weite Teile des Parks inkl. dem Puerto Blanco Drive, der direkt an der Grenze verläuft, waren daraufhin von 2003 - 2014 geschlossen. Seitdem stehen überall im Park Hinweistafeln, dass man die Schmuggler auf keinen Fall ansprechen soll, sollte man welche sehen. Kommt es zu einer solchen, unwahrscheinlichen Sichtung, ist sofort im Visitor Center Bescheid zu geben.

Wir fahren vom Visitor Center nun die kurze Strecke auf den ausgestorbenen Campingplatz des Parks, hier beginnt der kurze Desert View Trail, man könnte es auch als Naturlehrpfad bezeichnen, aufgrund der vielen Hinweistafeln unterwegs. Eigentlich wollte ich den Trail gar nicht komplett laufen, sondern hier nachher nur den Sonnenuntergang ansehen. Mein persönliches Erkundungsteam hat mir aber mitgeteilt, dass der Sonnenuntergang hier echt blöd ist und ich die beiden Hikes tauschen soll - wie praktisch sowas ist. Jetzt wird der Trail halt doch komplett gelaufen und wir sehen uns den Sonnenuntergang später auf dem Haupttrail für heute an.

In dem Zuge muss ich mich aber doch nochmal kurz über Dominik lustig machen... Wie bereits erwähnt, haben er und sein Bruder meine Tour fast 1:1 übernommen, inklusive Wanderungen, ohne sich vorher wirklich selber zu informieren. Als die beiden im Organ Pipe NM und im Saguaro National Park waren, fragte Sebastian Dominik, was denn nun eigentlich der Unterschied zwischen den beiden Parks gewesen wäre... Dominik sagte ihm überzeugt: "Na, das eine waren Organ Pipes, das andere Saguaros"... Sebastian war nicht überzeugt, für ihn sah das beides gleich aus. Am Ende der Reise, in San Diego, hat er dann doch mal Google bemüht und festgestellt, wie der Organ Pipe Cactus eigentlich aussieht. Was war geschehen?! Die beiden haben im Organ Pipe Cactus NM fleißig Saguaros fotografiert, die sie für Organ Pipes hielten, und haben bewusst nicht einen einzigen Organ Pipe gesehen :smile: So... der Seitenhieb ist verdient und musste sein! Fangen wir endlich mit dem Trail an!

Die Rucksäcke sind bereits seit dem Hotel gepackt und wir schmieren uns nur noch ordentlich mit Sonnencreme ein. Hier, in der Wüste, ist es um doch schon ordentlich warm, als wir um 15:20 Uhr loslaufen.



Und hier sehen wir auch schon den ersten Organ Pipe Cacuts, ein wirklich schönes Exemplar:





Es geht ein wenig bergauf und rechts und links von uns stehen prächtige Exemplare der Organ Pipes und Saguaros, dazwischen einige Chollas und Ocotillos. Letztere finde ich persönlich schon ziemlich hässlich, insgesamt bin ich aber sehr beeindruckt von der Kakteen Landschaft.











Hier einmal der Größenvergleich mit meiner Mutter und einem Organ Pipe. Daneben sieht man eine der vielen Info Tafeln, auf denen die verschiedenen Kakteen beschrieben werden. Dieser Trail ist ein hervorragender Einstieg in die Sonora Wüste.



Dominik und Sebastian sind diesen Trail ebenfalls teilweise gelaufen, es ist mir ein absolutes Rätsel, wie man die Organ Pipes hier übersehen kann... Oder sich nicht fragt, was das ist. Stehen ja doch so ein oder zwei hier rum.



Hier sieht man das tote Gerippe eines Organ Pipes. Es erstaunt mich total, wie so ein riesen Kaktus von innen aussieht... Eigentlich genau wie ein Baum. Ich hatte mir die irgendwie immer hohler vorgestellt.



Der Loop entfernt sich nie wirklich weit vom Campingplatz, es geht einfach ein bisschen auf und ab in der näheren Umgebung.





Was mich total wundert, ist, dass die Saguaros noch in voller Blüte sind. Ich dachte immer die blühen Ende März / Anfang April und hätte Mitte Mai nicht mehr damit gerechnet, umso schöner ist es aber.





Wir tun etwas, das uns noch auf der ganzen Reise begleiten wird: Wir verlaufen uns und werden von meinen gespeicherten Here Wegpunkten auf den richtigen Weg zurückgeführt. Am Anfang fand ich es zuhause fast ein wenig lächerlich und übertrieben, dass ich mir auch für die ausgewiesenen Trails Wegpunkte gespeichert habe und nicht nur für die etwas einsameren... Aber am Ende sind wir beide verdammt froh darüber. Wenn wir ein gemeinsames Talent haben, dann ist es Verlaufen und Orientierungslosigkeit. Hier übersehe ich einen Ast, der als Wegbegrenzung dienen soll und steige darüber, bis wir irgendwann mitten in der Pampa stehen und kein Weg mehr zu erkennen ist. Ich schaue in meine Punkte und finde den Weg so sofort wieder. Naja. Irgendein Talent braucht ja jeder.









Im Hintergrund sieht man die Ajo Mountains, in die wir gleich im Anschluss über den Ajo Mountain Drive fahren werden.









Nach 40 Minuten inkl. kurzes Verlaufen sind wir durchgeschwitzt und zufrieden zurück am Auto und freuen uns auf eine eiskalte Dose aus der Kühlbox.





Auf dem gesamten Trail und Campingplatz sind wir nicht einer Menschenseele begegnet oder haben auch nur ein anderes Auto gehört... Traumhaft. Schade, dass sich das auf der Route später noch ins Gegenteil umkehren wird.

Trailfakten:

Länge: 1.2 Meilen / 2 km
Dauer: 40 Minuten inkl. kurzes Verlaufen
Einstufung Schwierigkeit: Easy, aber im Sommer je nach Temperatur nur bedingt zu empfehlen, zwingend ausreichend Wasser und Kopfbedeckung mitnehmen! Es geht ein wenig hoch und runter, aber nicht erheblich.
Erreichbarkeit: befestigt, PKW
Kosten: 25$ National Monument Eintritt oder Annual Pass
Fazit: Mir hat der Trail als Einstieg in den Park und die Sonora Wüste sehr gut gefallen. Er ist nicht sehr spektakulär, aber dennoch sehr schön. Da es nicht nur meine erste Berührung mit Organ Pipes, sondern auch mit Saguaros war, war ich insgesamt sehr begeistert von der Umgebung. Auch die Kulisse mit den Ajo Mountains im Hintergrund hat mir sehr gefallen.

nirschi

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Heute, 11:10

;like;
Gruss
nirschi :camp:

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Heute, 11:20

Schöner Trail :daumen1: Ocotillos werden erst richtig schön, wenn sie grüne Blätter bekommen und rot blühen

Grille

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Heute, 12:05

Ich liebe ja die Wüste :love:
Lieben Gruß
Ilka :wink2: